• Nachbarschaft

    Christine Stüber-Errath, 62, Welt- und Europameisterin im Eiskunstlauf mit Berliner Wurzeln, Wohnsitz in Brandenburg, einem Herz für Marzahn-Hellersdorf und einer späten Karriere als Schauspielerin.

    Am Weltfrauentag, dem 8. März, feiert um 20.15 Uhr bei Arte ein Film seine Fernsehpremiere, der auch mit diesem Bezirk zu tun hat. In „Die Anfängerin“ spielt Christine Stüber-Errath in einer Nebenrolle sich selbst als eine Hobby-Eiskunstläuferin, die im reifen Alter ihre Pirouetten im Sportzentrum Hohenschönhausen dreht und einer anderen Frau begegnet, die sich einen Kindheitstraum erfüllen will. Auch sie möchte Eiskunstlauf lernen – was ihr die strenge Mutter in Kindertagen immer verboten hatte. Eine Schlüsselszene des Films spielt im Marzahner Haus des Sports in der Eisenacher Straße 121. Bei einer Veranstaltung, bei der Stüber-Errath im Mittelpunkt steht, klärt sich plötzlich der Konflikt zwischen Mutter und Tochter auf. „Die Komparsen“, erzählt Stüber-Errath, „sind alle aus Marzahn-Hellersdorf.“

    Ihre Jugend hat sie zu ungeahnten Höhen geführt. 1973, 1974 und 1975 war Stüber-Errath dreimal in Folge Europameisterin im Eiskunstlauf, 1974 holte sie gar den Weltmeistertitel und 1976 bei den Winterspielen in Innsbruck auch die Bronzemedaille. Kurz danach, mit nur 19 Jahren, war ihre sportliche Karriere schon zu Ende. Bei einem Sturz in der Olympia-Vorbereitung hatte sie sich eine schwierige Verletzung am rechten Fuß zugezogen, konnte sich gerade noch rechtzeitig zurückkämpfen. Doch für das Sportsystem, das ohnehin die meisten Erfolgsläuferinnen in Karl-Marx-Stadt rekrutierte, war sie danach nicht mehr viel wert. „Ich habe gespürt, wie ich vom Verband sofort fallengelassen wurde.“ Nach einem Studium fand sie im DDR-Kinderfernsehen eine neue Aufgabe, ab den 90ern schloss sie als Moderatorin der MDR-Sendung „Außenseiter-Spitzenreiter“ daran an.

    Auf dem Eis stand Stüber-Errath jedoch 20 Jahre lang nicht. Erst als Regisseurin Alexandra Sell sie auf das Filmprojekt ansprach, schnürte sie wieder die Schlittschuhe. Vier Jahre lang trainierte sie wieder in der Eishalle an der Paul-Heyse-Straße in Friedrichshain. Heute ist sie selbst wieder Hobbyläuferin. „Ich wollte auch Mut machen, dass man sich in jedem Alter etwas zutrauen sollte“, erklärt sie die Energie, mit der sie sich auf die Dreharbeiten vorbereitete.

    Dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist Stüber-Errath seit vielen Jahren verbunden. Das liegt am Bezirkssportmuseum, dessen Bezeichnung nahelegt, es könnte sich um ein Museum für Sportlerinnen und Sportler aus dem Berliner Nordosten handeln. Treffender wäre der Name: Museum des ostdeutschen Sports. Denn der Bezirkssportbund, allen voran sein Kurator Wolfgang Turowski, hat im Haus des Sports Erinnerungsstücke aus vier Jahrzehnten DDR-Sport und drei Jahrzehnten ostdeutschem Sport nach der Wende versammelt. „Wir Sportler, die aus der DDR kommen, haben nicht so viele Plätze, an denen unsere Arbeit gewürdigt wird“, sagt Stüber-Errath. Seit vielen Jahren schon unterstützt sie deshalb das Museum, hat ihr Kürkleid und ihre Goldmedaille von der Europameisterschaft 1975 gestiftet, besucht Veranstaltungen und Feste. „Wir sind eine große Familie.“ Olympia-Bronze hat Stüber-Errath sich für den Film noch einmal ausgeliehen – doch auch diese Medaille soll bald wieder in die Sammlung zurückkehren.

    Einen weiteren Bezug gibt es im Film noch zu Marzahn-Hellersdorf. Schlagerstar Frank Schöbel, der in Mahlsdorf lebt, hat dem Projekt zwei seiner Lieder geschenkt, darunter „Gold in deinen Augen“. Seit Jahrzehnten ist Stüber-Errath mit ihm befreundet. Das Lied hat sie früher schon beim Schaulaufen im Westen für ihre Kür verwendet, erzählt sie. „Deshalb ist Frank Schöbel auch in den USA gespielt worden.“

    „Meine erste 6.0“: Erinnerungen an ihr bewegtes Leben hat Stüber-Errath mit Autor Jens Rümmler in einem Buch zusammengestellt, das über ihre Website erhältlich ist.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: [email protected]

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von Ingo Salmen tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Marzahn-Hellersdorf,

von Twitter und Facebook will er nichts mehr wissen, aber so ganz hat sich Robert Habeck doch noch nicht von der rauen Seite des Lebens abgewandt. Der Bundesvorsitzende der Grünen kommt jetzt nämlich nach Marzahn. Am Mittwoch, 27. Februar, wird er ab 18 Uhr im Orwohaus, Frank-Zappa-Straße 19, über seine Alternative zu Hartz IV sprechen: das Konzept einer „solidarischen Grundsicherung“. In einer Mitteilung des Grünen-Kreisverbandes heißt es, dass die Diskussion im sogenannten Fishbowl-Format stattfinden wird: Dabei sitzen Habeck, die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, Silke Gebel und Fachleute in der Mitte, während Zuhörer abwechselnd auf einem freien Stuhl in der Runde Platz nehmen und sich an der Debatte beteiligen können. Damit das noch einigermaßen geordnet abläuft, wird es auch Moderatoren geben, darunter den örtlichen Abgeordneten Stefan Ziller. Der Besuch der Debatte ist kostenlos, die Grünen bitten aber um Anmeldung über die Website der Fraktion.

Zwischendurch gibt’s was auf die Ohren von Musikern des Orwohauses, dem nach eigener Darstellung größten selbstverwalteten Probenhaus Europas. „Das Format soll zum Mitdiskutieren einladen und das künstlerische Umfeld aufgreifen“, schreiben die Bezirksgrünen. Ob das nun für enthusiastische Zustimmung oder heftige Ablehnung spricht, ist ungewiss. Leidenschaftlich dürfte es in jedem Fall zugehen: Schließlich nennt sich das Orwohaus auch die „lauteste Platte Berlins“.

Ingo Salmen ist Online-Redakteur beim Tagesspiegel. Und bei Twitter ist er auch zu finden. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an [email protected]

Ingo Salmens Tipp für Sie

Beim Begriff „Leistungsschau“ denke ich ja immer an uckermärkische Rinder oder Rassegeflügelzüchter. Das Bezirksamt gebraucht das Wort hingegen im Zusammenhang mit Sozialprojekten und Vereinen. Deren Leistungsschau steht jetzt nämlich wieder bevor – zum 14. Mal bereits. Von Donnerstag, 21. Februar, bis Sonnabend, 23. Februar, finden im Eastgate an der Marzahner Promenade die Sozialtage des Bezirks statt. Stadtteilzentren und Nachbarschaftstreffpunkte, sozial engagierte Vereine und Verbände, Seniorenvertretung, Migrantenorganisationen, Polizei und Bezirksamt, insbesondere das Sozial- und Jugendamt, stellen dann einer breiten Öffentlichkeit ihre Arbeit vor. In vielen Fällen können Besucherinnen und Besucher unmittelbar Informationen und Unterstützung zu Themen wie Patientenrechten, Pflege, zu Mietrechtsproblemen oder Sicherheitsfragen im Alltag bekommen. Außerdem sind die Sozialtage eine gute Gelegenheit für alle, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, unverbindlich mit Vereinen und Initiativen in Kontakt zu kommen. Um 13 Uhr am Donnerstag eröffnet Sozialstadträtin Juliane Witt (Linke) die Veranstaltung. Die Stände finden Sie zu den regulären Öffnungszeiten des Einkaufszentrums vor.

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