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    Nachbarschaft

    Ein Leben ohne Computer, Handy und Internet ist heutzutage undenkbar, auch für Senior*innen. Damit die Ältesten unter uns sich im undurchsichtigen Unterholz des digitalen Dschungels besser zurechtfinden, gibt es seit 1997 den Deutschen Senioren-Computers-Club e.V. (DSCC), der heute mit weit mehr als 500 Mitgliedern in rund 40 Räumen eines Lichtenberger Seniorenheimes residiert. Gemeinsam geht es darum, in der digitalen Welt selbstständiger zu werden und gemeinsam zu lernen. Mein Kollege Robert Klages war beim Tag der offenen Tür des DSCC. Seinen Bericht können Sie auf tagesspiegel.de nachlesen. Der Club hat sich sehr über den Beitrag gefreut – und will den Text auch im Clubmagazin (offline) drucken.

    Foto: Robert Klages

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-r.klages@tagesspiegel.de

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Paul Lufter von Paul Lufter tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Lichtenberg,

„Lichtenberg steht für gelebte Vielfalt von unterschiedlichen Identitäten und Lebensentwürfen.“ Schöner als dieser Ausschnitt aus den Grundsätzen der Kampagne „Bunter Wind für Lichtenberg“ hätte ich es nicht formulieren können. Mit der Kampagne will Lichtenberg ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung setzen. Vergangenen Donnerstag ging es mit einer Aktion auf dem Vorplatz des Bahnhofs Lichtenberg los. Über das ganze Jahr verteilt sollen weitere Aktionen und Veranstaltungen folgen.

2014 fand die Aktion zum ersten Mal statt, damals organisiert vom Lichtenberger Bündnis Demokratie und Toleranz und als Protest gegen einen rechten Treffpunkt in der Lückestraße. Seitdem hat sich zwar viel verändert, aber die Zahl der rassistischen und antimuslimischen Vorfälle bleibt mit 101 (von insgesamt 209 Vorfällen) im Jahr 2018 weiterhin hoch.

Laut dem Berliner Register ist Lichtenberg jedoch der einzige Bezirk mit einem auffälligen Rückgang der Gesamtzahl von rassistischen Vorfällen. „Wer Menschen aufgrund von Unterschieden diskriminiert oder ausgrenzt, trifft in Lichtenberg auf demokratischen Widerstand,“ so Bezirksbürger*innenmeister Michael Grunst (Linke). „Wir wollen zeigen, dass es viele sind, die diese Ideale teilen.“

Im April 2018 hatte eine rassistische Attacke im Weitlingkiez für Aufsehen gesorgt. Kollege Robert Klages hatte von dem Schicksal der Eisdielenbesitzerin Gönül Glowinski und ihrem Lebensgefährten berichtet, die vor ihrem Laden von zwei Männern mit einem Pitbull rassistisch angegriffen worden waren. Zwischenzeitlich hatte das LKA die Ermittlungen in dem Fall eingestellt – sehr zum Unverständnis von Glowinski. Sie kannte den mutmaßlichen Täter. Das LKA sah jedoch keinen hinreichenden Tatverdacht. Der Verdächtige sagte, er sei es nicht gewesen. Die Aussagen seien zudem uneinheitlich gewesen, hieß es in der Begründung.

Nun wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Anlass war eine Beschwerde über die Einstellung des Verfahrens, heißt es bei der Pressestelle der Staatsanwaltschaft. Inzwischen gebe es sogar eine Anklage, teilt man dort mit. Vonseiten der Politik zeigt man sich erfreut über die Entwicklung. Hendrikje Klein, Abgeordnete der Linken aus Lichtenberg, begrüßte die Wiederaufnahme der Ermittlungen. BM Grunst sprach von einem „wichtigen Schritt“.

Paul Lufter ist freier Mitarbeiter beim Tagesspiegel und hat den Großteil seines Lebens in Hohenschönhausen und Lichtenberg verbracht. Fragen, Anregungen, konstruktive Kritik, Wünsche und Tipps bitte an Paul.Lufter@tagesspiegel.de. Ansonsten finden Sie ihn auch auf Twitter.

Paul Lufters Tipp für Sie

Lichtenberg feiert den „Monat des Jazz“. Mit der Eröffnung der Fotoausstellung „Jazz Gallery ´19“ am vergangenen Samstag begann offiziell der diesjährige Monat des Jazz, eine Kooperation des Jazz Treff Karlshorst e.V. mit dem Kulturhaus Karlshorst, gefördert durch das Bezirksamt Lichtenberg.

Für Musikbegeisterte steht in den kommenden Wochen ein volles Programm an. Von Konzerten über Lesungen und Filmabende ist alles dabei. Am Karfreitag, den 19. April, spielen etwa „B.B. & the Blues Shacks“ aus Hildesheim um 20 Uhr im Kulturhaus, Treskowallee 112 (Eintritt: 15€), während am darauffolgenden Mittwoch, den 24. April, dort Siegfried Schmidt-Joos um 19.30 Uhr aus seinem Buch „Die Stasi swingt nicht – Ein Jazzfan im Kalten Krieg“ liest (Eintritt: 9€). Am Samstag, den 27. April, geht es dann wieder mit Live-Musik der „Dreamland Swing Band“ weiter. (20 Uhr, Eintritt: 15€). Auch für den Mai sind weitere Veranstaltungen geplant. Das komplette Programm mit allen Informationen finden Sie auf berlin.de oder jazztreff.com.