• Bernd Wilde

    Nachbarschaft

    Der Karnevalsexperte aus dem Berliner Westen. Gestatten: Bernd Wilde, 68, aus Hakenfelde, einem Ortsteil in Berlin-Spandau. Er ist der Präsident des Spandauer Karnevalsvereins „Rosengarde Berlin“. Der Klub stürmt am kommenden Sonnabend, 11.11 Uhr, das Spandauer Rathaus. Premiere war 1985 durch den KC Spandau. Newsletter-Leser Bernd Wilde war früher Ausstellungsbauer. rosengarde-berlin.de

    Helau! Alaaf! Was denn nu? „Weder noch: Der Schlachtruf lautet in Berlin ‚Heijo‘. Das steht für Heiterkeit und Jokus und wird in einigen Stadtteilen noch mit dem Zusatz ‚Karneval an der Spree – ole ole ole‘ erweitert.

    Sie sind Karnevalsexperte, Herr Wilde. Wie heißt denn Ihre Truppe und was machen Sie so in Spandau? „Also unsere „Truppe“ – das ist der Verein „Rosengarde Berlin“ – trifft sich regelmäßig in der Gaststätte ‚Sorgenpause‘ in der Wilhelmstadt, Krowelstraße, nahe der Schulenburgbrücke. Die Mitglieder kommen mehrheitlich aus Spandau, seit 2012 bin ich der Präsident. Darüber hinaus organisieren wir auch Faschingsveranstaltungen mit dem Sportverein VfV Spandau. Die nächste Fete findet am 15. Februar 2020 im Vereinsheim des VfV statt. Es gibt noch freie Plätze.“

    Am 23. November schon was vor? „Da bin ich im Rathaus Spandau. Gemeinsam mit dem „Stammtisch Sorgenpause“ – noch eine karnevalistische Truppe aus Spandau – organisieren wir an diesem Tag den Sturm auf das Rathaus von Helmut Kleebank. Nach der Eroberung der Bezirkskasse und der Rathaus-Schlüssel präsentieren Berliner und befreundete Brandenburger Karnevalisten im Bürgersaal Ausschnitte ihrer Garde- und Showtänze. Wir begrüßen dazu auch das Prinzenpaar der Stadt Berlin, Prinz Klaus I. und Prinzessin Jessica I. mit ihrem Hofstaat (Foto). Alle Spandauer sind herzlich eingeladen und die Teilnahme ist kostenlos.“

    Ist das Rathaus Spandau eine Karnevalshochburg? „Die Frage ist sehr zweideutig! Ich sage ja, zumindest was den Rathaussturm betrifft. Immerhin gibt es diese Veranstaltung bereits seit 1985, und alle Bürgermeister haben hier mitgemacht.“

    Haben Sie ein Motto? „Ein Motto eigentlich nicht. Eher einen Wunsch; ich würde es begrüßen, wenn der Senat den traditionellen Karneval genauso behandeln und unterstützen würde wie zum Beispiel den Karneval der Kulturen.“

    Und wer das alles total albern findet? „Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“ – Text: André Görke
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von André Görke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Spandau,

Willkommen in der Manege! Es gibt mächtig Gebrüll und Ärger um Wildtiere im Berliner Westen. Im Mittelpunkt: der „Circus Voyage“. Der parkte 25 Jahre als glitzernde Weihnachtsshow mit Elefant, Tiger, Nilpferd und Co. vorm Olympiastadion in Berlin-Charlottenburg. Dummerweise gab’s Ärger um den Tierschutz, Kontrollen und Klagen vor Gericht, jahrelange Debatten. Zig Städte haben sich politisch gegen Wildtier-Haltung im Zirkus ausgesprochen, auch die meisten Berliner Bezirke. Den „Voyage“-Zirkusleuten fehlen so natürlich Einnahmen, also wird der Ton schärfer („Willkür, es gab nie Probleme“) – und jetzt wird’s sogar völlig gaga: „Vor 80 Jahren wurden auch gewissen Menschen zu unrecht Steine in den Weg gelegt und somit aus der Stadt vertrieben.“ Das steht so ernsthaft aktuell auf der Zirkusseite.

Neue Heimat … Berlin-Spandau! Der Parkplatz vorm Olympiastadion blieb laut Pachtvertrag tabu. Der eigentliche Zirkusbetrieb aber könne nicht so einfach verwehrt werden. Das urteilte das Gericht im November 2019. Die Zirkusleute suchten also eine Alternative in Berlin und wurden im Nachbarbezirk fündig, Bingo!, in Berlin-Spandau.

Zwischen fauler Spree, Osram-Werk und Steinkohle-Lager machen es sich die Tiere jetzt artgerecht bequem in ihrem Winterquartier. Es geht um die Brache, wo einst Berlins berüchtigtes Flüchtlingsheim stand – hier eine Luftaufnahme. Nach 22 Jahren kamen die Container der „Erstaufnahmestelle“ 2018 weg. Doch weil das Grundstück eher so lala liegt, klingeln selten Mieter durch – da kam der Zirkus gerade recht. Der will dort vom 19. Dezember bis 5. Januar gastieren. Im letzten Jahr kamen 40.000 Besucher. Das ist also alles eine große Nummer.

Kladow, Arcaden, Spektefeld: „Wir sind seit sechs Jahren Zirkus-frei.“ Gerade eben hatte ich Stadtrat Stephan Machulik, SPD, am Handy, der sich über den Deal des Vermieters ärgert. „Seit sechs Jahren hatten wir in Berlin-Spandau keinen Zirkus mit Wildtieren mehr.“ Der traditionelle Zirkus-Platz hinterm Parkhaus der Arcaden? Bebaut. Die Zirkus-Brachen in der Wasserstadt und im Spektefeld? Vorbei. Die Zirkus-Wiese in Kladow, wo sich einst die „Blaue Lagune“ befand (Spitzname für die blauen DDR-Flüchtlingshäuser am Kladower Damm)? Längst Geschichte. „Und jetzt das“, schnauft Machulik.

„Wer Tierschutz nicht ernst nimmt, kriegt hier ein Problem.“ Am Sonntag ist der Stadtrat zur Industrie-Brache geradelt. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass dieses Industriegebiet geeignet ist, um dort Elefanten, Tiger und Nilpferde zu halten“, sagte Machulik mir am Handy. Aber das werde jetzt geprüft. Mit dem Vermieter nimmt er Kontakt auf. Die erste politische Reaktion kam von der Wählerinitiative Wiss um Jürgen Kessling„Das Einpferchen und Dressieren sowie Vorführen von wilden Tieren ist Tierquälerei.“ Die Wiss begrüße daher strenge Kontrollen, schließlich wisse man „aus Erfahrung, dass der Stadtrat sich auch gegen Widerstände für das Tierwohl einsetzt“.

Der Stadtrat schickt das Veterinäramt in die Spur – die Frauen und Männer gelten nicht gerade als spaßige Stempeltruppe, sondern als bissig. „Wer Tierschutz nicht ernst nimmt, kriegt ein Problem“, sagt Machulik. „Das wird kein Larifari hier.“ – Text: André Görke
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Mein Tipp: der erste Glühwein

Berlin-Spandau: Die Eröffnung des Weihnachtsmarktes steht an. Glühwein und ich, wir werden keine Kumpels mehr. Entweder ist der Pott zu heiß oder zu kalt, das Gesöff macht routiniert Kopfweh und fiese Flecken auf dem Hemd, schmeckt nullkommanull… und trotzdem: ein Glühwein-Abend muss einfach sein, mit voller Leidenschaft, verbrannter Zunge und klebrigen Handschuhen. Is‘ ja schließlich Weihnachten!

Super Anlass: Montag, 25. November, 18 Uhr. Da wird auf dem Marktplatz der Weihnachtsbaum aus Weißenstadt (schönes Ding, hier der Fotobeweis) erstmals in diesem Jahr im vollen Lichterglanz erstrahlen. Mit dabei: Holger Grießhammer aus Weißenstadt (wo früher Spandaus legendäres Schullandheim stand), Bürgermeisterkollege Helmut Kleebank, SPD, Ferdinand Reb, Touri-Chef aus dem Fichtelgebirge und Weihnachtsmarkt-Chef Sven-Uwe Dettmann („Partner für Spandau“). Bereits ab 17 Uhr gibt’s was für die Ohren: In Spandau gibt Country-Musiker Larry Schuba den Takt vor – George Michael singt später noch oft genug im Radio.

Infos: Mehr als 200 Buden, täglich bis 20 Uhr, am Freitag und Sonnabend bis 22 Uhr. Infos und Bühnenprogramm: partner-fuer-spandau.de – Text: André Görke
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