• Imker

    Nachbarschaft

    Markus Zuschke, 53, Imker auf der Zitadelle Spandau. Er wohnt seit 1977 in Haselhorst.

    Was gibt’s Neues? „Meinen ‚Zitadellen-Honig‘. Den biete ich ab Juni im Zitadellen-Shop an. Meine Tochter malt das Emblem.“

    Wie schmeckt er? „Kann man nicht steuern – Bienen fliegen drei Kilometer weit. Am Juliusturm stehen vier Kastanien, die wird man schmecken, Ahorn und Robinie ebenfalls.“

    Wie viele? „Zwei meiner Völker sind auf der Zitadelle untergebracht – 25.000 Bienen.“

    Wo? „Wenn Sie vor der Zitadelle stehen: rechts, in der Bastion König. Da wird auch nicht mehr gemäht. Wegen der Kräuter.“

    Die Konzerte? „Bratwürste sind kein Problem – Bienen sind keine Wespen.“

    Wie oft gestochen? „Gerade eben erst am Kinn.“

    Was hilft? „Den Stachel nicht mit zwei Finger rausdrücken, sonst wird das Gift weiter aus der Blase verteilt – besser ist es, den Stachel vorsichtig zur Seite zu schieben.“

    Wie hat’s begonnen? „Ich habe eine Laube in Haselhorst, da gab’s viel Grün, aber keine Bienen. Dann habe ich viel gelesen und bin dem Imkerverein beigetreten – heute habe ich sechs Bienenvölker mit je bis zu 40.000 Bienen.“

    Und wo ist es am besten in Spandau, ohne Bienen? „Bei Mondschein auf der Brücke nach Eiswerder.“

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von André Görke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Spandau,

Kriminelle haben die Krebse gestohlen. „Mindestens zwei meiner zwölf Reusen sind weg“, schrieb uns Klaus Hidde, 63, am Pfingstwochenende. Er ist jener Spandauer Fischer („aus Tiefwerder“), der die Plage im Tiergarten bekämpfen soll. Hidde, wütend: „Und weil sich die Diebstahlserie fortsetzen wird, habe ich beschlossen, alle Reusen zu entfernen.“ Rumms! Eigentlich hatte er Drehtermine mit CNN, ZDF und Starkoch Marco Müller (für den RBB), „doch zur Zeit habe ich keinen einzigen Krebs in der Hälterung“, schimpft Hidde. Eine Ausnahme aber macht er: „Für Krebse bei Olaf Pelz werde ich am Dienstag sorgen.“

Dienstag ist nämlich Spandau-Newsletter-Zeit. Und wer dieser Olaf Pelz ist, verraten wir Ihnen heute weiter unten in unseren Tipps.

Viel Spaß beim Lesen.

André Görke ist stellvertretender Berlin-Chef beim Tagesspiegel und groß geworden in Spandau. Tipps, Termine, Kritik: spandau@tagesspiegel.de

Der Tipp von André Görke für Sie

Der Tipp des Fischers. Kommen wir nun zurück zu Klaus Hidde, 63. Der urige Fischer aus Tiefwerder fängt mit seinem Sohn die Krebse im Tiergarten (wenn sie ihm das Equipment nicht gerade klauen, siehe Newsletter-Intro). Hidde hatte uns neulich im Spandau-Newsletter erzählt, dass es die Krebse bei „Fisch Frank“ in der Altstadt geben wird.

Besuch in der Altstadt. „Berliner Tiergarten Krebse“, steht groß auf der Kreidetafel vor dem Fischladen. „6 Stück – 9,90 Euro, mit Baguette, selbst gemachter Majo und Salat mit Himbeerdressing“. Wir so: „Ding, Dong, wer ist Frank?“ Und der braun gebrannte Mann hinterm Tresen so: „Ich!“. Allerdings heißt er gar nicht Frank, sondern Olaf, konkret: Olaf Pelz, 54. „Mein Cousin hieß Frank, mit ihm habe ich das Restaurant gegründet“, erzählt uns Pelz. Leider sei der gestorben, aber der Name Fisch-Frank blieb – „klingt besser als Fisch-Olaf“. Pelz wohnt in Staaken („mein Dorf“), stammt aber aus Flensburg. Er fuhr früher zur See, zog in den 80ern nach Berlin, arbeitete in der Sterne-Küche des Hotel Berlin am Lützowplatz („wir waren berühmt durch unser Grillrestaurant“) und baute mit seinem Cousin drei Fisch-Läden auf („Flensburg, Lübeck, Steglitz“). 2009 eröffnete er schließlich den Laden in der Altstadt und hält sich dort seit fast zehn Jahren. Und die Krebse? „Schmecken nach Krebs“, sagt Olaf Pelz mit bestem norddeutschem Humor.

„Fisch ja, Friteuse nein!“ Wer neugierig ist: Die gekochten Tiergarten-Krebse – Achtung, die werden kalt serviert – soll es trotz des Reusen-Diebstahls am Wochenende auch diese Woche geben. Und wer das nicht mag? „Bei mir laufen die Klassiker: Lachs, Barsch, Scampi, immer frisch zubereitet, dazu ein Glas Wein oder Bier, natürlich Flens“, erzählt uns Olaf Pelz. Und was geht gar nicht? „Eine Friteuse für Pommes! Ich habe frische Brat- oder Salzkartoffeln“. – Küchenzeiten: 11-19.30 Uhr, Charlottenstraße 7.