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    Nachbarschaft

    Arnulf Rating, Kabarettist und Gründer der Reihe Der Blaue Montag im Kabarett-Theater Die Wühlmäuse, Pommernallee 2-4.

    Wenn ein Dutzend oder mehr Künstler, von Sängern und Satirikern bis zu Akrobaten und Jongleuren, am gleichen Abend eine Bühne bespielt, können sich Besucher über das vielfältige Programm freuen. Natürlich kommt es auch mal vor, dass nicht jedem Gast alles zusagt. Doch das sieht Arnulf Rating gelassen:  „Wem’s nicht gefällt in sieben Minuten ist alles vorbei“, scherzt er über die sich schnell abwechselnden Auftritte in seiner Mix-Show „Der Blaue Montag“.

    Offenbar macht er das meiste richtig bei der Auswahl der Künstler, die ihm von Freunden und Kollegen empfohlen werden oder sich selbst bewerben. Ins Kabarett „Die Wühlmäuse“ in Westend lockt der „Blaue Montag“ regelmäßig bis zu 500 Besucher. „In der Regel ist es immer voll“, sagt Rating. Und am 17. Juni ab 20 Uhr findet die „lebende Stadtrevue“, wie er die Reihe auch nennt, sogar schon zum 200. Mal statt.

    Wir verlosen zwei Mal zwei Freikarten unter allen Lesern, die am heutigen Freitag die Tagesspiegel-Gewinnspielseite aufrufen und als Stichwort „Der Blaue Montag“ eingeben. Falls Sie nicht gewinnen: Der Eintritt kostet 27,50 bis 32,50 Euro. Sogar „Wühlmäuse“-Chef Dieter Hallervorden will bei der Jubiläumsshow auftreten. Außerdem sind viele langjährige Weggefährten mit dabei, darunter Andrej Hermlin & his Swing Dance Band und der BMX-Radartist Frank Wolf. Das ganze Programm finden Sie hier.

    Bekannt wurde Rating als Mitglied der Anarcho-Kabarettgruppe „Die 3 Tornados“ in den Jahren 1977 bis 1990. Er gründete auch das „Maulhelden“-Sprachfestival im Tempodrom, das heute als Veranstaltungsagentur Maulhelden-Büro fortlebt. Der „Blaue Montag“ entstand 1990 im damaligen „Quartier Latin“ an der Potsdamer Straße in Tiergarten (dem heutigen Wintergarten), wo die „3 Tornados“ zu den Betreibern gehörten. Seinerzeit „war montags in allen Theatern Spielpause“ erinnert sich Rating. Mit der Anzeige „Wir suchen Kunstfurzer oder Leute, die andere 5 Minuten zum Lachen bringen“ wurden die ersten Künstler angeworben.

    Später ging es im Tempodrom und im Tipi-Zelt am Kanzleramt weiter. 2014 folgte der Umzug auf die Bühne der „Wühlmäuse“, an der Dieter Hallervorden eigens dafür eine Trapezstange einbauen ließ. Anders als in den ersten Jahren findet „Der Blaue Montag“ nicht mehr wöchentlich statt, sondern etwa alle zwei Monate (außer in den Sommerferien).

    Zusätzlich reist Rating fünf Mal pro Spielsaison mit einigen der Künstler zu Gastspielen nach Frankfurt an der Oder. Dabei ist Rating auch die Fahrt im Tourbus als Gemeinschaftserlebnis wichtig. „Auf der Hinfahrt gibt es Kaffee und Kuchen, auf der Rückfahrt Bier und Buletten“, erzählt er. Mit seinen eigenen Shows steht der Kabarettist weiterhin auf vielen deutschen Bühnen oder tritt im Fernsehen auf. Dabei setzt er sich nur eine Grenze: „Ich habe mit meiner Frau maximal 120 Auftritte pro Jahr vereinbart.“

    Foto: Kai-Uwe Heinrich

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter:  cay.dobberke@tagesspiegel.de

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von Cay Dobberke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Charlottenburg-Wilmersdorf,

um den neuen Zaun am Halensee-Ufer neben der öffentlichen Liegewiese und das dortige Badeverbot gab es viel Streit in der letzten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vor der Sommerpause. Nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen im Rathaus Charlottenburg kam es am Donnerstag zu hitzigen Diskussionen. Die SPD-Fraktion prangerte den Bau des Zauns als „unverschämte Provokation“ der Bürger und der vorab nicht informierten BVV an.

Ein Dringlichkeitsantrag der Sozialdemokraten, die Einzäunung zu entfernen und „innerhalb von 14 Tagen“ wieder den freien Zugang zum See zu ermöglichen, fand eine ungewöhnlich breite Mehrheit. CDU, FDP, Linke und AfD stimmten zu. Nur die Grünen enthielten sich, wohl auch, weil der zuständige Bau- und Umweltstadtrat Oliver Schruoffeneger aus ihren Reihen stammt.

In den Sommerferien „werden wir eine deutliche Verbesserung des Zugangs zum See erreichen“, kündigte Schruoffeneger etwas nebulös an. Er unterscheidet zwischen dem Badeverbot, das wegen der Belastung mit Kolibakterien gelte, und der Einzäunung, welche die Ufervegetation mit Schilf gemäß dem Landschaftplan des Landes Berlin aus dem Jahr 1991 schütze. In den nächsten Wochen soll ein Gutachten klären, wie der Bezirk am besten mit dem Landschaftsplan umgeht. Die öffentliche Kommunikation sei „katastrophal“ gewesen, gibt der Stadtrat zu.

Etwa 60 Badelustige demonstrierten am Mittwoch am Seeufer, darunter einige der Nudisten, die zu den häufigsten regelmäßigen Besuchern der Wiese gehören. Besonders unverständlich finden es die Kritiker, dass die Wasserqualität angeblich nur im „Ku’damm-Beach“ (der Strandbar im früheren Freibad) ausreichend gut sein soll. Dort kostet der Eintritt 12 Euro. Bei der Kundgebung machten Verschwörungstheorien die Runde, wonach der private Betreiber der Strandbar bevorzugt werde. Nach unserer Kenntnis deutet allerdings nichts darauf hin.

Warum reicht der Filter nicht? Die Berliner Wasserbetriebe haben über der Liegewiese eine Anlage gebaut, die Regenwasser säubert, weil der Halensee keine natürlichen Zuflüsse hat. Laut Schruoffeneger existieren jedoch zwei weitere Regenwasserleitungen, deren Filter kaum funktionieren. Vor allem bei Starkregen führe das zu sehr schlechten Messwerten.

Auf die spannendste Spur führt der CDU-Bezirksverordnete Hans-Joachim Fenske. Für die Belastung mit Fäkalkeimen seien wohl Reisebus-Fahrer verantwortlich, die am Avus-Parkplatz ihre Bordtoiletten illegal selbst säuberten, statt dort die gebührenpflichtige Entsorgungsanlage zu nutzen. Abwasser vom Parkplatz gelangt ebenfalls in den Halensee. Laut Fenske haben die Wasserbetriebe ihm bestätigt, dass ihr Filter „keine Fäkalienreinigungsanlage“ sei.

Unterdessen loben Bürger wie unser Leser Hans Markert, der Protestunterschriften gegen den Zaun und das Badeverbot gesammelt hat, den  BVV-Beschluss als „hervorragendes Beispiel, dass bürgerschaftliches Engagement sich lohnt und zu guten Ergebnissen führen kann“. Markert und einige Mitstreiter verfolgten die Debatte auf der Besuchertribüne und berieten danach draußen über ihr weiteres Vorgehen. „In der euphorischen Stimmung war die Bereitschaft groß, durch aktive Mithilfe die wieder hergestellte alte Badestelle zu verbessern,“ sagt Markert. Unter anderem gehe es um die gefährliche Steintreppe. Nun wollen die Bürger dem Bezirksamt anbieten, sich „teils durch Arbeitseinsatz und teils finanziell“ an Umbauten zu beteiligen.

Wie die BVV-Fraktionen darüber denken, können Sie im Thema des Monats
auf der Website des Bezirks lesen.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an cay.dobberke@tagesspiegel.de

Cay Dobberkes Tipp für Sie

Hier spielt die Musik. Allein in unserem Bezirk gibt es 42 Konzerte beim Berliner Musikfestival „Fête de la Musique“ am Freitag der kommenden Woche (21. Juni). Erstmals beteiligt sich beispielsweise das Netzwerk Süd-West Berlin und verspricht am Rüdesheimer Platz „ein bunt gemischtes Programm aus Brass, Jazz, Chansons und Gospel“.

Den Anfang macht dort ab 16 Uhr das JazzOrchester Kreuzberg mit vielen Talenten aus der der Berliner Jazzszene. Argentinische Klänge bringt ab 17-.15 Uhr das Singer Songwriter-Duo Ron Görlick und Gabriela Beradone auf die Bühne. Mit Gypsy-Musik und Klezmer macht die Band Aero Brass ab 18.15 Uhr weiter, um 19 Uhr singt der Chor Wings of Joy moderne Gospelmusik. „Spatz trifft Engel“, heißt eine Hommage der Schauspielerin und Sängerin Cornelia Schönwald an Edith Piaf und Marlene Dietrich (ab 20 Uhr). Zum Abschluss will der Chor Singing me happy ab 20.45 Uhr mit Jazz und „allem, was groovt“ gute Laune verbreiten und zum Tanzen einladen. Übrigens: Wer gemütlich ein Glas Wein trinken möchte, ist auf dem Rüdesheimer Platz ebenfalls richtig, denn  parallel zur Fête de la Musique geht auch das Winzerfest „Rheingauer Weinbrunnen“ weiter.

Eine Übersicht aller Konzerte im Bezirk finden Sie hier auf der Webseite der Fête de la Musique. Bisher nicht verzeichnet ist dort eine interesssante Veranstaltung im Lietzenseepark. Vor dem alten Parkwächterhaus plant der gemeinnützige Bürgerverein ParkHaus Lietzensee am 21. Juni ab 15 Uhr ein buntes Programm mit Musikern und anderen Künstlern, einem Eiswagen und einer Freiluftbar. Zusätzlich informieren die engagierten Anwohner aber auch über den Stand der Dinge bei der Sanierung des Baudenkmals, das sie zum soziokulturellen Nachbarschaftstreff machen wollen. Besucher können an Begehungen der Baustelle teilnehmen.