• Dr_Kleinschmidt

    Nachbarschaft

    Dr. Annett Kleinschmidt ist Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie an der Niebuhrstraße 69 und engagiert sich seit mehr als zehn Jahren für medizinische Entwicklungshilfsprojekte in Ländern wie Brasilien, Iran, Kirgistan und Paraguay.

    Das gefällt mir: Berlin macht sich schick! Das Stadtbild hat sich seit dem Mauerfall unheimlich gewandelt: Häuser wurden saniert, ganze Straßenzüge wie am Haus Cumberland am Ku’damm aufgehübscht und neue Quartiere entwickelt. Aber auch das Styling der Berliner hat sich unheimlich gewandelt. Hier werden inzwischen Looks geboren, Outfits kreiert und Trends gesetzt. Das setzt sich auch in der wachsenden Beauty-Szene fort. Große Designer und Kosmetikfirmen zieht es in die Hauptstadt. Und auch Schönheitsoperationen und ästhetische Behandlungen werden mittlerweile in vielen Kreisen zur Normalität.

    Das nervt mich: Bei vielen Menschen regiert leider immer noch der Gedanke „Geiz ist geil“. Das merkt man bei der Gastronomie, in der Hotellerie und selbst beim Arztbesuch. Oft denken Patienten, dass ein Arztbesuch in Berlin im Vergleich zu München oder Hamburg günstiger sein müsste. Aber gute Zutaten, ausführliche Beratung und ein qualifiziertes OP-Team haben eben auch hier ihren Preis. Langfristig ist gute Qualität sogar günstiger, besonders in der Medizin.

    Das empfehle ich: Ich gehe gerne mit Freunden in das Restaurationscafé AnnaLee in der Bleibtreustraße. In diesem kleinen Ruhepol zwischen dem trubeligen Ku’damm und der Kantstraße kann man in gediegener Atmosphäre kleine Speisen und gute Weine genießen. Hier weht noch der Wind des typischen Charlottenburgs. Außerdem jogge ich gerne im Lietzenseepark, der liegt gleich um die Ecke.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter:  leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

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von Cay Dobberke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Charlottenburg-Wilmersdorf,

mit Musik geht alles besser, heißt es, und vielleicht gilt das ja auch im Tunnel des Grauens der Fußgängerunterführung am Messegelände zwischen dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB), der S-Bahn und dem früheren Internationalen Congress Centrum (ICC). Damit sich Passanten wohler fühlen, will die Messe Berlin den Tunnel musikalisch beschallen. Laut Sprecher Emanuel Höger könnte es in etwa drei Monaten losgehen.

Was genau zu hören sein wird, steht noch nicht fest. Es gehe nicht um atonale Klänge zur Vertreibung der Obdachlosen und anderer ungebetener Gäste, betonte Höger bei einer Podiumsdiskussion über den Tunnel, zu der Bezirksbaustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) eingeladen hatte. Dass bei laufender Musik wahrscheinlich „niemand mehr im Tunnel übernachtet“, ist der Messe ebenfalls bewusst – es wäre ein willkommener Nebeneffekt.

Über die Probleme haben wir oft berichtet. Reisende schleppen mühsam ihr Gepäck über die Treppen, weil die Rolltreppen und Aufzüge selten funktionieren. Häufig stinkt es nach Urin. Abends und nachts gilt der Tunnel als „Angstraum“. Andererseits  gehört er zum denkmalgeschützten ICC-Ensemble, ist beliebt unter Skatern und wegen der ungewöhnlichen Architektur mit roten Kacheln ein gefragter Filmdrehort.

Einig war sich Messesprecher Höger mit dem Architekten und Publizisten Wilfried Wang darin, dass man die Zukunft des Tunnels „in einem größeren Zusammenhang“ mit der geplanten Neugestaltung des Autobahndreiecks Funkturm sehen müsse. Aber schon in näherer Zukunft könne ein professioneller Eventmanager damit beauftragt werden, mögliche Nutzungen zu koordinieren, schlug Wang vor. Schruoffeneger denkt an Kunst und Kultur, besonders für junge Leute. Mit der Messe Berlin und der Tourismusgesellschaft Visit Berlin will er eine Allianz bilden, um die Ideen bald zu konkretisieren und die Landesregierung um Geld aus der Bettensteuer (City Tax) zu bitten.

Es könnte aber auch alles abgerissen werden. Denn die Senatsverkehrsverwaltung will die oberirdische Kreuzung an der Ecke Messedamm / Masurenallee / Neue Kantstraße fußgängerfreundlich umgestalten. Der Tunnel würde dann aus verkehrlicher Sicht überflüssig. Eventuell stehe er sogar im Weg, weil die ganze Ampeltechnik auf dem „Ingenieurbauwerk“ installiert sei und so nur schwer versetzbar sei, sagte Straßenbau-Chef Horst Wohlfahrt von Alm aus der Senatsverwaltung. Dies werde gerade in einer Machbarkeitsstudie geprüft. Auf der Kreuzung sollen Bauarbeiten in frühestens drei Jahren beginnen.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

Cay Dobberkes Tipp für Sie

Gewinnen  Sie Kabarett- und Kinokarten. Im Kabarett-Theater „Die Wühlmäuse“, Pommernallee 2-4, tritt Chin Meyer mit seinem aktuellen Finanzkabarett-Programm „Macht! Geld! Sexy?“ auf. Darin „beleuchtet er mit Charme, Herz und fröhlicher Spontaneität von Finanzkrise bis zum Fake-News-Hype die uns umgebenden Schein-Welten“, heißt es. Für die Vorstellung am Sonntag, 16. September, um 20 Uhr verlosen wir und die Bühne 3 Mal 2 Freikarten. Um mitzumachen, rufen Sie bitte bis Samstagmittag unter diesem Link die Gewinnspielseite des Tagesspiegels auf und tragen als Stichwort „Kabarett“ ein. Falls Sie nicht gewinnen: Karten kosten 24,50 bis 26,50 Euro. wuehlmaeuse.de, chin-meyer.de

„Babylon Berlin“ auf großer Leinwand kann man am Sonnabend, 22. September, und am 23. September im Delphi Filmpalast an der Kantstraße 12a erleben. Eine Woche vor dem Start der deutschen Erfolgsserie im ARD-Fernsehen werden die ersten zwei Staffeln am Stück gezeigt (am 22. September von 14 Uhr bis gegen 21.15 Uhr und am 23. September von 12 bis 19.15 Uhr, mit je zwei Pausen). Der Eintritt kostet 49,50 Euro für das ganze Kinowochenende. Enthalten sind pro Tag ein Begrüßungssekt und eine „kulinarischen Pause“. Bei uns können Sie Gratistickets gewinnen, wenn Sie sich bis zum 17. September an der Verlosung unter diesem Link beteiligen (Stichwort: „Babylon Berlin“). Die Serie um Kommissar Gereon Rath spielt in den 1920er Jahren und basiert auf Romanen von Volker Kutscher, in denen auch der Delphi Palast zu den Originalschauplätzen gehört.