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    Nachbarschaft

    Katharina Marioth-Lange, 40, Hundetrainerin aus Staaken mit IHK-Zertifikat.

    Frau Marioth-Lange, in Spandau gibt es 9300 Hunde. Wie heißen denn Ihre? „Helmut und Schmidt.“

    Ist ’n Scherz? „Ich komme aus Hamburg. Wenn ich die „Killer“ oder „Tyson“ nennen würde, fände das im Park keiner witzig. Außerdem ist es so: Je dunkler die Hunde, desto mehr Berührungsängste haben Menschen. Bei karamell-farbenen Tieren ist das anders. Ich habe einen Boxer-Dogge-Mix und darf einen American Staffordshire Terrier halten. Die Tiere sind drei und acht Jahre alt.“

    Haben Sie immer ein Tütchen dabei? „Nicht nur eins! Hundekot haben Halter zu entfernen. Einfacher wäre es allerdings, wenn es mehr Mülleimer gäbe – zum Beispiel im Bullengraben in Staaken.“

    Sind Sie hauptberuflich Hundetrainerin? „Ja, ich komme aus der Hotelbranche, habe bei der IHK aber alle Prüfungen abgelegt und darf mich seit 2018 zertifizierte Hundeerzieherin und -verhaltensberaterin nennen.“

    Wen erziehen Sie denn – Tier oder Mensch? „Eher den Menschen. Es geht bei einem Tier nicht nur um Futter, sondern um Motivation, um Kommunikation. Ob ein Tier Angst hat, Schmerzen oder Freude. Ich trainiere das in Parks, auf Straßen, in Einkaufszentren.“

    Der beste Platz für Hunde in Spandau? „Mit Leine – am Hahneberg. Da kann das Tier schnüffeln. Ohne Leine – im Auslaufgebiet in Pichelswerder. Da haben wir schon nette Leute kennengelernt.“

    Und Ihr Lieblingsplatz ohne Hunde? „Auf der Havel. Dann fahre ich mit dem Boot raus, nach Norden. Ich lege gern direkt am „Raymons“ an, gegenüber der Insel Eiswerder. Das Fischrestaurant kennen Sie vielleicht. Ich kann dort den Backfisch empfehlen. Das ist dann für mich ein bisschen wie Zuhause in Hamburg.“ – André Görke

    Die Hundeschule im Netz: www.stadthundetraining.de
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von André Görke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Spandau,

beginnen wir mit: Liebe. Der Valentinstag naht und hier sind die Fakten dazu.

  • 1.) Love Parade

    . Der Erfinder der „Love Parade“ ist Spandauer. Groß geworden ist

    Matthias Roeingh

     alias „Dr. Motte“ in den 60ern in einem Neubaublock in Staaken.
  • 2.) Der Ja-Sager.

    Übrigens hat jener 

    Dr. Motte

     gerade ganz frisch geheiratet. Glückwunsch!
  • 3.) Wir Ja-Sager.

    700 Mal pro Jahr wird in Spandau ‚Ja‘ gesagt – meistens im Hochsommer.
  • 4.) „Alte Liebe“

    . Das Schiffsrestaurant am Stößensee ist eine Berühmtheit. Gebaut im selben Jahr wie einst die Titanic, fuhr es früher unter dem Namen „Godeffroy“ als Elb-Fähre durch Hamburg. 1970 kam das Schiff nach Berlin – und erhielt den neuen Namen. Der Chef ist Spandauer.
  • 5.) Liebesinsel.

    So wird die Mini-Insel „Kleiner Wall“ neben der Brücke in der Wasserstadt genannt. Früher gab’s dort sogar eine Gaststätte darauf („Zur Liebesinsel“), und ganz früher vergnügten sich dort angeblich Soldaten. Motto: Knutschen statt kämpfen.
  • 6.) Eieiei, was seh‘ ich da, 

    ein verliebtes Ehepaar! 1989-2019: Seit 30 Jahren gehören West-Staaken und Staaken zusammen wie, pardon, Arsch auf Eimer. Das wird auch „Perlenhochzeit“ genannt.
  • 7.) Käufliche Liebe.

    Fünf „Prostitutionsstätten“ wurden übrigens in Spandau angemeldet. Danach hat sich gerade

    Marcel Luthe

    , FDP, erkundigt. Wie unromantisch!
  • 8.)

    Liebesbrücken.

    Spandau hat zwei Brücken, an denen immer mehr Verliebte ihre Schlösser ketten: die Liebesbrücke am Kolk und das Geländer des Möllentorstegs (Foto).
  • 9.) Liebesgottesdienst.

    Natürlich in der Altstadt in St. Nikolai – mit Pfarrer 

    Björn Borrmann

    und

    Bernhard Kruse

     an der Orgel. Los geht’s am „Valentinstag“, also am Donnerstag um 18 Uhr. Viel Spaß! –

    André Görke

André Görke ist stellvertretender Berlin-Chef beim Tagesspiegel und groß geworden in Spandau. Tipps, Termine, 

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"Sensationell": Als Deutschlands erste Shopping Mall öffnete

Die Berlinale findet zwar nie in Spandau statt, aber die besten Filme spielen ja eh in der Wirklichkeit. Zum Beispiel in Berlin-Siemensstadt. Dort wurde 1961 die erste Shopping-Mall des Landes eröffnet – und im RBB haben wir jetzt den Film dazu entdeckt. Ein herrliches Zeitdokument! „In Siemensstadt wurde heute Vormittag das modernste deutsche Verkaufszentrum eröffnet“, vermeldete im Oktober 1961 die damalige Nachrichtensprecherin des „Sender Freies Berlin“, kurz SFB. Gemeint ist die überdachte Ladenzeile von Architekt Helmut von Lülsdorff am Siemensdamm – hier ein Foto. Im Schwarz-Weiß-Film des SFB ist die Straßenbahn auf dem Mittelstreifen zu erkennen. Einer der 30 Hauptmieter damals: „Woolworth“. Kosten: 5 Mio D-Mark. Bauzeit: „sensationelle sieben Monate!“, jubelte die SFB-Reporterin in die Welt hinaus – klar, der Mauerbau war gerade ein paar Tage alt. Der Architekt hatte an alles gedacht: keine Treppen (SFB-Reporterin: „mag der Berliner nicht“) und glatter Fußboden („Der Dank aller Damen sei dem Architekten gewiss“). Und – trara! – mit 550 Meter Schaufensterfront sei die Ladenzeile am Siemensdamm auch noch länger „als die Tauentzien“. Den RBB-Film aus Spandau finden Sie ab 1 h 22 Minuten unter diesem Link.

Und wann kam Hertie nach Siemensstadt? Die Älteren werden sich erinnern: Im Einkaufszentrum gab es auch mal ein „Hertie“-Kaufhaus. Der Eckbau am Platz (Foto) entstand etwas später, nämlich 1964, lesen wir im Kiezblog Siemensstadt. 1998 zog dort Poco ein. Auch schon wieder mehr als 20 Jahre her. – André Görke
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