• waseer

    Nachbarschaft

    Jutta Füssel, 47, vom Kanusport-Verein „Havelbrüder“ auf der Insel Eiswerder. Sie ist aufgewachsen in Siemensstadt, lebt heute in Gatow. Ihren Klub gibt es seit den 20er Jahren. Info: www.ksvh.de

    Ihre Leidenschaft? „Kanusport! Unser Verein hat seinen Sitz auf der Insel Eiswerder, das ist immer wie Urlaub dort. Sie fahren über die Brücke, rollen an den Filmstudios und der alten Schule vorbei, biegen bei der Künstlerwerkstatt ab, dann hinein durchs Gartentor, hinein in die Wildnis: Am Ufer stehen unsere Boote, sogar einen Sandstrand haben wir, aufgeschüttet für die Kinder. Wir haben feste Turngeräte für die Sportler an der frischen Luft, wie in Amerika. Der Verein hat 100 Mitglieder, darunter 60 junge Leute, und viele erfolgreiche, die sogar an Weltmeisterschaften teilnehmen! Wer neugierig ist, soll ruhig mal mit seinen Kindern zu uns kommen. Bis zu den Herbstferien ist bei uns oft was los. Ich bin zweifache Mutter, meine Kinder sind selbst im Verein.“

    Und was ärgert sie? „Unser Vereinsgelände ist rustikal, bietet keinen Luxus – das hat Charme. Aber wir haben kein fließendes Wasser. Wer duschen will, macht das zuhause. Die Politik hat schon nachgehakt, Kai Wegner und Swen Schulz waren beide da, aber unser Vermieter ist die Bima. Naja. Vielleicht finden wir einen Sponsor. Ob Duschcontainer oder Rettungsweste – wir freuen uns über jede Hilfe.“

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von André Görke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Spandau,

hier kommt die volle Ladung Spandau – mit Wutausbrüchen, Leserideen und Baustellen. Beginnen wollen wir aber mit: Liebe. Spandau hat die „Liebesinsel“ in der Havel, Spandau hat die Liebesbrücke am Kolk – am Geländer des Möllentorstegs klemmen etliche Liebesschlösser (Fotobeweis). Spandau hat allerdings keine Lust auf Hochzeiten am Wochenende – was in 10 anderen Bezirken klappt. Stadtrat Stephan Machulik, SPD, erteilte der Idee jetzt eine Absage. „Kein Bedarf“, antwortete er auf eine Anfrage von Thorsten Schatz, CDU. „Ein zusätzlicher Tag führt nicht zu mehr Eheschließungen – die Termine werden nur auf einen weiteren Tag verteilt.“ Seine Standesbeamten hätten auch so genug zu tun („Geburtsurkunden, Sterbeurkunden“), da seien Hochzeiten am Sonnabend „keine realistische Möglichkeit“. Verliebte können in Spandau von April bis Oktober im Fürstenzimmer der Zitadelle heiraten oder die „MS Heiterkeit“ mieten („machen jährlich 2-3 Paare“). Klingt alles nach: Stempel druff, Nächster bitte. Übrigens: Letztes Jahr war der September Spitzenreiter mit 92 Hochzeiten.

André Görke ist stellvertretender Ressortchef für Berlin und Brandenburg beim Tagesspiegel, hat nicht in Spandau geheiratet, ist dort aber aufgewachsen. Mail: spandau@tagesspiegel.de

Unser Spandau-Tipp: Glockengeläut für den Frieden

Blick in den herbstlichen Terminkalender: Der letzte Freitag im September ist der „Tag des Butterbrotes“, der letzter Samstag ist der „Internationale Tag des Hasen“ – alles schön und unwichtig. Mal im Ernst: Am Freitag, 21. September, ist der „Internationale Tag des Friedens“, ausgerufen von der UNO. Was hat das mit Spandau zu tun? Von 18 bis 18.15 Uhr werden in ganz Europa die Glocken läuten. Und aus der Zentrale der evangelischen Kirche schreibt uns Andrea Laug: „Es beteiligen sich viele Spandauer Kirchengemeinden am Glockengeläut – auch das Glockenspiel auf dem Marktplatz in der Altstadt wird erklingen.“ Und zum Friedensgebet um 18 Uhr laden außerdem die Dorfkirche Kladow, die Stiftskirche im Johannesstift und die Wichernkirche in Hakenfelde. Denken Sie ruhig in einer ruhigen Minute daran.