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    Nachbarschaft

    Renate Bergmann, 82, Autorin aus Spandau. Ihr neues Buch heißt: „Die Online-Omi baut ein Haus. Das Dach muss vor dem Winter rauf drauf“ (März 2019, Rowohlt-Verlag, 10 Euro). Inhalt: Bergmann überlässt ihr Spandauer Grundstück ihrem Neffen. Wir so: „Zeit für den Spandau-Newsletter, Frau Bergmann?“ Und sie so: „Klar, gern.“ Hier finden Sie Fotos aus der Altstadt.

    „Noch nie in Spandau aufgetreten“. Ulkig: Das halbe Land kennt die Internet-Oma aus Staaken („Spandau ist mein Mallorca“). Ihre Bücher tauchen in der „Spiegel“-Topseller-Liste auf, sie hat 52.000 Fans bei Twitter und 47.000 bei Facebook. „Aber in Spandau selbst bin ich noch nie aufgetreten“, erzählte mir Torsten Rohde, 44, als wir im „Karstadt“-Restaurant saßen und durch die Scheiben auf die Dächer der Altstadt guckten. Rohde ist der Autor hinter Renate Bergmann – ein unaufgeregter Typ. Im Hamburger Hafen liest er im Sommer aus seinen Büchern auf einer Barkasse. Das könnte doch ein Vorbild sein für ein Kulturschiff auf der Havel, oder? Ob er das Kulturhaus kennt? „Klar, liegt gleich um die Ecke, da tritt oft Sascha Grammel auf, viele Tage am Stück.“ Wie gut, dass nicht nur Renate Bergmann Abonnentin des Spandau-Newsletters ist, sondern auch Britta Richter, Chefin des Kulturhauses (Foto). Sie haben wir dazu gleich mal befragt. Ihre Antwort finden Sie heute ganz am Ende des Spandau-Newsletters.

    Fester, Adler, Karstadt: unser Spandau-Spaziergang. Mit Torsten Rohde habe ich den Omi-Klischee-Spaziergang erledigt. Hallöchen in der „Konditorei Fester“ (Klassiker seit 1928), Kaffee bei Karstadt, Enten füttern an der Havel. Nur zum Damen-Friseur haben wir uns beide nicht getraut. Dafür sind wir reinspaziert in Berlins älteste Apotheke: die „Privilegierte Adler Apotheke“ am Markt. 400 Jahre hat die auf dem Buckel. „Haben Sie eine ‚Apotheken-Umschau‘ für uns?“ Der Chef, Jörg Vogel, hat Renate Bergmann gleich mal ein Heft mitgegeben – allerbeste Inspiration! Die findet Rohde oft in Spandau: „Ich setze mich gern in die Konditorei ‚Fester‘, beobachte die Leute auf dem Markt, höre zu, worüber an den Tischen geredet wird“, sagt Rohde. „Da wäre Renate nicht anders. Die lauscht, denkt sich ihren Teil, löffelt ab und zu die Herren am Nachbartisch an und gibt ihren Senf dazu ab.“ Ein prima Ort für Inspiration ist übrigens auch das Ikea-Restaurant in Spandau: „Ich habe mal zwei ältere Frauen beobachtet, die den Gratis-Ketchup in ihre Tupperware füllten. So was kann sich keiner ausdenken.“ – André Görke

    Sie wollen mehr lesen? Über meinen Spaziergang mit Renate Bergmann durch die Altstadt Spandau berichte ich ausführlich in der Sonntag-Ausgabe des TagesspiegelHier finden Sie das Tagesspiegel-E-Paper-Abo für 30 Tage – gratis zum Testen.
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von André Görke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Spandau,

Die Nachricht des Tages kommt aus der Zitadelle. Es geht um eine der größten Musikbands der Welt: um Rammstein. Die Musiker füllen locker das Olympiastadion, haben neun (!) Millionen Facebook-Fans und fackeln routiniert jede Bühne ab. Im Frühjahr haben sie heimlich in Spandau gedreht. „Ja, stimmt, sie haben bei uns ihr neues Musikvideo aufgenommen“, sagte uns gerade eben Urte Evert, 44, Museumschefin der Zitadelle – hier ein erstes Foto. War alles top secret, streng geheim. „Ich bekam die Anfrage im Urlaub, habe mich riesig gefreut und sofort zugesagt. Rammstein haben einen Tag und eine Nacht bei uns in der Zitadelle gedreht – mit Nebelmaschinen in der ‚Enthüllt‘-Ausstellung, mit Nahaufnahmen der großen Figuren, mit Lichtshow und Kerzen. Ein Fantasy-Mittelalter-Dreh fand bei uns in der Bastion Kronprinz statt.“ Das Video wird dieser Tage veröffentlicht. Mehr als 1000 Euro Miete waren für den Bezirk auch drin, aber das sind Peanuts, denn: „Viel wichtiger“, sagt Evert, „ist die weltweite Werbung für die Zitadelle“. Und: „Ein bisschen cool ist’s ja auch, wenn Rammstein Spandau entdeckt, oder?“ – André Görke
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  • Ohren auf, Feuer frei.

    Ein Interview mit

    Urte Evert

    finden Sie heute im Kulturteil des Spandau-Newsletters vom Tagesspiegel.

Unser Tipp für Sie

Hören wir uns schnell mal um, was in Spandaus wichtigster Kirche so los ist. Bitteschön, los geht’s, hier kommt das Frühlingsprogramm.

  • 1.) 70 Jahre Nikolaikirche.

    „Gottesdienst zum Gedenken an 70 Jahre Wiederherstellung der St. Nikolai-Kirche.“ Nach 70 Jahren wird am 31. März, 10 Uhr, durch Pfarrer

    Björn Borrmann

    an die Wiedereinweihung der Nikolaikirche 1949 erinnert. Die Kirche selbst ist natürlich ein paar Jährchen älter.
  • 2.) Hallo, ihr Turmfalken.

    Oben befindet sich die Turmfalken-Webcam. Was gibt’s da Neues? Hören wir mal rein: „Seit einigen Tagen ist ein Falke (ab und an auch zwei oder drei) regelmäßig am Turm. Leider treiben aber Stadttauben derzeit noch ihr Unwesen im Kasten. Der Falke versucht aber die Tauben zu vertreiben! Wir hoffen, dass ihm das bald gelingt.“ Wir fiebern mit. Guru.
  • 3.) Der Frühling naht.

    Schon mal vormerken – in zwei Wochen geht’s los: Führungen auf den Kirchturm (76 Meter) und durch den mittelalterlichen Dachstuhl finden ab Anfang April statt – an jedem Sonnabend und am 1., 3. und 5. Sonntag des Monats um 12.30 Uhr (2,- Euro/Erw.). Infos: St. Nikolai –

    André Görke

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