• Hasse

    Nachbarschaft

    Sebastian Haße kämpft gegen Müll und Trockenheit im Britzer Akazienwäldchen. Hier erklärt er seine Aktionen:

    „Seit dem 24. Juli 2018 befreie ich täglich couragiert im Privat-Alleingang beide Teil des Akazienwäldchens hier bei uns in Britz von Müll und zusätzlich auch von den Drogenspritzen der Fixer/innen. Die Waldstücke liegen an der Onkel-Bräsig-Str./Blaschkoallee und ziehen sich herunter bis zur Kreuzung Buschkrugallee. Das Gebiet liegt in der Hufeisensiedlung und gehört damit zum UNESCO-Welterbe.

    Der Müll liegt hier achtlos auf der ganzen Parkfläche herum. Auch Lebensmittel wie Brote oder Wurstreste kleben im Gras fest. Die offenen Drogenspritzen liegen in Gebüschen oder am Wegrand und auch Nadelhüllen. Zusätzlich wässere ich die Akazienbäume.

    Mit meiner Aktion möchte ich das Grünflächenamt und das Bezirksamt wachrütteln, hier endlich gegen Müll und Drogenspritzen vorzugehen. Hier im öffentlichem Park spazieren Anwohner/innen, Familien mit ihren Kindern, sowie Passantinnen und Passanten entlang. Die tägliche Lebensgefahr für alle darf einfach nicht weiter ignoriert werden. Keiner fühlt sich jedoch für die Situation hier verantwortlich. Das Grünflächenamt ist nach meiner Information nur für den Europaspielplatz auf dem Teil vom Akazienwaldes an der Kreuzung Buschkrug verantwortlich. Auch hier sammle ich den Müll auf und wässere die Akazien. Ich mache so lange weiter, bis sich die offiziellen Stellen bewegen.“

    Von Seiten des Bezirksamtes erklärt Umweltstadtrat Bernward Eberenz (CDU) auf meine Anfrage hin, dass das Thema „nur zu gut bekannt“ sei und dem Bezirksamt zunehmend Sorge bereite. Auch im zuständigen Gremium wurde das Thema am Dienstag erneut besprochen.

    Wer einen Vorschlag hat, welcher Mensch hier unbedingt vorgestellt gehört: Gerne mailen an leute-m.haarbach@tagesspiegel.de.

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von Madlen Haarbach tagesspiegel
Liebe Nachbar*innen aus Neukölln,

„Neukölln präsentiert sich jetzt auch online barrierefrei“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung aus dem Bezirksamt. Gemeint ist die sogenannte Leichte Sprache, die nun auch auf der Webseite des Bezirksamtes zu finden ist.

Wie das aussieht? Da wird etwa erklärt, was ein Bezirksstadtrat ist: „Stadt-Räte arbeiten im Bezirksamt. Sie leiten die Abteilungen und planen alle Aufgaben. Sie sind die Fach-Leute für politische Aufgaben. Zum Beispiel bei politischen Entscheidungen für den Bezirk.“

Die Maßnahme soll Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen Probleme mit dem Leseverständnis haben, der Zugang zu Informationen aus dem Bezirk erleichtern. Das kann sowohl funktionale Analphabet*innen, Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen als auch Menschen mit geringen Deutschkenntnissen betreffen. Neben Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg ist Neukölln der dritte Bezirk, der auf sprachliche Inklusion setzt.

Aber halt, Neukölln ist jetzt „auch online barriefrei“? Das hieße ja, dass Neukölln in vielen weiteren Bereichen bereits barrierefrei sein sollte. Doch da gibt es hohe Bordsteine, Kopfsteinpflaster, unebene Fußwege und die unerlässlichen falschgeparkten Autos, die gerne mal den Weg versperren.

Kurz nachgefragt im Bezirksamt: Wie barrierefrei ist Neukölln wirklich? „Bei allen Bauvorhaben im öffentlichen Raum findet die Barrierefreiheit selbstverständlich Berücksichtigung“, sagt Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD). Dies betreffe etwa die Sanierung von Gehwegen und Absenkungen von Bordsteinen und sei der „guten abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit geschuldet.“ Die Bezirksbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Katharina Smaldino, werde bei Bauvorhaben stets einbezogen. Außerdem arbeite der Bezirk unter anderem mit Vereinen wie dem Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein (ABSV) zusammen. „Im Bezirk wird nicht über Barrierefreiheit diskutiert, sondern es wird gehandelt“, schlussfolgert Hikel.

Bürger*innen können Einschränkungen der Barrierefreiheit an die E-Mailadresse barrierefrei@bezirksamt-neukoelln.de melden. Seit Freischaltung der Mailadresse seien 43 Wünsche auf Bordsteinabsenkung gemeldet worden, erklärt Hikel. Diese Liste werde abgearbeitet, mehr als die Hälfte sei bereits erledigt. Parallel würden in einigen Neuköllner Quartieren Inklusionsmaßnahmen durchgeführt, etwa Rampen an Gewerbetreibende verteilt. Der Bezirk könne jedoch nur dort tätig werden, wo Probleme bekannt seien, erklärt der Bezirksbürgermeister. Daher sei man auf die Hinweise der Bürger*innen angewiesen.

Schwierig sei aktuell etwa die Ausstattung von U-Bahnhöfen mit Fahrstühlen, für die die BVG zuständig sei. Aktuell werden an den Bahnhöfen Grenzallee, Zwickauer Damm und Karl-Marx-Straße Aufzüge installiert – für deren einwandfreies Funktionieren ist jedoch wiederum die BVG zuständig, der Bezirk könne dies nicht garantieren, betont Hikel. Parallel bemängelt er, dass die BVG auch mehr barrierefreie Busse einsetzen könne.  „Auch die Rücksichtnahme einiger Gewerbetreibender in manchen Straßenzügen könnte besser sein, denn es gibt oft kaum ein Durchkommen für älteren Menschen mit Rollator, Rollstuhlfahrern oder Eltern mit Kinderwagen“, sagt Hikel. „Aber auch hier wird bereits versucht die betroffenen Gewerbebetreibende durch Projekte zu sensibilisieren.“

Wo sehen Sie noch Nachholbedarf in punkto Barrierefreiheit? Schreiben Sie mir gerne oder wenden Sie sich direkt ans Bezirksamt unter der erwähnten E-Mailadresse.

Madlen Haarbach ist freie Autorin beim Tagesspiegel. Sie freut sich über Kritik, Anregungen und Tipps bei Twitter oder per E-Mail.

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Madlen Haarbachs Tipp für Sie

Vor einiger Zeit fragte ich Sie nach dem besten Bäcker in Neukölln – was auf breite Begeisterung in meinem Mailpostfach stieß. Weiter oben ging es dann um Strohballen. Fehlt nur noch der Schritt zwischen Korn und Brot. Wie das mit dem Mehlmahlen funktioniert und welche Getreidesorten besonders gerne verwendet werden – das können Sie in der Britzer Mühle erfahren. Sonn- und Feiertags finden von 11 bis 16 Uhr Führungen statt, spezielle Führungen inklusive Brötchenbacken gibt es auch für Kindergruppen. Auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen sind die Führungen geeignet. Und wenn Ihnen das nicht reicht: Sie können sich auch zur Diplom-Windmüllerin oder -Windmüller ausbilden lassen. Am 1.September gibt es eine Informationsveranstaltung für den neuen Ausbildungskurs. Weitere Infos zu den Führungen und zur Ausbildung gibt es hier.