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Neukölln, Reinickendorf und Hellersdorf : Drei NPD-Kundgebungen in Berlin

Die rechtsextreme NPD will am heutigen Sonnabend nacheinander an drei Orten in Berlin demonstrieren. Zum Teil sind Gegenkundgebungen angemeldet.

Jörn Hasselmann

Mehrere Kundgebungen hat die rechtsextreme NPD am heutigen Sonnabend in Berlin angemeldet, alle stehen unter dem Motto: "Asylflut stoppen".

Los ging es um 10 Uhr in Britz. An der Ecke Fritz-Reuter-Allee/Gutschmidtstraße trafen sich laut Polizei genau zehn NPD-Anhänger vor einem Einkaufszentrum. 70 Gegendemonstranten protestierten friedlich. Etwa 500 Meter entfernt ist eine Notunterkunft für 60 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in einer ungenutzten ehemaligen Filiale der Schule an der Windmühle.

Um 12 Uhr ging es dann in Tegel weiter: An der Ecke Gorkistraße/Berliner Straße in der Nähe vom U-Bahnhof Alt-Tegel hat die NPD die zweite Kundgebung angemeldet, das Netzwerk "Willkommen in Reinickendorf" hat eine Gegendemonstration mit 50 Teilnehmern angekündigt. Auch hier blieb es laut Polizei ruhig.

Die dritte und letzte Kundgebung begann um 14 Uhr am Cecilienplatz im Hellersdorfer Ortsteil Kaulsdorf. Hier sammelten sich nach Polizeizählung 20 Rechtsextremisten und fünf Gegendemonstranten. Die linksextremistische Szene hatte die Minikundgebungen der NPD am Sonnabend ignoriert. Es kursierten jedoch Aufrufe, nach Frankfurt (Oder) zu fahren am Nachmittag. Dort wollte die Gruppe „Frankfurt wehrt sich“ gegen Flüchtlinge demonstrieren. Ein breites Bündnis hatte zu Protesten aufgerufen.

Derartige Touren mit mehreren Kundgebungen hat die NPD schon mehrfach veranstaltet. 2013 hatte sich die Partei ausgerechnet Kreuzberg als ersten Kundgebungsort ausgesucht, traf aber auf so entschiedenen Widerstand, dass auf diese Station kurzfristig verzichtet wurde. In der Nähe befanden sich auch auf dieser Tagestour jeweils existierende oder damals geplante Asylbewerberunterkünfte.


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