Interview : „Nicolas Cage klingt doch cool, oder?“

Der Hollywoodstar, dessen Film „Ghost Rider – Spirit of Vengeance“ jetzt ins Kino kommt, benannte sich und seinen Sohn nach Comic-Helden. Im Tagesspiegel-Interview erklärt er, wieso.

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Comicfan seit Kindertagen: Nicolas Cage in einer Szene aus dem letzten Ghost-Rider-Film.Alle Bilder anzeigen
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22.02.2012 17:28Comicfan seit Kindertagen: Nicolas Cage in einer Szene aus dem letzten Ghost-Rider-Film.

Tagesspiegel: Mister Cage, wir haben Ihnen hier etwas mitgebracht.

Cage: Wow, ein Nachdruck der ersten Ausgabe von „Action Comics“.

Das erste Superman-Heft der Geschichte …

Der heilige Gral der Comicwelt.

Sie sind einer der wenigen Menschen, die in der jüngeren Vergangenheit eine der seltenen Originalausgaben dieses Heftes aus dem Jahr 1938 besessen haben.

Erinnern Sie mich nicht daran!

Sie verziehen das Gesicht.

Das ruft sehr schmerzhafte Erinnerungen wach, weil es mir gestohlen wurde, ebenso wie eine Originalausgabe von „Detective Comics“ Nummer 27, der erste Auftritt von Batman, sowie viele andere seltene Comics.

Aber ist der Einbruch nicht inzwischen zehn Jahre her?

Ja, aber das war so verstörend, dass es mich bis heute beschäftigt. Danach verkaufte ich einen Großteil meiner Comicsammlung. Ich wollte solche Werte nicht mehr in meinem Haus haben.

Wie fühlte es sich an, so ein Heft wie dieses als Original in den Händen zu haben?

Großartig. Es war das erste Mal, dass das Konzept eines bunten Superhelden auf diese Weise umgesetzt wurde. Zwei bis dahin unbekannte junge Männer erfanden diese Figur des Übermenschen und veränderten damit die Welt. Ohne dieses Heft wäre die Welt eine andere.

Inwiefern?

Es ist der Ausgangspunkt einer modernen Mythologie, an der die Menschen bis heute rund um die Welt festhalten. Schauen Sie sich an, was in den vergangenen Jahren im Kino passiert ist: All die wunderbaren Geschichten um Batman, Superman oder Spider-Man, die vor Jahrzehnten geschaffen wurden, sind in den vergangenen Jahren auf die Leinwand gebracht worden, weil man die Technologie entwickelt hatte, um die Fantasien von damals visuell ansprechend umzusetzen. Das Ergebnis sind einige der besten Unterhaltungsfilme der Gegenwart. Und dieses Heft hier vor uns auf dem Tisch war der Anfang von all dem.

Viele Comicsammler schweißen ja ihre wertvollen Hefte in Plastik ein und lesen sie nie, damit sie ihren Wert nicht verlieren. Haben Sie das auch so gemacht?

Nein, ich habe sie gelesen. Und es war wunderbar. Es geht nichts über die Erfahrung, ein altes Comicheft zu lesen. Du fühlst jede Faser des Papiers, du riechst es, du siehst die Farben. Das bringt dich zurück in jene fernen Zeiten. So ein Heft hat für mich eine magische Aura.

Woher kommt diese Wirkung von Comics?

Es ist ein Medium, das sich intuitiv erschließt. Ich habe meine ersten Comics verschlungen, als ich noch gar nicht lesen konnte. Ich habe mit ihnen Lesen gelernt. In dem Alter ist man sehr empfänglich für die Reize des Mediums – und wenn man Glück hat, bewahrt man sich die Faszination bis ins Alter. Es ist das Kind in mir, das sich angesprochen fühlt, wenn ich heute ein Comicheft in die Hand nehme.

Premiere: In diesem Heft hatte Superman 1938 seinen ersten Auftritt.
Premiere: In diesem Heft hatte Superman 1938 seinen ersten Auftritt.Foto: Promo

Vor einigen Wochen wurde eine fast perfekte Ausgabe von „Action Comics“ Nummer eins bei einer Auktion für 2,1 Millionen Dollar verkauft – der höchste Preis, der je für ein Comicheft bezahlt wurde. Es soll sich um das einst bei Ihnen gestohlene Heft handeln, das auf mysteriöse Wiese wieder bei Ihnen gelandet sein soll. Stimmt das?

Das ist eine der Geschichten, die am besten ein Rätsel bleiben.

Es hieß, ein Unbekannter habe den Inhalt eines Schließfaches ersteigert, in dem sich dann Ihr Superman-Heft befand, welches er anschließend versteigerte. Andere Quellen behaupten, das Heft sei Ihnen nach seinem Wiederauffinden zurückgegeben worden und Sie hätten es dann versteigert …

Nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich mag das Mysterium, das diese Geschichte umgibt. So soll es auch bleiben.

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