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    Nachbarschaft

    Die Galerie Sievi gilt als Institution im Gneisenaukiez. Inhaberin und Gründerin Brigitte Sievi hat 30 Jahre Kunst in Kreuzberg erlebt.

    In den 1980er Jahren haben Sie vor allem französische Kunst nach Deutschland geholt, bevor Sie 1989 die Galerie Sievi gründeten. Was für Kunst wird dort heute gezeigt – haben Sie sich auf eine bestimmte Stilrichtung spezialisiert? Wir stellen figürlich-abstrakte bis informelle Arbeiten aus. Die französischen Künstler sind in der Formensprache ähnlich wie die deutschen, aber die Farbgebung ist wesentlich ausgeglichener.

    Seit über 35 Jahren leben und arbeiten Sie in Berlin. Wie hat sich die Kunstszene seither – ganz grob gesagt –  entwickelt? Die Kunstszene ist heute schnelllebiger und das Angebot über Galerien ist vielfältiger geworden.

    Sie haben mit Ihrer Familie viele Jahre im Ausland gelebt – wo  waren Sie überall und was hat Sie schließlich nach Berlin (zurück-)gebracht? Wir waren in Teheran, Mumbai und Bagdad. Die Familie hat uns zurück gebracht.

    Haben Sie, neben Ihrer Galerie, einen Lieblingsort im Kiez? Den Gleisdreieck-Park.

    Am 6.12. findet in der Galerie Sievi die Vernissage zur Ausstellung „Essentials“ von Masch statt – mehr dazu lesen Sie weiter unten in der Kultur.

    Galerie Sievi: Gneisenaustraße 112, Mi – Fr 14 – 19 Uhr, Sa 11 – 16 Uhr, Tel: 030 693 29 97, galerie-sievi.de.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: nele.jensch@extern.tagesspiegel.de

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von Nele Jensch tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Friedrichshain-Kreuzberg,

ist die Zitterpartie um die „Diese eG“ vorbei? Die Genossenschaft, die mittlerweile Zahlungsverpflichtungen in Höhe von rund 50 Mllionen Euro angehäuft hat und in Finanzierungsnot geraten ist (Corinna von Bodisco berichtete letzte Woche auch über die diesbezügliche BVV-Debatte), hat Landeszuschüsse und Darlehen der landeseigenen Investitionsbank Berlin (IBB) in Aussicht gestellt bekommen. Ein definitiver Bescheid der IBB liege seit Montag vor, hieß es. Die IBB bestätigte am Dienstag gegenüber dem RBB, dass der Genossenschaft Förderdarlehen für insgesamt fünf Hauskäufe vom Senat in Aussicht gestellt werden. Zunächst hieß es noch, dass vor Auszahlung der Darlehen von der Genossenschaft ein Eigenkapital von zehn Prozent pro Haus nachgewiesen werden und verbindliche Bankenzusagen über Kredite vorliegen müssten. Laut der Diese eG sei das benötigte Eigenkapital bereits gezeichnet worden, die Nachweise würden in Kürze folgen.

Für den Xhainer Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) wäre eine gesicherte Finanzierung eine Erleichterung: Insgesamt sechs mal hatte Schmidt das Vorkaufsrecht zugunsten der Diese eG ausgeübt. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht Schmidt in der Affäre um die Genossenschaft in der Pflicht: „Wenn irgendjemand in Berlin meint, er müsse sich profilieren und den Mini-Robin-Hood spielen und auf Kosten der Steuerzahler allen alles versprechen und Millionenrisiken eingehen, dann muss er es auch ausbaden“, sagte Müller am Donnerstag vergangener Woche in Hinblick auf Schmidt. Die Mieter*innen der Häuser, die die Diese eG erworben hatte, können jedenfalls erstmal aufatmen. Neben den sechs Xhainer Häusern geht es auch um eines in Tempelhof-Schöneberg.

Nele Jensch ist freie Autorin beim Tagesspiegel. Offiziell wohnt sie zwar auf der Neuköllner Seite des Landwehrkanals, aber gefühlt ist die ja schon lange in Kreuzberg eingemeindet. Über Post freut sie sich auch unter nele.jensch@extern.tagesspiegel.de

Nele Jenschs Tipp für Sie

Ho – ho – Holy Shit Shopping! Kunsthandwerk-Weihnachtsmarkt klingt erstmal nach Selbstgebasteltem aus der Waldorf-Kita, geht aber auch in hip: Das beweisen die Macherinnen des Weihnachtsevents, das auch in Köln, Hamburg und Stuttgart stattfindet, bereits seit 15 Jahren. Von Hoodies und Schmuck über Kinderhaarspangen, Kunstdrucke, Hauptstadt-Gin bis zu Nackenkissen in Form eines Gaming-Controllers bereichert Holy Shit die Bescherungen der Stadt mit originellen und nachhaltigen Geschenken.

Bereits zur ersten Veranstaltung 2004 im Café Moskau auf der Karl-Marx-Allee kamen gut 4000 Besucher*innen. Dieses Jahr werden am 7. und 8. Dezember in der Arena Berlin rund drei mal so viele erwartet, die sich an den Ständen der 350 kleinen Manufakturen, Künstler*innen und Designer*innen tummeln. Mit so viel Zulauf hätten die Gründerinnen Ulrike Kabyl und Harriet Udroin nicht gerechnet, die sich beim Kellnern in der Ankerklause kennenlernten. Büro und Lagerraum von Holy Shit befinden sich übrigens natürlich in Kreuzberg, dort hat auch meine Kollegin Eva Steiner Kabyl und Udoin getroffen.

Fazit: Auch ohne große Shopping-Ambitionen lohnt sich das Vorbeikommen, schon für die chillige und im Grunde recht unweihnachtliche Atmosphäre (sehr erfrischend in Zeiten, in denen man das Glühweinaroma nicht mehr aus den Klamotten und „Jingle Bells“ nicht aus den Ohren bekommt). Insgesamt fühlt sich ein Bummel über den Markt eher nach Club- als nach Weihnachtsmarktbesuch an: DJs sorgen für den richtigen Soundtrack (garantiert ohne „Last Christmas“), mehrere Bars und ein Streetfood-Market für das leibliche Wohl. Arena Berlin, Eichenstraße 4,  Sa + So jeweils von 12 – 20 Uhr, Eintritt 5 Euro. Mehr auf facebook.com.

#MeinKreuzberg