Potsdams Finanzbeigeordneter erklärt, die Stadt hätte bei dem monierten Geschäft keinen höheren Kaufpreis erzielen können. Die Anwohner erhalten nun doch ihr Vorkaufsrecht.
Sabine Schicketanz

Potsdams Stadtverordnete sehen politische Vorgaben missachtet. CDU wirft Exner schlechten Stil vor

Stadt legt überarbeiteten Bebauungsplan für Griebnitzsee-Ufer vor / 560 Einwendungen von Bürgern
Ein neuer Bebauungsplan für den umstrittenen Uferweg soll Anrainer besänftigen, nachdem die ursprüngliche Planung der Stadt Potsdamer die Rechte der Privateigentümer missachtet hatte.
Für alle, die aus München zuziehen, ist Wohnen in Potsdam noch immer ziemlich billig. Doch wer nicht gerade als Sehrgut-Verdiener aus der bayrischen Metropole kommt, der muss bei Potsdamer Mieten, Haus- und Grundstückspreisen ordentlich schlucken.
Die Regeln, die Potsdams Sozialdemokraten und ihre Rathauskooperation jetzt für die Aufsichtsräte der Stadtkonzerne aufstellen wollen, sind gut, wichtig und überfällig. Sie können in einer komplexen Sachlage hilfreich sein: Da gibt es Unternehmen, die gehören der Stadt, müssen sich aber am Markt behaupten.
Märchenhafte Zustände sind dies in Potsdam: Kaum ist das Geld aus, kommt ein solventer Herr daher und befreit Stadt und Land aus unangenehmen Situationen. Jede Rettung in letzter Sekunde Hasso Plattner zu überlassen, daran sollte man sich in Potsdam allerdings lieber nicht gewöhnen.
Der zweite Versuch der Stadt, die Biosphäre loszuwerden, feiert bald einjähriges Bestehen. Im Dezember 2010 hatte das Rathaus die erneute Ausschreibung der Tropenhalle begonnen.
Konsequenz aus Filzvorwürfen gezogen
Die Entscheidungen von Oberbürgermeister Jann Jakobs zu den Strukturen der kommunalen Unternehmen sind richtig. Und überfällig.
Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) gibt seine Aufsichtsratsvorsitze bei den Stadt-Konzernen ab.
Bürger warnen vor Gewerbegürtel. Entwickler Aldinger sieht Entgegenkommen

Jakobs: Aktion am Griebnitzsee wird nicht unbeantwortet bleiben. Konsequenzen werden noch geprüft
Potsdam will einige seiner Bürger enteignen. Jene, die am Ufer des Groß Glienicker Sees Grundstücke besitzen, sollen gezwungen werden, der Öffentlichkeit Raum am Seeufer einzuräumen – per öffentlichem Uferweg auf dem ehemaligen Mauerstreifen.

Die Besitzer von 26 Grundstücken am Groß Glienicker See sollen enteignet werden. Das beschloss das Potsdamer Stadtparlament am Mittwochabend mit großer Mehrheit. Damit könnte der geplante Weg am Wasser endgültig durchgesetzt werden.
Der Streit um den ehemaligen Kolonneweg der DDR-Grenztruppen am Griebnitzsee droht erneut zu eskalieren. Anrainer an der Virchowstraße lassen derzeit die Betonplatten und den Asphalt beseitigen.
Was haben Schulsozialarbeiter, Straßenreinigung und Parkgebühren gemeinsam? Alle neuen Konzepte, die Potsdams Verwaltung der Stadtpolitik dazu präsentiert, stoßen nicht auf Wohlgefallen.

Laut jüngstem Bericht der TLG Immobilien hat die Landeshauptstadt Spitzenwerte bei Preisen für Häuser, Baugrund und Mieten. Der Grund dafür: seit 1999 ist die Einwohnerzahl um mehr als 20 Prozent gewachsen.

Die Stadt Potsdam will für den Uferweg am Groß Glienicker See Tatsachen schaffen und Enteignung von Privateigentümern beantragen. 6,7 Millionen Euro hat sie dafür eingeplant.
Start im November in Groß Glienicke / Wegebau und Verfahren kosten 6,7 Millionen Euro
Das Dilemma ist nicht neu: Die Zahl der „Normal“-Potsdamer, die es sich leisten können, in ihrer Freizeit viele Stunden ehrenamtlich als Stadtverordnete Kommunalpolitik zu machen, ist verschwindend gering. Und sie droht angesichts steigender Anforderungen im Beruf und dem sowieso vorhandenen und ebenfalls wachsendem Desinteresse für (Kommunal)Politik noch kleiner zu werden.
Der Stadtverordneten-Chef soll sein Amt parteipolitisch missbraucht haben. Schüler weist die Vorwürfe zurück.
Immobilienaffäre: Semmelhaack durfte ohne Auflage kaufen, Jauch wurde zu Sanierung verpflichtet
Unternehmer Theodor Semmelhaack reagiert mit Unverständnis auf die Anschuldigungen des Moderators Günther Jauch, wonach die Stadt Potsdam ihn bei der Privatisierung von Immobilien bevorzugt habe.