Berlins marode Schulen : 30 Millionen Euro für einen Altbau

Am Freitag löste sich ein großes Stück Putz von einer Friedenauer Schule. Ein Vorfall mit Ansage, wie jetzt bekannt wurde.

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An der Friedenauer Gemeinschaftsschule bröckelt die Fassade.
An der Friedenauer Gemeinschaftsschule bröckelt die Fassade.Foto: Emine Batur

Ein undichtes Dach und daraus resultierend eine durchfeuchtete Fassade ist die Ursache dafür, dass sich am Freitag Putz vom Eingangsbereich der Friedenauer Gemeinschaftsschule löste und auf den Gehweg fiel. So lautete am Montag die Stellungnahme des zuständigen Bauamtes von Tempelhof-Schöneberg. Nach weiteren „Fehlstellen“ wird seit Dienstag gesucht, „damit sich so etwas wie am Freitag nicht wiederholt“, sagte Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) auf Anfrage. Am Mittwoch berichtete auch eine Mutter, dass am Dienstag damit begonnen worden sei, die Fassade zu untersuchen.

Die Sanierung ist teurer als ein Neubau

Erleichtert ist Krüger darüber, dass die Gelder für die Sanierung der Schule bereits bewilligt sind, da die Baufälligkeit schon lange bekannt ist. Voraussichtlich 2016 soll mit den Arbeiten begonnen werden. „Wir reden hier über 30 Millionen Euro“, benennt der Stadtrat die Dimension des Vorhabens. Der Denkmalschutz und das Alter schlügen hier zu Buche. Zum Vergleich: Der Neubau der Gustav-Heinemann-Schule im selben Bezirk ist mit 26 Millionen Euro angesetzt.

250 Millionen braucht der Bezirk, zwei Milliarden das Land

Nicht in den 30 Millionen Euro enthalten sind allerdings die naturwissenschaftlichen Räume. Damit könne die Schule erst in einigen Jahren rechnen, vermutet Krüger, denn dringender als neue Fachräume sei es, an anderen Schulen Sanierungen anzuschieben – „bevor dort Decken und Wände einstürzen“: Wie berichtet, gehört Tempelhof-Schöneberg zu den Bezirken mit einem besonders hohen Sanierungsbedarf. Schätzungen belaufen sich auf rund 250 Millionen Euro. Insgesamt beläuft sich der Sanierungsstau in Berlins Schulen auf rund zwei Milliarden Euro.

Geld für die neuen Fachräume ist nicht in Sicht

Wie berichtet, müssen die Schüler der Friedenauer Gemeinschaftsschule ständig in das Gebäude der ehemaligen Waldenburg-Schule pendeln, weil sie in ihrem Haus an der Rubensstraße noch keine naturwissenschaftlichen Fachräume haben. Der Grund besteht darin, dass im Gebäude an der Rubensstraße früher eine Grundschule untergebracht war.

Am Sonnabend ist großes Schulfest

Die Friedenauer Gemeinschaftsschule erhält ihren Namen offiziell erst am Sonnabend: Sie wurde im Zuge der Sekundarschulreform aus zwei Grund- und Oberschulen fusioniert, sodass die Schulgemeinschaft einen neuen Namen finden wollte. Wie berichtet, hatte sich kurz vor Schulbeginn am Freitag auf rund zwei Metern Länge der Putz vom Traufgesims gelöst. Feuerwehr und Polizei mussten anrücken.

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