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    Nachbarschaft

    Die Lankwitzerin Elena, 11 Jahre, muss eine tolle Schauspielerin und Sängerin sein: Anfang Januar steht sie beim Musical „Evita“ auf der Bühne des Admiralspalasts. Elena besucht die Klasse 6b der Grundschule am Königsgraben.

    Elena, wie aufgeregt bist Du schon jetzt? Ich bin ganz schön aufgeregt, aber ich finde es toll, diese Erfahrung zu machen.

    Wie kam es, dass Du Dich beworben hast und für „Evita“ ausgesucht wurdest? Meine Gesangslehrerin hat mir den Flyer in die Hand gedrückt. Doch weil das mein erstes Casting war, habe ich lange überlegt, ob ich mich anmelde. Beim Casting hatte ich dann sehr viel Spaß!

    Wann hast Du denn mit dem Singen angefangen? Eigentlich habe ich schon immer gesungen, aber richtig Unterricht habe ich seit fünf Jahren in der Musicalschule „Stagefactory“. Und seit zwei Jahren auch privat.

    Singst Du auch unter der Dusche oder beim Hausaufgaben machen, und könntest Du Dir vorstellen, einen Tag nicht zu singen? Ich singe nicht unter der Dusche, aber bei den Hausaufgaben singe ich ABBA. Ein Tag ohne zu singen ist möglich, aber sinnlos, finde ich.

    Was meinst Du, was kommt nach „Evita“? Ich weiß noch nicht, was dann kommt, aber ich will später vielleicht Schauspielerin werden. Am liebsten will ich aber etwas mit Singen machen, also Musical oder Oper. Als Beruf könnte ich mir auch Ärztin vorstellen.

    Dadurch, dass die Aufführungen gleich Anfang Januar sind, musst Du bestimmt im Dezember ganz viel proben. Wie feierst Du mit Deiner Familie denn dann noch Weihnachten? An den Feiertagen sind zum Glück keine Proben. An Weihnachten machen wir erst einen Gottesdienst zuhause, singen ein paar Stücke. Nach der Bescherung und Abendbrot gehen wir in die Christmette, um im Chor mitzusingen.

    Was sind Deine größten drei Weihnachtswünsche? Ich wünsche mir einen Ballett-Kalender und Schoki. Am liebsten aber einen Besuch bei Emma Watson!

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: boris.buchholz@extern.tagesspiegel.de

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von Boris Buchholz Tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Steglitz-Zehlendorf,

der vergangene Montag war eine Ausnahme: Die S1 und S7 fuhren morgens nicht, die U-Bahnen von Rathaus Steglitz und Krumme Lanke waren voll, an den Bushaltestellen in Zehlendorf-Mitte und Lankwitz warteten die Fahrgäste in Trauben. Die Bahn-Gewerkschaften hatten zum Streik gerufen, die Nutzerinnen und Nutzer von S- und Regionalbahn mussten sehen, wie sie zur Arbeit, in die Schule oder die Uni kamen. Es war eine Ausnahme.

Keine Ausnahme jedoch ist, dass jede vierte Fahrt der Buslinie M48 verspätet an der Endhaltestelle ankommt. Laut einer BVG-internen Analyse lag die Pünktlichkeit der M48er-Busse bei 75,62 Prozent – in 2017 (die Auswertung von 2018 bekommen wir bestimmt im Herbst 2019 zu sehen, nein, das ist pünktlich). Jetzt glaube ich nicht, dass hinter den Steuern der M48er die langsamsten und abgebrühtesten Busfahrerinnen und Busfahrer Berlins Platz nehmen, mitnichten. Ich glaube eher, dass die Strecke zwischen Busseeallee in Zehlendorf (und da fängt im Berufsverkehr der Stau an) und Nikolaiviertel (da hört der sich stauende Verkehr noch lange nicht auf) so wie sie ist, nicht fahrplankonform zu befahren ist – zumindest nicht zu allen Tageszeiten. Interessant ist, dass auch der M85er, der in Teilen eine ähnliche Strecke zu bewältigen hat (er fährt vom S-Bahnhof Lichterfelde-Süd bis zum Hauptbahnhof), zu den sehr unpünktlichen Buslinien im Südwesten gehört: Er brachte es letztes Jahr auf eine Pünktlichkeitsquote von 80,13 Prozent, immerhin.

Wissen Sie, wofür das alles im Sinne der Fahrgäste sprechen könnte? Für den Plan, vom Alexanderplatz eine Straßenbahn auf einer eigenen Trasse (ohne Autos) bis nach Steglitz zu führen. Geht nicht? Gab es schon! Im S-Bahnhof Rathaus Steglitz finden Sie ein Bild, das das belegt.

Ich habe mich übrigens mit meinem Kollegen Ingo Salmen, der für Marzahn-Hellersdorf den Newsletter schreibt, bei einer der diversen Weihnachtsfeiern des Tagesspiegels versöhnt (Sie erinnern sich, es gab einen poetischen Disput über das Wetter). Wir sprachen dabei auch über die Seilbahn, die es bei ihm im Osten gibt. Und ich meinte, dass wir in Steglitz-Zehlendorf wohl eher dazu bereit wären, irgendwo eine Schwebebahn zu installieren (zum Beispiel vom Bierpinsel über den Kreisel und den Fichtenberg in den Botanischen Garten), als dass wir es im Südwesten erlauben würden, dass bei uns eine Straßenbahnschiene verlegt wird. Er hat nicht widersprochen.

Boris Buchholz ist freiberuflicher Journalist und Designer – von Kindesbeinen an lief er in Steglitz und Zehlendorf umher. Mehr über Boris Buchholz erfahren Sie auf seiner Website. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an boris.buchholz@extern.tagesspiegel.de.

Tipps von Leseratten aus dem Südwesten

Diese Woche griffen mir junge Bücherwürmer aus dem Südwesten unter die Arme. Gleich drei Tipps verfassten Leseratten aus drei Grundschulen für den Kinderspiegel, die Kinderseite des Tagesspiegels, die immer samstags erscheint. Vorhang auf, lesen Sie selber – und vielleicht ergibt sich ja die eine oder andere neue Geschenkidee für die eigenen Kinder, für Enkel, Nichten und Neffen, Nachbarn oder andere junge Leserinnen und Leser.

Kannawoniwasein! Da macht Finn seine erste Reise nach Berlin, und alles geht schief. Er wird beklaut und steht plötzlich ohne Geld und Fahrkarte da. Plötzlich hängt er irgendwo und weiß nicht weiter. Er lernt Jola kennen, die ihn irgendwie beeindruckt, denn sie weiß immer, was zu tun ist. Sie hat einen Plan, wie man nach Berlin kommt. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg. Ein Abenteuer beginnt, denn so leicht wird es dann doch nicht! Eine richtig witzige Geschichte! Besonders hat uns gefallen, dass so viel passiert. Immer wenn man denkt, jetzt ist doch alles klar, passiert wieder etwas.
Leseratten der Giesensdorfer-Grundschule, 9 und 10 Jahre
Martin Muser: Kannawoniwasein! Carlsen, 12 Euro. Ab 10

Onkel Stan und Dan und das fast ganz ungeplante Abenteuer. Der Dachs Dan will eigentlich nur spazieren gehen. Als er sich verirrt, wird er von zwei riesigen, fiesen Schwestern in einen Sack geworfen und zur Farm der McGloones entführt. Er wird eingesperrt und soll für einen Kampf gegen drei gemeine Hunde trainieren. Wenn nicht, drohen die McGloone-Schwestern, ihn zu Pastete zu verarbeiten. Es lohnt sich wirklich zu lesen, welche Rolle der etwas merkwürdige Onkel Stan bei der Rettung von Dan spielt und wie die beiden von der McGloone-Farm entkommen. Die Bilder im Buch haben wir uns lange angesehen und viel gelacht, denn sie zeigen, wie sonderbar manche der Menschen oder Tiere in der Geschichte sind. Wir fanden das Buch erst seltsam, konn-ten es dann aber nicht mehr weglegen.
Leseratten Clemens-Brentano-Grundschule, 7, 8 und 9 Jahre
A.L. Kennedy, Onkel Stan und Dan und das fast ganz ungeplante Abenteuer. orell füssli, 14,95 Euro. Ab 9

Wahr oder falsch? Bei diesem Buch muss man einfach mitraten. Ist die Quizfrage wahr oder falsch? Kräuseln sich Haare wirklich, wenn es regnet? Hat der Tausendfüßler 1000 Beine? Lachen Hyänen? Und schläft der Albatros im Flug? Ob die Fragen wahr oder falsch sind, erfahrt ihr auf den ersten Blick. Das hat uns sehr gefallen. In kurzen Texten wird die Quizfrage beantwortet, und ihr könnt noch weitere Informationen lesen, wenn ihr möchtet. Auf jeder Seite gibt es eine neue Quizfrage, aber ihr müsst nicht alle lesen. Bei den witzigen Zeichnungen haben wir viel gelacht, besonders bei den Sprechblasen. Wir glauben, dass auch Eltern nicht immer alles wissen. Fordert sie also mit diesem Buch zum Quizzen heraus!
Leseratten der Erich-Kästner-Schule, 7 und 8 Jahre
Gérard Dhôtel/Benoît Perroud (Ill.): Wahr oder falsch? Zum Quizzen oder Besserwissen. Aladin, 12,95 Euro. Ab 6