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    Nachbarschaft

    Darf ich vorstellen: Unsere neuen Nachbar*innen vom Bezirksamt! Haben Sie vielleicht schon auf Twitter gesehen, wo Corinna von Bodisco ihre neuen Schätze mit Bezirkslogo vorgestellt hat, die bei der letzten BVV verteilt wurden. Zum Set gehören ein Stoff-Turnbeutel, ein Kugelschreiber, eine Wasserflasche und ein Schreibblock. Und warum ich Ihnen das so ausführliche beschreibe, fragen Sie sich? Weil sie Ihnen gehören könnten! Wir verlosen drei Bezirks-Gimmicks-Sets – dafür müssen Sie nur ein bisschen kreativ-konstruktiv sein: Sagen Sie mir, was Sie sich in diesem Jahr vom Bezirksamt wünschen bzw. welche Themen unsere Regional-Regierung unbedingt angehen sollte. Schreiben Sie mir einfach an [email protected], ich bin gespannt!

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: [email protected]

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von Nele Jensch tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Friedrichshain-Kreuzberg,

Kreuzberg hat es mal wieder geschafft: Statt eines Hotels, Hostels und „großflächigem Einzelhandel“ soll an der Skalitzer Straße Ecke Mariannenstraße nun ein Bürogebäude mit „kleineren Ladeneinheiten“ entstehen. Darauf einigten sich Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne), die Eigentümerin Ideal Lebensversicherung und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung; eine entsprechende Erklärung veröffentlichte das Bezirksamt gemeinsam mit der Ideal am Sonntag.

Der Entscheidung voraus gegangen waren Proteste von Anwohnenden (Corinna von Bodisco berichtete letzte Woche), initiiert von der Initiative „No Hostel 36“. Die Demonstrant*innen befürchteten – logischerweise – (noch) mehr Tourismus, weiter steigende Mieten und in der Folge die weitere Verdrängung von Kiezbewohner*innen. Am meisten fehlt es im Bezirk natürlich nicht an Büroflächen, sondern an Wohnraum – solche aber könnten nach den gültigen rechtlichen Rahmenbedingungen auf dem Grundstück nicht gebaut werden, sagte die Ideal dem Tagesspiegel. Das neue Konzept dürfte trotzdem gut für den Kiez sein: Die Ideal beabsichtige, die Flächen bevorzugt im Bezirk ansässigen Unternehmen (auch solchen mit gemeinwohlorientieren und sozialen Ansätzen) anzubieten, heißt es in der Stellungnahme.

Das ist nicht nur eine erfolgreiche Protestgeschichte, sondern zeigt auch, dass Kreuzberg nicht per se wirtschaftsfeindlich ist (ein Vorwurf, der nach dem Google-Aus an der Ohlauer Straße stark diskutiert wurde). Lokales und/oder gemeinnütziges Gewerbe ist willkommen im Kiez; ein weiteres Domizil für Easyjet-Tourist*innen ist hingegen durchaus verzichtbar.

Nele Jensch ist freie Autorin beim Tagesspiegel. Offiziell wohnt sie zwar auf der Neuköllner Seite des Landwehrkanals, aber gefühlt ist die ja schon lange in Kreuzberg eingemeindet. Über Post freut sie sich auch unter [email protected]

Nele Jenschs Partytipp für Sie

Seit 2015 engagiert sich die auch in diesem Newsletter oft zitierte Nachbarschaftsinitiative Bizim Kiez gegen Gentrifizierung und Verdrängung: Die Aktiven veröffentlichen Informationen über Investor*innen, unterstützen Mieter*innen, organisieren Protestaktionen und arbeiten mit den Medien zusammen. Das alles geschieht ehrenamtlich, aber natürlich gefällt die Arbeit von Bizim Kiez nicht allen Immobilienfirmen und Wohnungseigentümer*innen. Die Konsequenz: Im vergangenen Jahr seien Anwalts- und Gerichtskosten in Höhe von 2.000 Euro für die Initiative angefallen, bei einer aktuellen Klageschrift, gegen die sich Bizim Kiez verteidigt, liege der Streitwert bei mehreren 10.000 Euro.

Deshalb – und weil man ja nicht immer nur kämpfen kann, sondern auch mal feiern muss – findet am 1. März im Festsaal Kreuzberg (Am Flutgraben 2) die Bizim Beatz Gala der Solidarität statt. Das Programm ist bunt und reicht von Ravepunk bis zu Comedy-Puppenspiel; Musik kommt von: Yansn, Egotronic, Jens Friebe, Wonderska, Pastor Leumund & Mittekill, Die Tsootsies, Pingustan, Christiane Rösinger, Kleinkariert, Beatyov, T-INA Darling. Ansonsten können sich die Besucher*innen begeistern lassen von: René Marik (Comedy-Puppenspiel), den Castellers de Berlín (Artistik), Maik Martschinkowsky (Poetry Slam) und den Gorillas (Improtheater). Karaoke, Infostände und Essen gibt es natürlich auch.

Weiteres Highlight ist die Tombola, mit der zusätzliche Spenden generiert werden sollen –und  falls Sie einen Laden oder ein Restaurant haben, können Sie mitmachen und Gewinne spenden: Vom Gutschein für einen Köfte bis zur Fahrradreparatur ist alles willkommen. Und natürlich werden alle Spender*innen auf der Bizim Kiez-Website genannt. Bei Interesse können Sie an [email protected] schreiben oder direkt anrufen: 0160 96767827 (weitere Infos finden Sie hier). Und auch, wer „nur“ zum feiern kommt, hilft natürlich: Der Eintritt kostet, nach Selbsteinschätzung, 7 bis 15 Euro. Los geht es um 19 Uhr.

#MeinKreuzberg