Neue Vorwürfe : Hat Frau Sarrazin mit der Blockflöte zugelangt?

Ursula Sarrazin, Frau des ehemaligen Berliner Finanzsenators, soll auch an einer anderen Schule Auseinandersetzungen gehabt haben. Höhepunkt war angeblich ein Schlag mit einer Flöte.

von

Gegen die Frau des ehemaligen Finanzsenators Thilo Sarrazin, Ursula Sarrazin, sind neue Vorwürfe aufgetaucht. Nach Informationen des Tagesspiegels gab es bereits in einer anderen Schule Probleme. Dort soll sie einem Schüler mit einer Blockflöte auf den Kopf geschlagen und ebenfalls massive Auseinandersetzungen mit Eltern gehabt haben. Frau Sarrazin bestreitet dies allerdings vehement.

„In kürzester Zeit gab es einen Aufstand der Eltern und Schüler“, berichtet eine Mutter, deren Kind bis 2001 die Reinfelder Grundschule in Charlottenburg besuchte. Sie selbst sei zunächst froh über die neue Lehrerin gewesen, die den Eindruck vermittelt habe, den Kindern wirklich etwas beibringen zu wollen. „Ich ging zu einer Versammlung extra hin, um Frau Sarrazin gegen die aufgebrachten Eltern zu verteidigen“, sagt die Mutter. Allerdings habe sie feststellen müssen, „dass die Frau nicht zu verteidigen war. Sie war respektlos und mitunter richtig erbarmungslos.“ Allgemein habe es Erleichterung darüber gegeben, dass die Lehrerin 2002 an die Reinhold-OttoSchule gewechselt sei, nachdem der Vorfall mit der Blockflöte und andere Streitigkeiten das Fass zum Überlaufen gebracht hätten. Der betreffende Schüler ist heute 22 Jahre alt. Sein Vater bestätigt den Vorfall: „Frau Sarrazin hat ihm mit der Blockflöte auf den Kopf gehauen.“

Ursula Sarrazin bestreitet das. „Die von Ihnen genannten wüsten Vorwürfe sind vollständig aus der Luft gegriffen“, sagte sie gestern. Sie habe niemanden mit der Blockflöte geschlagen, die ihr im Übrigen „viel zu schade“ für derartige Übergriffe sei. Sie gibt zu, dass sie die Schule verlassen habe – allerdings auf eigenen Wunsch: „Man arbeitet nicht gern an einer Schule, wo es Unstimmigkeiten gibt.“ In einem Gespräch zwischen ihr, der Schulleiterin und der Schulrätin habe die Rektorin „sehr, sehr blass ausgesehen. Ich war diejenige, die glänzend dastand.“

Sarrazin war von 1999 bis Sommer 2002 an der Reinfelder Schule. „Erst als mein Mann im Januar 2002 Finanzsenator wurde, wurden mir Schwierigkeiten gemacht.“ Die Eltern bezeichnen diesen Zusammenhang als „völligen Blödsinn“. Die Probleme hätten schon viel früher angefangen. Sarrazin hat auch an ihrer jetzigen Schule massive Probleme mit Eltern, Lehrern und dem Schulleiter. Zweimal schon wurde versucht, sie zu versetzen. Für das Ehepaar Sarrazin steht fest, dass die Lehrerin wegen des Buches ihres Mannes „Deutschland schafft sich ab“ „in Sippenhaft genommen“ werde. Die jüngsten Vorwürfe waren von einem türkischstämmigen Vater ausgegangen.

Im Hinblick auf frühere Erfahrungen in Köln, Bonn und Mainz teilte Ursula Sarrazin teilte mit, dass dort „menschlich und leistungsmäßig andere Standards“ herrschten, als sie sie in Berlin kennengelernt habe. Susanne Vieth-Entus

Autor

161 Kommentare

Neuester Kommentar