Berliner Bildungsverwaltung und Bezirk einig : Achard-Grundschule: Ausbau statt Abriss

Neues Gutachten: Alle Schüler können im Sommer zurückkehren. Der Altbau wird saniert, und zusätzlich gibt es sogar einen Neubau.

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Marode, aber charmant. Nach dem Abriss des alten Gebäudes sollte auf die Schnelle ein reiner Modulbau hochgezogen werden. Diese Variante ist vom Tisch.
Marode, aber charmant. Nach dem Abriss des alten Gebäudes sollte auf die Schnelle ein reiner Modulbau hochgezogen werden. Diese...Foto: privat

Die Tücken des gemeinen Hausschwamms haben zu einem beispiellosen Hin und Her für die Kaulsdorfer Franz-Carl-Achard-Grundschule geführt: Nachdem der Abriss schon beschlossene Sache war, soll das alte Gebäude nun doch saniert werden. Dies ist die Folge eines weiteren Gutachtens und seiner Bewertung durch das Bezirksamt.

Bürgermeister Komoß gibt Entwarnung

Nach einem Treffen mit den zuständigen Stadträten sowie einer Vertreterin der Senatsverwaltung für Bildung kündigte der Bezirksbürgermeister von Marzahn-Hellersdorf, Stefan Komoß (SPD), gegenüber dem Tagesspiegel am Montagabend das weitere Vorgehen an: Demnach soll die Schule bis zu den Sommerferien baulich soweit ertüchtigt werden, dass dort der Unterricht ab August weitergehen kann. Ende 2019 beginnt die längst geplante Komplettsanierung.

Zusätzlich gibt es einen Modularen Ergänzungsbau (MEB) damit die Schule künftig einen dritten Zug, also eine weitere Parallelklasse, aufmachen kann, wie Komoß mitteilte. Dies sei der Wunsch der Bildungsverwaltung wegen der berlinweit steigenden Schülerzahlen.

Schülertransport kostet täglich 2730 Euro

Die Schule war Anfang September komplett ausgelagert worden, weil infolge der baulichen Mängel ein zweiter Fluchtweg fehlte. Die Beförderung der 380 Schüler zu einer Ausweichschule kostet laut Bezirksamt pro Schultag 2730 Euro für insgesamt sieben Busse, Fahrer und Betreuer.

Der SPD-Abgeordneten von Kaulsdorf, Sven Kohlmeier, gratulierte "auch der Bürgerinitiative der Achard-Grundschule zum Erfolg". Die Initiative und deren Gutachter hätten wesentlich zum
Umdenken geführt, so Kohlmeier.

Das neue Gutachten war dem Bezirksamt am 22. Dezember zugestellt worden, aber wegen der Weihnachtspause erst Anfang Januar zur Kenntnis genommen worden. Der Schulausschuss des Bezirks hatte sich dann am 7. Januar dafür ausgesprochen, den Abriss auszusetzen.

Die alte Schule sollte komplett einem Modulbau weichen

Erst das Treffen zwischen Komoß, den Stadträten und der Bildungsverwaltung brachte dann am Montag Klarheit darüber, dass der Abriss tatsächlich vom Tisch ist. Somit ist auch der Plan nichtig, anstelle des Altbaus die komplette Schule als Modularen Ersatzbau zu errichten.

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