• Wahlrecht

    Nachbarschaft

    Am 12. November 1918 wurde in Deutschland das Frauenwahlrecht geboren. Nur wenige Tage später, am 30. November 1918, trat das Reichswahlgesetz mit dem allgemeinen aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen in Kraft.  Bei der Wahl zur verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 konnten Frauen zum ersten Mal in Deutschland reichsweit wählen und gewählt werden.

    Eine dieser gewählten Frauen war Marie Juchacz. Mit den Worten „Meine Herren und Damen!“ begann sie am 19. Februar 1919 eine Rede vor dem Parlament – als erste Frau in Deutschland. Politisch groß geworden war Marie Juchacz in der SPD, zuerst im Ortsverband Rixdorf.

    Am 15. März 1879 in Landsberg an der Warthe geboren, zog Juchacz 1906 zunächst nach Berlin und zwei Jahre später nach Rixdorf, ins heutige Neukölln. Hier trat sie ebenfalls 1908 der SPD bei und wurde bei den nächsten Wahlen für den Rixdorfer Parteivorstand, gemeinsam mit Gertrud Scholz, als Vertreterin der Frauen gewählt. Bald begann ein rascher Aufstieg: 1910 wurde sie Vertreterin der Frauen im Zentralvorstand des sozialdemokratischen Wahlvereins Teltow-Storkow-Beeskow-Charlottenburg. Sie vermisste den Diskussionszusammenhang unter Frauen und gründete deshalb eine „Arbeitsgemeinschaft für fortgeschrittene und interessierte Frauen“, in der programmatische Texte studiert wurden.

    1913 zog sie auf Einladung des dortigen Partei-Bezirks nach Köln und trat dort eine Stelle als Frauensekretärin an. 1917 kehrte sie nach Berlin zurück und wurde zentrale Frauensekretärin der SPD. 1919 wurde sie dann, gemeinsam mit 36 anderen Frauen, in die Nationalversammlung der Weimarer Republik gewählt – und hielt kurz darauf die berühmte Rede. Wenige Monate später gründete sie außerdem die Arbeiterwohlfahrt (AWO). Bis 1933 war sie Mitglied des Bundestages – und emigrierte nach der Machtergreifung der Nazis zunächst ins Elsass, später nach Frankreich und in die USA. Erst 1949 kehrte sie nach Deutschland zurück und war bis zu ihrem Tod 1956 Ehrenvorsitzende der AWO.

    Detaillierte Porträts von Juchacz lesen Sie unter anderem bei der AWO selbst oder in der taz.

    Wer einen Vorschlag hat, welcher Mensch hier unbedingt vorgestellt gehört: Gerne mailen an leute-m.haarbach@tagesspiegel.de.

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von Madlen Haarbach tagesspiegel
Liebe Nachbar*innen aus Neukölln,

langsam sinken die Temperaturen, gegen Ende des Monats werden sie wohl erstmals den Gefrierpunkt erreichen. Spätestens dann sind viele Menschen in Berlin auf die Einrichtungen der Kältehilfe angewiesen, die in diesem Jahr erstmals bereits im Oktober öffneten.

In Neukölln stellt die Kubus gGmbH seit dem 1. Oktober täglich in der Zeit von 19 bis 7 Uhr für 25 Männer ein trockenes Dach und warmes Bett in der Teupitzer Straße 39 sicher. Außerdem erhalten die obdachlosen Menschen ein Frühstück und eine Abendmahlzeit. Sie haben die Möglichkeit zu duschen und ihre Wäsche zu waschen.

Für die Finanzierung des Angebotes ist die Kubus jedoch auf Unterstützung angewiesen. Deswegen werden dringend Spenden (sowohl finanzielle als auch Lebensmittel- und Sachspenden) und ehrenamtliche Unterstützer*innen gesucht, ebenso wie Student*innen und Nebenjober*innen für die Nachtschichten. Weitere Informationen finden Sie auf kubus-berlin.de.

Madlen Haarbach ist freie Autorin beim Tagesspiegel. Sie freut sich über Kritik, Anregungen und Tipps bei Twitter oder per E-Mail.

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Madlen Haarbachs Tipp für Sie

20 junge Autor*innen, ausgewählt aus 500 eingesandten Texten, übernehmen am 17. und 18. November die Bühne im Heimathafen Neukölln und lesen um den Gewinn des „open mike“. Jede*r hat 15 Minuten Zeit, dann klingelt der Wecker. Wie kommt ihr live gelesener Text beim Publikum und der Jury an? Am Ende entscheidet die Jury: Lucy Fricke, Katja Lange-Müller und Steffen Popp küren drei Preisträger*innen und vergeben insgesamt 7500€. Die taz-Publikumsjury zeichnet außerdem einen Text mit dem Publikumspreis aus. Die Wettbewerbstexte erscheinen als Anthologie im Allitera Verlag und sind pünktlich zum Wettbewerb vor Ort erhältlich. Los geht’s am 17. November ab 14 Uhr, am 18. November ab 11 Uhr. Der Eintritt ist frei. Infos