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Urteil : Sieben Jahre Gefängnis für Tippgeber bei Pokerraub

Im letzten Prozess um den Überfall auf ein internationales Pokerturnier am Potsdamer Platz ist am Donnerstag ein 32-Jähriger verurteilt worden. Er soll den Startschuss für die spektakuläre Tat gegeben haben.

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Foto: ddp
06.03.2010 20:07Der Raub machte nationale Schlagzeilen, nun ist der Prozess zu Ende. Der Überfall auf das Pokerturnier im Hyatt-Hotel als...

Das letzte Pokerraub-Urteil fiel am härtesten aus: Mohamed Abou-C. wurde zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der 32-Jährige sei Tippgeber und einer der beiden Drahtzieher des spektakulären Überfalls auf das Turnier im Hyatt-Hotel am Potsdamer Platz gewesen, befanden die Richter am Donnerstag. Mohamed Abou-C. habe per Handy auch das Startsignal für den Raub gegeben. Abou-C. hatte die Vorwürfe bestritten. Bereits vor einer Woche wurde der 30-jährige Ibrahim El-M. als einer der Hintermänner des Coups zu sechs Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt.

Seit 19 Monaten befindet sich Mohamed Abou-C., Mitglied einer bei Polizei und Justiz bekannten arabischen Großfamilie, in Untersuchungshaft. Überraschend hatte er im August sein Schweigen gebrochen und den Mitangeklagten Ibrahim El-M. belastet. Abou-C. hatte an dem internationalen Turnier teilgenommen, war aber schon Tage vor dem Überfall ausgeschieden. Er hatte die hohen Startgelder gesehen. „Das Geld lag rum wie Gemüse auf der Straße“, sagte er. Er will später am Kneipentisch laut darüber nachgedacht haben, dass man sich das Geld leicht holen könnte. Mehr aber sei nicht gewesen. Ibrahim El-M. habe im Café mitgehört. Abou-C. will am Tattag dann per Telefon versucht haben, seinen langjährigen Freund zu stoppen.

Ibrahim El-M. hatte gestanden, Mittäter angeheuert und das Fluchtauto gefahren zu haben. Vier bereits verurteilte Jungräuber waren am 6. März 2010 in die Pokerrunde gestürmt. Sie erbeuteten 242 000 Euro. Bislang ist davon nur ein Bruchteil wieder aufgetaucht. El-M. hatte nach seiner Aussage 22 000 Euro zurückgegeben. Das Urteil gegen Abou-C. entsprach im Wesentlichen dem Antrag der Anklage. Die Verteidigung, die Freispruch forderte, kündigte bereits Revision an.

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