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    Nachbarschaft

    Der Verein Lesben Leben Familie (LesLeFam) e.V. befindet sich in der Dolgenseestraße 21. „Gerade hier im Osten gibt es kaum Anlaufstellen für Lesben. In Schöneberg beispielsweise gibt es viele“, sagte Geschäftsführerin Constanze Körner am Donnerstag beim bezirklichen Pressefrühstück, das diesmal im LesLeFam veranstaltet wurde. Michael Mallé vom Lichtenberger Register (siehe Rubrik „Namen und Neues“) ergänzte: „In Schöneberg treten Schwule und Lesben deutlich offener auf als hier in Lichtenberg.“ Da ist also noch einiges zu tun im Bezirk.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-r.klages@tagesspiegel.de

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von Robert Klages tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Lichtenberg,

Uwe Dinda (AfD), Vorsitzender des „Ausschusses für Öffentliche Ordnung, Verkehr und Bürgerdienste“ hat wohl Stress mit dem Ordnungsamt gehabt, wie ich aus mehreren voneinander unabhängigen Quellen erfuhr. Er soll seinen Wagen ohne Parkscheibe auf dem Parkplatz des Rathauses abgestellt und daraufhin ein Knöllchen kassiert haben. Als die zwei Männer vom Ordnungsamt vor seinem Auto standen, soll Dinda „ihr Arschgeigen“ aus dem Fenster seines Büros im Rathaus gerufen haben.

Das Bezirksamt Lichtenberg bestätigte mir, dass es einen Vorfall gegeben hat, wollte sich aber nicht weiter zu Details äußern. Lichtenbergs Bürger*innenmeister Michael Grunst (Linke) findet es „problematisch, wenn das Ordnungsamt bei der Arbeit beleidigt wird, gerade von politisch Verantwortlichen“. Auch das Büro von Stadtrat Wilfried Nünthel (CDU), unter anderem zuständig für die Abteilung Öffentliche Ordnung, bestätigte ebenfalls einen Vorfall, ohne sich weiter dazu äußern zu wollen. Eine Strafanzeige gegen Dinda wurde wohl nicht gestellt. Die Ansprechpartner der Pressestelle der AfD Berlin reagierten bisher nicht auf eine Tagesspiegel-Anfrage.

Robert Klages ist freier Mitarbeiter beim Tagesspiegel. Schreibt ihm bei Anregungen, Kritik, Wünschen, Tipps bitte eine E-Mail an leute-r.klages@tagesspiegel.de. Ansonsten ist er auch auf FacebookTwitter und Instagram zu finden.

Robert Klages' Tipp

Am 27. Januar 1945, also vor 75 Jahren, wurde das Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Die Vereinten Nationen erklärten diesen Tag im Jahr 2005 deshalb zum Internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust. In Deutschland ist er auch erst seit 1996 ein gesetzlich verankerter Gedenktag. Der Bezirk Lichtenberg begeht 2020 das Gedenken wieder traditionell an zahlreichen Orten im Bezirk.

Die zentrale Gedenkveranstaltung findet am Stadthaus an der Ecke Stadthausstraße und Türrschmidtstraße statt. Das Gedenken beginnt dort am Montag, 27. Januar, um 18 Uhr mit der Projektion von über 300 Namen an die Giebelwand des Stadthauses. Es handelt sich dabei um die Namen der aus Lichtenberg und Hohenschönhausen vertriebenen und ermordeten Jüdinnen und Juden. Die Namen werden bis in die Morgenstunden des 28. Januar zu lesen sein.

Im Anschluss lädt das Museum ein zu dem Programm „Und alles wird gut?“. Mit Liedern, Gedichten und Briefausschnitten von Ilse Weber, einer in Auschwitz ermordeten jüdischen Hörfunk- und Kinderbuchautorin, erinnert das Trio „Gerade Frauen“ an die von Nationalsozialisten ermordeten sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens. Vorgetragen werden die Texte und Lieder von Elke Uta Schrepel (Piano) Maria Elisabeth Weiler (Bratsche) und Ila Raven (Rezitation und Gesang).

Weitere Gedenkorte und Kranzniederlegungen am Montag, 27. Januar 2020:

  • 9.00 Uhr: Gedenktafel im Rathaus Lichtenberg, Möllendorffstraße 6, 10367 Berlin (1.OG)
  • 10.00 Uhr: Gedenkstein Konrad-Wolf-Straße 92, 13055 Berlin – Veranstaltung des Ardenne-Gymnasiums – (anschließend) ca. 11.00 Uhr: Gedenktafel Aronstein, Werneuchener Straße 3, 13055 Berlin – (anschließend) ca. 11.00 Uhr: Friedhof St. Hedwig, Konrad-Wolf-Straße, 13053 Berlin.
  • 10.00 Uhr: Gedenktafel Fennpfuhl, im Park am Fennpfuhl, 10367 Berlin.
  • 11.00 Uhr: Gedenkstele Arbeitserziehungslager Wuhlheide (nahe Eisenbahnbrücke), Am Tierpark 125, 10319 Berlin

    (anschließend) ca. 11.30 Uhr: Gedenkort Rummelsburg, Hauptstraße 8, 10317 Berlin.
  • 11.00 Uhr: Ehrenmal an der Erlöserkirche, Nöldnerstraße 43, 10317 Berlin -(anschließend) ca. 11.15 Uhr: Gedenkstein für Erwin Nöldner, Nöldnerplatz, 10317 Berlin.
  • 15.00 Uhr: Gedenkstein auf dem Loeperplatz an der Kirche, Möllendorffstraße 29, 10367 Berlin.
  • 18.00 Uhr: Museum Lichtenberg Erinnern für die Zukunft (s.o.). Türrschmidtstraße 24, 10317 Berlin.