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Protest gegen Asylpolitik : Schulstreik: 2.500 Demonstranten am Roten Rathaus

Am Neptunbrunnen ging es los: Rund 2.500 Schüler und Studierende streiken und ziehen Richtung Reichstag - gegen die Asylpolitik. Die Polizei ist mit 350 Beamten vor Ort.

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Um 12 Uhr startete der Demonstrationszug aus Schülern und Studierenden am Neptunbrunnen.
Um 12 Uhr startete der Demonstrationszug aus Schülern und Studierenden am Neptunbrunnen.Foto: dpa

Die jungen Leute halten Plakate in die Luft mit Botschaften wie "Refugees welcome" und "Kein Mensch ist illegal" und bilden Sprechchöre: "Say it loud, say it clear. Refugees are welcome here." 2.500 junge Menschen hat die Polizei gezählt, die sich am Freitag um 11 Uhr zum "Schulstreik" vor dem Roten Rathaus versammelt haben. Die Veranstalter des Bündnis "Refugee Schul- und Unistreik" sprechen sogar von "bis zu 7.000" Teilnehmern. Die Schüler und Studenten wollen ein Zeichen setzen gegen die aktuelle Asylpolitik.

Schüler sensibilisieren Schüler

Auch der 17-jährige Jan Börger von der Sophie-Scholl-Schule in Schöneberg ist unter den Demonstranten, die gegen 12 Uhr Richtung Reichstag gestartet sind. Er gehört zum Organisationsteam, das im vergangenen Jahr bereits zwei Schulstreiks in Solidarität mit Flüchtlingen organisiert hatte. "Nach einem solchen Streik steigt unter den Schülern auch das Interesse an dem Thema", sagt er. Die Gleichaltrigen für die Probleme von Flüchtlingen zu sensibilisieren, gehöre mit zu den Zielen der Aktion. "Selbst die, die heute einfach nur den Unterricht schwänzen wollen. Was meiner Meinung nach übrigens nicht viele sind."

Gegen verschärfte Asylgesetze

Er sagt weiter: "Wir wollen zeigen, dass es Rassismus in allen Arten gibt. Auf den Straßen, mit Pegida, in den Köpfen und auch im Parlament." Das Schülerbündnis demonstriert unter dem Motto "Unsere Freunde bleiben hier!" auch gegen eine Verschärfung der Asylgesetze. Der Schulstreik sei bereits seit Wochen in Planung, sagt Jan Börger. Die jüngste Flüchtlingskatastrophe ist nun Anlass für die Organisatoren, der Opfer zu gedenken. Es ginge ihnen darum, "ein deutliches Zeichen an die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft zu senden", heißt es auf der Webseite.

Die Route verläuft über Spandauer Straße, Torstraße, Chausseestraße, Invalidenstraße, Friedrichstraße, Unter den Linden, Dorotheenstraße und Scheidemannstraße. Um 15 Uhr soll es vor der EU-Vertretung am Pariser Platz eine Mahnwache geben. Die Polizei ist mit rund 350 Beamten vor Ort. Die BVG rechnet bis zum Abend mit Verkehrbehinderungen im Bus-Netz entlang der Demonstrations-Route.

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