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    Nachbarschaft

    Holger Thießen, 53, Leiter der Martin-Buber-Oberschule. Blicken wir heute ins Falkenhagener Feld. Dort steht die MBO, eine integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe. Die Schule darf sich 2018 selbst feiern – es steht das 50-jährige Jubiläum an. Gründungsdatum: 7.12.1968.

    Herr Thießen, wie feiern Sie denn so?  „Lerngruppen unserer Schule gehen im gesamten Jahr an 50 Plätze der Öffentlichkeit und leisten etwas für die Allgemeinheit. Sie lesen in Kindergärten, begrünen unschöne Stellen, führen naturwissenschaftliche Experimente mit Grundschulkindern durch, singen in Seniorenheimen und helfen bei der Gartenarbeit. Wir nennen die Aktion ’50 Jahre MBO – MBO an 50 Orten‘.“

    Und weiter? „Im Sommer steht das Schulfest mit Musik und Festakt an. Bei der ‚Fête de la Musique‘ am 21. Juni wollen wir eine Bühne vor der Ellipse am Rathaus aufbauen. Es werden Bands unserer Schule auftreten, auch Ehemalige wollen wir dafür gewinnen. Musik spielt ja an der MBO eine erhebliche Rolle – und mit diesem Konzert möchten wir die Spandauer dazu einladen, mit uns zu feiern.“

    Beschreiben Sie mal Ihr Spandau. „Spandau wird unterschätzt – leider auch manchmal von den Spandauern. Wenn man in Spandau wohnt, ist man schnell in der Natur. Wer mit dem Fahrrad an der Havel entlang nach Kladow oder Henningsdorf gefahren ist, weiß, wovon ich spreche. Aber man ist eben auch schnell in der Innenstadt, mit der Bahn dauert das keine 20 Minuten. Was ich mag, ist die Unverbrauchtheit. Spandau ist nicht so satt wie andere Szenebezirke. Wer im letzten Jahr das Wilhelmstadtfest besucht hat, wird dort eine sehr ausgelassene Stimmung erlebt haben und eine sehr schöne Bereitschaft, ein wirklich gemeinsames Fest zu feiern. Und als Film-Liebhaber gebe ich sehr gern den Tipp, sich das Programm des kleinen, ambitionierten Kinos im Kulturhaus Spandau anzusehen: Hier werden Filme gezeigt, die weniger am Mainstream als an filmischer Qualität orientiert sind.“

    Sie wollen auch mal? Was gefällt Ihnen in Spandau? Was sollte besser werden? Mail mit Foto an spandau@tagesspiegel.de

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von André Görke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Spandau,

bevor wir das Blaulicht der Polizei anschalten (heute stellen wir exklusiv mit Peter Trapp, CDU, Spandaus Kriminalstatistik vor), suchen wir den  … tast, ploing, autsch! … Lichtschalter in Spandaus berühmtester Sporthalle.

„Wir fühlen uns verschaukelt.“ Nachdem in der Turnhalle am Ritterfeld (Kladow) erst wochenlang die Heizung zickte („9-13 Grad“), dann ein Feuerchen dazu kam, die Kinder schließlich mit schwarzen Füßen (Ruß) nach Hause kamen, war jetzt auch noch der Lichtschalter tagelang kaputt. „Kein Scherz“, schrieb uns genervt Manuela Stein, Chefin der Sportfreunde Kladow (2500 Mitglieder) und wendete sich mit einem offenen Brief an Bezirkschef Helmut Kleebank, SPD. „Wir sind sprachlos und fühlen uns verschaukelt.“ Normalerweise trainieren dort 600 Sportler des Vereins. „Unsere Nerven liegen blank.“ Immerhin, heute Morgen machte es endlich „Pling!“ – und die Lampen flackerten auf. Na, dann bis zur nächsten Baustellen-Posse.

Brandschutz, Lichtschalter, Dauerärger? Da haben wir noch was Passendes: Helmut Kleebank trifft am Freitag einen Kenner kniffliger Baustellenmaterie: BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup. Der kommt zum „Prominentenessen“ der Kladower SPD in den Golfclub Gatow. Es gibt Eisbein mit Erbspüree („14 Euro“). Leichte Kost. Und wir tasten uns jetzt mal durch die Spandauer Helligkeit.

André Görke ist stellvertretender Berlin-Chef beim Tagesspiegel und groß geworden in Spandau. Tipps, Termine, Kritik: spandau@tagesspiegel.de

Der Tipp von André Görke für Sie

Am Sonntag ist uns der Florida-Eis-Becher aus der Hand gefallen: Im Fernsehen lief der „Tatort“ in der ARD, als die Kamera plötzlich auf ein Häuschen in Spandau schwenkte (siehe „Kiezkamera“). Das ist der Burger-Laden „Cruise-In Diner“, gelegen im Industriegebiet nahe dem Brunsbütteler Damm. „Das American Diner ist keine ehemalige Tankstelle“, schreibt Inhaber Andreas Falkenhain. „Es ist ein 1964/65 vom Architekten Norman Köser im Auftrag der Firma „Berlin-Keramik“ entworfener Verkaufspavillon.“

Seit über 20 Jahren werden dort Burger gestapelt, Milchshakes gerührt und Chili, Sandwiches und Zwiebel-Ringe serviert. Logo: Waren wir auch schon mal drin, sind in knautschigen Sitzbänken versunken und haben an der Kirsch-Cola von Dr. Pepper genippt (puuh). Neugierig: Päwesiner Weg 25a. Montag bis Freitag ab 15 Uhr, am Wochenende ab 12 Uhr. – Info: Burger-Seite