• 48 Verkehrstote seit Jahresbeginn : Fußgänger und Fahrradfahrer bei Unfällen in Berlin gestorben
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48 Verkehrstote seit Jahresbeginn : Fußgänger und Fahrradfahrer bei Unfällen in Berlin gestorben

Ein Fußgänger wurde auf die Gegenfahrbahn geschleudert und überfahren. Ein Radfahrer wurde von einem LKW beim Linksabbiegen gerammt und tödlich verletzt.

(Symbolbild)
(Symbolbild)Foto: Archiv

Die katastrophale Entwicklung der Verkehrssicherheit in Berlin setzt sich fort: Am Freitag starben zwei weitere Menschen auf den Straßen der Hauptstadt. Damit sind seit Jahresbeginn bereits 48 Menschen tödlich verunglückt – mehr als in den drei Jahren davor jeweils.

Ein tödlicher Unfall geschah am Freitagvormittag in der Siegfriedstraße in Lichtenberg. Dort soll ein 83-jähriger Radfahrer auf gerader Strecke etwa in Höhe des BVG-Betriebshofs nach links abgebogen sein. Ein nachfolgender Lastwagen, dessen Fahrer nach eigener Aussage noch auszuweichen versuchte und nicht rechtzeitig bremsen konnte, rammte den Senior, der dadurch auf die Fahrbahn geschleudert und schwer am Kopf verletzt wurde. Er starb in der Nacht zu Sonnabend im Krankenhaus.

Laut Polizei sagte der 52-jährige Lkw-Fahrer aus, dass der Radfahrer abgebogen sei, ohne Handzeichen zu geben. Aussagen unbeteiligter Unfallzeugen gebe es bisher nicht, hieß es auf Nachfrage. Ein Sachverständiger sei hinzugezogen worden; möglicherweise folge noch ein öffentlicher Zeugenaufruf.

Am Sonntag findet eine Mahnwache – die letzte ist dann erst zwei Tage her – für den getöteten Radfahrer statt. Um 16 Uhr wollen sich Trauernde in der Siegfriedstraße nahe der Bornitzstraße in Lichtenberg versammeln.

Ein weiterer tödlicher Unfall geschah am Freitagnachmittag in der Goltzstraße im Spandauer Ortsteil Hakenfelde – in einer Tempo-30-Zone. Laut Polizei betrat ein 50-Jähriger gegen 17.30 Uhr die Fahrbahn, wo er vom VW Up eines 88-Jährigen gerammt wurde.

Durch die Kollision wurde der Fußgänger in den Gegenverkehr geschleudert, wo ihn der VW Golf eines 51-Jährigen überrollte. Auch in diesem Fall zog die Polizei einen Gutachter hinzu. Um das Unfallgeschehen zu rekonstruieren, wurden zusätzlich die beteiligten Autos sichergestellt. Nach Auskunft des Präsidiums kann diese Maßnahme auch veranlasst werden, wenn keine Hinweise auf technische Mängel vorliegen.

Fußgänger bei grüner Ampel angefahren

Bei einem weiteren Unfall am Freitagnachmittag wurden in Hohenschönhausen drei Menschen verletzt, davon zwei Kinder. Laut Polizei war gegen 15.30 Uhr eine 72-Jährige mit ihrem VW Golf auf der Konrad-Wolf-Straße unterwegs und missachtete eine für sie rote Fußgängerampel vor einem Supermarkt. Die Frau gab gegenüber der Polizei an, dass sie wegen der tiefstehenden Sonne schlechte Sicht gehabt habe. Zeugen bestätigten, dass die Fußgänger die Fahrbahn bei Grün überquert hätten.

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Ein fünfjähriges Mädchen wurde leicht verletzt und von Rettungskräften am Unfallort behandelt. Ein zweijähriges Mädchen, das ebenfalls angefahren worden war, wurde mit ebenfalls leichten Verletzungen im Krankenhaus ambulant behandelt.

Ein 33-Jähriger wurde laut Polizei bei dem Unfall so schwer am Arm verletzt, dass er stationär im Krankenhaus aufgenommen wurde. Ein Alkoholtest bei der Autofahrerin habe 0,0 Promille ergeben.

Von den bisher 48 Verkehrstoten in Berlin seit Jahresbeginn waren 17 zu Fuß unterwegs, 16 per Fahrrad und neun auf motorisierten Zweirädern. Zwei tödlich Verunglückte saßen in Autos, zwei weitere in anderen Fahrzeugen. 18 der Opfer waren laut Polizei Senioren, also mindestens 65 Jahre alt.

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