
Nach fast 20 Jahren Berufsverbot gewann Regisseur Panahi mit „Ein einfacher Unfall“ in Cannes. Sein Film ist eine wütende Abrechnung mit dem Regime seines Heimatlandes. Eine Begegnung in Berlin.

Andreas Busche ist seit 2017 in der Kultur-Redaktion des Tagesspiegel und schreibt hauptsächlich über das Kino, Filmpolitik, Serien, Popmusik und gesellschaftspolitische Themen. Vor dem Tagesspiegel hat er fast 20 Jahre als freier Journalist in Berlin und als Filmrestaurator in Amsterdam gearbeitet. 2015 gewann er den Siegfried-Kracauer-Preis der Filmkritik.

Nach fast 20 Jahren Berufsverbot gewann Regisseur Panahi mit „Ein einfacher Unfall“ in Cannes. Sein Film ist eine wütende Abrechnung mit dem Regime seines Heimatlandes. Eine Begegnung in Berlin.

Ein Franzose tötet einen Araber und zeigt keine Reue. „Der Fremde“ gilt wegen seiner kolonialen Perspektive heute als schwer verfilmbar. François Ozon hat sich dennoch an den Klassiker gewagt.

Brigitte Bardot posierte als Model für die französische Nationalheilige, sie schrieb Kinogeschichte und unterstützte später Frankreichs Rechte. Würdigung einer umstrittenen Ikone.

Leonardo DiCaprio als verpeilter Revoluzzer, ein surrealer Wüstenrave, ein Goldener Bär aus Norwegen und ein deutsches Jahrhundertdrama mit Oscar-Chancen. Die Kultur-Redaktion hat ihre Lieblingsfilme 2025 ausgewählt.

„Sorry Baby“, das zarte, unglaublich komische Regiedebüt von Eva Victor, handelt von sexualisierter Gewalt und deren Folgen. Nur eines will der Film nicht sein: eine Opfergeschichte.

Der Kulturkampf gegen das liberale Establishment in den USA geht weiter. Aber die Umbenennung des nationalen Kulturzentrums in Trump-Kennedy Center ist bloß ein Ablenkungsmanöver.

Rosa von Praunheim benutzte das Wort „schwul“ mit Stolz, als es in der BRD noch verpönt war. Der Filmemacher stieß die Mehrheitsgesellschaft gern vor den Kopf. Dafür kann man ihm nicht genug danken.

Drei Jahre mussten die Fans auf „Avatar: Fire and Ash“ warten. Camerons Trilogie sucht in der Filmgeschichte ihresgleichen. Aber kann sie auch das Kino retten?

Stellan Skarsgård spielt im preisgekrönten Kinofilm „Sentimental Value“ einen Filmemacher, der nach Jahren wieder Kontakt zu seiner Tochter sucht. Ein komisches Drama über die therapeutische Wirkung der Kunst.

Prekär Beschäftigte, Migranten und ein Dichterfürst. Die Komödie „Sehnsucht in Sangerhausen“ zeichnet ein liebevoll-ironisches Porträt der ostdeutschen Gegenwart. Aber tief drinnen rumort es.

Drei Jahre mussten „Stranger Things“-Fans auf die letzte Staffel warten, jetzt sind die ersten Folgen zu sehen. Netflix zelebriert das große Finale. Was aber bleibt von dem Pop-Phänomen?

Eigentlich hatte Daniel Day-Lewis seinen Ruhestand angekündigt. Aber für das Regiedebüt seines Sohnes Ronan kehrt er vor die Kamera zurück. Passenderweise handelt „Anemone“ von einem Vater-Sohn-Konflikt.

Udo Kier machte keinen Unterschied zwischen Trashkino, Filmkunst und Blockbuster. Die Würdigung des unwahrscheinlichsten Weltstars, den der deutsche Film hervorgebracht hat.

Der Spitzenverband der deutschen Filmwirtschaft legt eine Studie zur eigenen NS-Verstrickung vor und erkennt Auszeichnungen für Leni Riefenstahl und Heinz Rühmann ab. Aber warum erst jetzt?

Geschichte erzählen, um die Gegenwart zu verstehen. Cherien Dabis erzählt in ihrem bewegenden Familienepos „Im Schatten des Orangenbaums“ über drei Generationen vom Israel-Palästina-Konflikt.

Eine Western-Satire auf die Coronajahre. „Eddington“ von Ari Aster beschreibt ein Amerika, in dem der öffentliche Diskurs mit Waffen und Handys geführt wird. Kann man darüber schon lachen?

Der Regisseur Hark Bohm war das sozialdemokratische, gute Gewissen des deutschen Films. Seine Lebensgeschichte „Amrum“ ist gerade noch im Kino zu sehen. Nun ist er mit 86 Jahren gestorben.

„Die My Love“ ist ein Horrorfilm über postpartale Depressionen. Oder doch über die Zumutungen für eine junge Frau in unserer Gesellschaft? Egal, Jennifer Lawrence reißt den Film mit umwerfender Wucht an sich.

Der israelische Regisseur wollte nie wieder einen Film über sein Land machen. Dann kam der 7. Oktober 2023. Ein Gespräch über die Strände von Tel Aviv, Bomben auf Gaza und seine Verantwortung als Künstler.

Nachbeben der Bolsonaro-Jahre. Das politische Kino Brasiliens zeigt sich gerade so kraftvoll wie lange nicht mehr. Der zweifache Cannes-Gewinner „The Secret Agent“ ist ein erzählerisches Wunderwerk.

Eine US-Vorzeigefamilie zerbricht unter dem Einfluss einer wachsenden totalitären Bewegung. Jan Komasas politische Dystopie „The Change“ klingt vertraut. Aber kann sie mit der Wirklichkeit mithalten?

„Es: Welcome to Derry“ erzählt die Vorgeschichte von Stephen Kings Roman. Aber ist die Frage, woher das Böse kommt, nicht viel komplizierter? Regisseur Andrés Muschietti findet trotzdem surreale Angstbilder.

Duell der Wahnsysteme: Emma Stone spielt in „Bugonia“ eine skrupellose Konzernchefin, die von einem durchgeknallten Aluhut-Träger entführt wird. Oder ist sie doch eine Außerirdische?

Zwei Jahre haben Juan Moreno und Sinan Sevinç den besten deutschen Rapper nach seinem Absturz begleitet. Mit einer Hagiografie hat ihr filmisches Porträt nichts zu tun. Es ist das Dokument einer menschlichen Tragödie.
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