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Offenbar Komplott : Mordfall Lübars: Auftragskiller für 1000 Euro engagiert

Erschreckende Wende im Fall der getöteten Christin R. aus Lübars: Neben ihrem Ex-Freund wurden nun auch zwei weitere Männer und eine Frau im Raum Dortmund verhaftet. Offenbar handelte es sich um einen Auftragsmord. Das Motiv: Liebe und Geld.

von und Hanna Gieffers,Claus-Dieter Steyer
Am 21. Juni wurde in einem vor diesem Freibad abgestellten Fahrzeug die Leiche einer 21-jährigen Pferdewirtin entdeckt. Foto: dpa
Am 21. Juni wurde in einem vor diesem Freibad abgestellten Fahrzeug die Leiche einer 21-jährigen Pferdewirtin entdeckt.Foto: dpa

Die Stelle im Gebüsch in Lübars, an der eine Frau die Leiche der Pferdewirtin Christin R. am Morgen des 21. Juni fand, ist jetzt Gedenkort. „Geliebt und unvergessen“ steht auf einem weißen Porzellanengel. In dem Fall der getöteten Lübarserin gibt es jetzt eine erschreckende Wende: Neben ihrem Ex-Freund wurden auch zwei weitere Männer und eine Frau im Raum Dortmund verhaftet. Offenbar handelte es sich bei dem Tötungsdelikt um einen eiskalt Auftragsmord. Das Motiv: Liebe; und Geld aus einer Lebensversicherung. Der mutmaßliche Killer soll die Frau für eine Belohnung von 1000 Euro erwürgt haben.
„Selbst für uns Ermittler, die schon vieles erlebt haben, ist es erschreckend, wenn man sieht, was sich dort für Abgründe aufgetan haben und mit welcher Kaltblütigkeit diese Tat überlegt und inszeniert worden ist“, sagte die Chefin der Berliner Mordkommissionen, Jutta Porzucek, am Freitag. Bei den am Donnerstag im Großraum Dortmund festgenommenen Verdächtigen handele es sich um zwei Männer (23 und 22 Jahre) sowie eine 26-jährige Frau.

Peu à peu führten die Spuren sowie die Funkzellenauswertungen von Handydaten die Ermittler zu der Erkenntnis, dass es sich nicht, wie zunächst angenommen, um eine Beziehungstat handelte, sondern um ein regelrechtes Mordkomplott. Noch am gleichen Tag, an dem die 21-Jährige R. tot in der Grünanlage an einem Parkplatz in der Straße Am Freibad entdeckt worden war, wurde im brandenburgischen Friesack ihr 23-jähriger Noch-Freund Robin H., ein Pferdehofbetreiber, auf seinem Hof nahe Friesack festgenommen. Dann erging Haftbefehl: Er soll seine Freundin erwürgt haben.
Doch schon bald war den Ermittlern klar, dass es keine Tötung im Affekt nach einem Streit war – stattdessen kam immer mehr die Perfidität des Verdächtigen zum Vorschein: So soll nach den Erkenntnissen der Polizei Robin H. einen Auftragskiller engagiert haben. Hierfür bediente er sich der offenbar grenzenlosen Verliebtheit seiner 26-jährigen Bekannten Tanja L., die ebenfalls Pferdebegeisterte ist und aus Dorsten bei Dortmund kommt. Er soll sie gefragt haben, ob sie jemanden kennt, der einen Auftragsmörder besorgen kann, berichtet Chefermittlerin Porzucek.

Tanja L. fragte ihren Bruder (23), der schon einmal im Gefängnis saß und dadurch Zugang zum kriminellen Milieu hat. Mit Erfolg: Ein 22-Jähriger erklärte sich bereit, als Auftragskiller zu agieren, er verlangte 1000 Euro.
„Die 26-jährige Bekannte von Robin H. hat sich offenbar aus Liebe zu ihm an dieser Tat beteiligt. Ihr hat er versprochen, mit ihr eine gemeinsame Zukunft mit einem Pferdehof in Nordrhein-Westfalen aufzubauen“, sagt Porzucek. Finanzieren wollten die beiden das mit dem Geld aus einer Lebensversicherung über 250 000 Euro, die das spätere Opfer Christin R. zugunsten von Robin H. noch kurze Zeit vor der Tat abgeschlossen hat, hieß es.
Doch der Mordplan ging zunächst nicht auf: Robin H. bat Christin R. um ein Gespräch. Diese soll aber schon ein ungutes Gefühl gehabt haben und verlangte, dass die Aussprache nicht bei ihr zu Hause stattfindet, sondern auf dem Parkplatz nahe dem Freibad Lübars. Zu dem Treffen brachte sie eine gute Freundin mit – damit hatten keiner der Komplottbeteiligten gerechnet. Der Auftragskiller saß schon im Gebüsch versteckt - habe aber nun nicht agieren können. Mit viel Geschick brachte der 23-Jährige dann R. dazu, ihre Begleiterin zu Hause abzusetzen. Eine Stunde später gelang es ihm dann erneut, seine Freundin auf den Parkplatz zu locken.

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