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    Nachbarschaft

    Lutz Oberländer, 51, Siemensstadt. Den Mann kennt so mancher Leser noch aus dem Spandau-Newsletter 05/2017 (hier nachzulesen): Damals kam sein Buch „Siemensstadt – Historische Fotografien“ auf den Markt. Ein Jahr später legt der Spandauer nach: mit dem Buch „Zeitreise durch Haselhorst“ (2018, Sutton Archiv, 170 Bilder, 20 Euro). Am 26. April, 19 Uhr, stellt er das Buch in der Stadtteilbibliothek in der Gartenfelder Straße vor. Der Eintritt beträgt 4 Euro (Unkostenbeitrag für die Bibliothek).

    Wie kam’s? „Die Idee zum Buch Haselhorst ist wohl die konsequente Folge des Buches über Siemensstadt. Gartenfeld, Siemensfabriken, Hohenzollernkanal, Kraftwerk Reuter, die Siemensbahn, die Kirchengemeinden – all das und vieles mehr verbindet die beiden Ortsteile.“

    Warum jetzt? „Es sind gewaltige Bauvorhaben in Haselhorst geplant, die das heutige Erscheinungsbild vom Ortsteil im Grünen in wenigen Jahren der Vergangenheit angehören lassen werden. So bleiben uns nur Bilder und Erinnerungen.“

    Wie lief die Bildersuche? „Eine große Hilfe war mir Romy Kopp-Gödecke vom Gemeinwesenverein Haselhorst, die mir zahllose Geschichten und Anekdoten über Haselhorst und seine Bewohner erzählte.“

    Und Ihr Lieblingsplatz in Haselhorst? „Die Gartenfelder Insel, die noch immer verborgene Stellen im Grünen hat, wo man am Wasser in der untergehenden Sonne sitzen kann. Und der alte Schifffahrtskanal, den man wunderbar vom Bahnhof Gartenfeld bis zur Zitadelle mit dem Faltboot erkunden kann.“

    Wir verlosen für Sie, die Leserinnen und Leser des Tagesspiegel-Newsletters für Spandau, 3 x 1 Exemplar des Haselhorst-Buches von Lutz Oberländer. Schicken Sie uns bis Freitag eine Mail mit Adresse an spandau@tagesspiegel.de. Unser Wunsch: Sie suchen uns noch ein schönes Spandau-Bild aus Ihrem Archiv – aus den 70ern, 80ern oder 90ern (die Bilder zeigen wir dann den anderen Lesern). Mehr Berlin-Bücher finden Sie auch im Tagesspiegel Shop.

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von André Görke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Spandau,

an der Polizeiwache in der Moritzstraße hängt eine kleine, unscheinbare Tafel. Sie erinnert an Otto Jordan, Reinhold Höpfner, Willi Jenoch und ihren Kollegen, Herrn Bautz („Vorname nicht bekannt“). Die vier Männer – alle waren Polizisten – saßen im April 1945 im Spandauer Gefängnis ein. Als die Russen in jenen Kriegstagen schon in der Jungfernheide kämpften, entließen die Nazis viele Gefangene – die vier Polizisten aber mussten bleiben. Sie wurden dann am 24. April 1945 in einer Grube erschossen. Ihr Vergehen: Sie waren schwul. Die Homosexuellen in der SPD (Schwusos) legen am heutigen Dienstag, 17 Uhr, deshalb Blumen ab an der Polizeiwache. Denken Sie ruhig einmal daran, wenn Sie an der Tafel vorbeispazieren.

André Görke ist stellvertretender Berlin-Chef beim Tagesspiegel und groß geworden in Spandau. Tipps, Termine, Kritik und Spandau-Bilder: spandau@tagesspiegel.de

Der Tipp von André Görke für Sie

Selten eine so absurde Veranstaltung gesehen wie das „Alphornkonzert“ letztes Jahr auf dem Hahneberg (Staaken). Hunderte Menschen (Fotobeweis) kletterten bei bestem Sonnenschein auf den Gipfel, starrten in knapp 90 Metern Höhe auf grüne Ödnis (Seeburg) oder auf bunte Platte (Heerstraße Nord). Alle waren im Wind herrlich entspannt, ab und zu wackelte ein TXL-Flieger mit den Flügeln, in der Ferne thronten der alte „Herlitz“-Bau und der Rathausturm. Die Menschen genossen den Blick (nur ein Wirtshaus fehlt da oben echt!), als plötzlich …. „MMMMMMMMMMÖÖÖÖP“ …. die Alphörner laut und langsam vor sich hinspielten. Toll! Kurzum: Gehen Sie hin. Tipp: Sonnenbrille, festes Schuhwerk, eine Decke, Taschenlampe und zwei Getränke können nicht schaden. Jetzt steht das Konzert 2018 an – am Sonntag, 29. April, 19 bis 21 Uhr, ist öffentliche Probe oben auf dem Berg. Das eigentliche Konzert findet am 30. April (Walpurgisnacht) statt – mit dem Jodelchor urban yodeling (Ltg. Ingrid Hammer) und Marcus Prieth. „Gemeinsamer Bergaufstieg um 18.30 Uhr an der Wegkreuzung Weinmeisterhornweg- Reimerweg-Hahnebergweg“, teilen die Veranstalter mit. Der Rest trifft sich oben. Und lauscht. – Quelle: Alphornorchester um Ma-Lou Bangerter