
Viele Wahlen, viele Herausforderungen. Parteien müssen liefern, bei Arbeit, Bildung, Klima, Wohnen, Sicherheit. Einfach wird es nicht, für uns alle nicht. Aber wer sagt, dass wir es nicht schaffen können?

Stephan-Andreas Casdorff schreibt seit 1999 für den Tagesspiegel und leitete von 2004 bis 2018 gemeinsam mit Lorenz Maroldt als Chefredakteur die Redaktion. Von September 2018 bis Ende 2024 war er Herausgeber, seit 2025 ist er Editor-at-Large. Er kommentiert das politische Geschehen, sowohl im Tagesspiegel als auch in Funk und Fernsehen und bei vielfältigen Veranstaltungen.

Viele Wahlen, viele Herausforderungen. Parteien müssen liefern, bei Arbeit, Bildung, Klima, Wohnen, Sicherheit. Einfach wird es nicht, für uns alle nicht. Aber wer sagt, dass wir es nicht schaffen können?

Zuversicht brauchen wir. Mehr denn je. Sie ist nicht blinder Optimismus, sondern entsteht, wo wir Realitätssinn und Hoffnung in eine Balance bringen. Wie uns selbst. Jetzt ist Zeit dafür.

Die Rentenkommission hat eine große Chance, dafür zu sorgen, dass ärmere Rentner von ihren Vorschlägen profitieren. Immerhin ist unsere Gesellschaft eine Solidargemeinschaft. Nicht nur zur Weihnachtszeit.

Nicht das Geld fehlt. Die Sonderschulden sind astronomisch, der Etat ist gigantisch. Das Land leidet vielmehr an strukturellen Schwächen. Die muss die Regierung schnell beheben – ehe es für sie zu spät ist.

Juden, überall auf der Welt, dürfen nicht auf sich selbst zurückgeworfen sein. Deutschland ist in der Pflicht: Der Kampf gegen Antisemitismus muss endlich ins Grundgesetz aufgenommen werden.

Reformen, Reformen, und dann mal richtig sparen – wer ein großer Kanzler werden will, muss sich viel vornehmen. Sonst wird ihm nicht nur Angela Merkel gefährlich.

In all den Debatten jetzt fehlt eine Partei im demokratischen Spektrum, die die Regierung zur Selbstprüfung herausfordert. Das könnte die FDP sein. Aber dafür muss sie ihre Marktlücke erkennen.

Die USA sehen den alten Kontinent im Niedergang, wollen raus aus ihren Sicherheitsverpflichtungen. Da müssen die Europäer mit Entschiedenheit antworten. Wer das in Deutschland schon tut? Die CSU.

Die Folgen des alten, brutalen Regimes sind noch überall zu sehen. Das verwüstete Land benötigt viel Unterstützung. So wie auch die Syrer, die zurückkehren wollen. Zwang hilft da nicht.

Die Bedrohungslage ist ernst, die Antwort der Koalition ist entschlossen. Und richtig. Für zukünftige Sicherheit in Europa braucht es mehr Soldaten. Die Grundlage ist gelegt.

Dialogische Beteiligungsformate – zwischen den Wahlen helfen sie der parlamentarischen Demokratie. Fand zum Beispiel Wolfgang Schäuble. Es wäre gut, wenn sich seine Nachfolgerin daran erinnern würde.

Den ehemaligen Helfern der Deutschen am Hindukusch wurde versprochen, dass sie nach Deutschland kommen dürfen. Pakistan beginnt bereits, sie abzuschieben – nach Afghanistan. Das geht doch nicht.

Einer muss doch über die sachgerechte Verwendung der riesigen Sonderschulden wachen. Schon gar die, die sie mit erfunden haben: die Grünen. Das ist auch eine Chance.

Seine ersten Auslandsreisen – in die Türkei und den Libanon – und ein neuer Weihbischof in Deutschland: Da offenbart sich ein Credo. In eine neue Richtung zudem.

Der Familienunternehmerverband will mit AfD-Fachpolitikern ins Gespräch kommen. Und was ist da mit der Brandmauer? Die Regierung muss darauf reagieren, damit daraus kein Flächenbrand wird.

Manches, was jetzt geschieht, verbucht Olaf Scholz auf seiner Habenseite. Für Friedrich Merz, seinen großen Kritiker von ehedem, ist das nicht angenehm.

Olaf Scholz hatte vor der Wahl mal gesagt, dass Friedrich Merz „Tünkram“ rede, sprich: Unsinn. Auf die Idee kann man kommen, wenn man ihn als Kanzler so hört.

Strukturelle Probleme gibt es auch in der Pflegeversicherung. Mit einem Darlehen will die Bundesregierung Zeit gewinnen. Ob das eine so gute Idee ist?

Es läuft nicht gut für Friedrich Merz und die Koalitionäre. Aber wenn sie endlich gemeinsam regieren, haben sie noch eine Chance. Vielleicht ihre letzte.

Der Kanzler vertraut seinem Sternzeichen: „Ich bin Skorpion. Wenn Sie wissen wollen, wie Skorpione sind, lesen Sie im Horoskop. Das stimmt alles.“ Dieser Einladung folgen wir – mit Vergnügen.

Wo bleiben die Regierenden, die dem Bundespräsidenten zur Seite treten? Immerhin hat er Extremismus-Alarm geschlagen – und das mit Recht. Die nächste Wahl steht vor der Tür.

Ein Geburtstag, sein Geburtstag: Zeit zum Innehalten? Auch, aber nicht nur. Die Aufgaben ruhen ja nicht. Und darum hier, was uns bewegt zum Siebzigsten des Bundeskanzlers.

Frank-Walter Steinmeier fordert in seiner Rede zum 9. November, dass die Politik handelt. Jetzt. Und dass sich die Parteien nicht gegenseitig lähmen bei der Aufgabe, den Vormarsch der AfD zu stoppen.

Nach einer Mahnung von Alt-Bundespräsident Gauck melden sich mehrere Spitzenpolitiker zu Wort. Darunter Linken-Chef van Aken, der Kritik am Alt-Bundespräsidenten übt.
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