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Vermisster Flüchtling in Berlin-Spandau : Junge wollte wohl nach Norwegen - kein Hinweis auf Straftat

Ein zwölfjähriger Flüchtling wird einem Aushang zufolge seit neun Tagen vermisst. Hassan G. war in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau untergebracht. Offenbar verließ er das Gelände auf eigene Faust.

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Ein Aushang am Lageso in Berlin-Moabit.
Ein Aushang am Lageso in Berlin-Moabit.Foto: Canan Bayram

Ein zwischenzeitlich vermisst gemeldeter Flüchtlingsjunge ist offenbar auf eigene Faust verschwunden. Laut einem Aushang, den die Grünen-Abgeordnete Canan Bayram am Freitag über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitete, ist der Junge zwölf Jahre alt und hört auf den Namen Hassan. Er spreche nur Afghanisch beziehungsweise Paschtunisch und war zuletzt in der Kaserne an der Schmidt-Knobelsdorf-Straße in Spandau untergebracht.

Die Polizei bestätigte auf Anfrage, dass der Junge am 14. Oktober von seinem zehn Jahre älteren Bruder vermisst gemeldet worden sei. Man habe das Gelände daraufhin abgesucht - allerdings vergeblich. Laut Informationen der Polizei habe der Zwölfjährige öfter die Ansicht geäußert, dass die Umstände für Flüchtlinge in Norwegen "besser" seien. Am vergangenen Mittwoch sei der Junge von seinen Mitbewohnern wieder in der ehemaligen Kaserne gesehen worden, verschwand jedoch wieder, bevor die Polizei eintraf, um den Fall zu untersuchen.

Aufgrund der Umstände gehen die Beamten davon aus, dass der Flüchtling sich selbstständig auf den Weg gemacht habe. "Hinweise auf eine Straftat liegen nicht vor", sagte ein Sprecher.

Das twitterte Bayram:

Am 1. Oktober war bereits der vierjährige Mohamed verschwunden. In seinem Fall geht die Polizei von einem Verbrechen aus. Trotz intensiver Suche einer eigens eingerichteten Sonderkommission wurde der Junge aus Bosnien-Herzegowina bislang nicht gefunden. Die Polizei fahndet mit Bildern und einem Video aus einer Überwachungskamera nach einem Mann, der Mohamed entführt haben soll.

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