Polizeieinsatz in Berliner Bad : Sommerbad Neukölln nach Streit geräumt

Beim Versuch, einen Sprungturm zu erstürmen, gerieten mehrere Jugendliche in Streit. Festnahmen und Anzeigen gab es keine, trotzdem wurde das Bad geschlossen.

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Sollen eigentlich für Frieden im Freibad sorgen: Zwei Ehrenamtliche der Initiative "Bleib cool am Pool" im Sommerbad Pankow. Foto: picture alliance / dpa
Sollen eigentlich für Frieden im Freibad sorgen: Zwei Ehrenamtliche der Initiative "Bleib cool am Pool" im Sommerbad Pankow.Foto: picture alliance / dpa

30 Grad zeigte das Thermometer am Dienstag zeitweise in Neukölln - für einige Hitzköpfe offensichtlich zu heiß. Wie die Bäderbetriebe am Mittwochmittag mitteilten, musste das Sommerbad Neukölln am Dienstag mit Hilfe der Polizei geräumt werden. Gegen 18 Uhr hatten mehrere Jugendliche versucht, den Sprungturm zu erstürmen. Dabei, so Bädersprecher Matthias Oloew, kam es zu Auseinandersetzungen. Zunächst seien diese von den Bademeistern und von Mitarbeitern des Sicherheitsdiensts geschlichtet werden, doch wenig später sei die Situation erneut eskaliert und die Polizei gerufen worden. Ob beim Streit auch Waffen zum Einsatz kamen, konnte Oloew am Mittwoch nicht sagen.

Eine Sprecherin der Polizei bestätigte den Einsatz: "Als wir ankamen, war aber schon alles vorbei", sagte sie. Festnahmen oder Anzeigen habe es keine gegeben. Die Polizei war zeitweise mit 30 Beamten im Einsatz. Trotz Polizeipräsenz entschieden sich die Schwimmmeister gegen 18.20 Uhr den Badebetrieb einzustellen. Die Polizei bat die Badegäste in mehreren Durchsagen, darunter auch auf türkisch, das Bad zu verlassen. Laut der Sprecherin seien die Badegäste dieser Aufforderung "ruhig" nachgekommen.

2014 sollte der Imam hier schlichten

Um Situationen wie am Dienstag zu vermeiden, haben die Bäder bereits 2011 ein ehrenamtliches Konfliktlotsenprojekt "Bleib cool am Pool" initiiert. Knapp 40 Jugendliche versuchen dabei, "potenzielle Störer" schon vor dem Betreten des Bades zu erkennen und ihnen den Zutritt zu verweigern. Zum Einsatz kommen die Konfliktlotsen in diesem Jahr in den Sommerbädern Neukölln, Pankow und Spandau-Süd. Potenzielle Störer sind vor allem Personen, gegen die ein Hausverbot verhängt worden ist. Laut Bädersprecher Matthias Oloew wurden 2016 insgesamt 120 Hausverbote ausgesprochen.

Im Sommerbad Neukölln, wo es in den vergangenen zwei Jahren keinen vergleichbaren Einsatz gegeben hatte, sollen die Einlasskontrollen nun wieder verstärkt werden. 2014 war nach mehrfachen Randalen hier aber kurzzeitig diskutiert worden, einen Imam als Schlichter einzusetzen. Am Mittwoch war das Bad wieder wie immer geöffnet - bei abgekühlten 24 Grad.

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