• Franzi Kuehne

    Nachbarschaft

    Franzi Kühne, 35, hat 2008 in Berlin die erste Social-Media Agentur mit dem Namen „Torben, Lucie und die gelbe Gefahr“ (TLGG) mitgegründet. Vor einem Jahr wurde sie bei dem börsennotierten Unternehmen Freenet Deutschlands jüngste Aufsichtsrätin.

    Zu Schulzeiten saß sie lieber mit lila gefärbten Haaren im Park, statt zu lernen. Während des Jurastudiums lernte Kühne ihre beiden späteren Geschäftspartner kennen. 2015 hat das Trio sein Unternehmen an eine US-Firma verkauft. Die Gründer stehen aber nach wie vor an der Spitze. 190 Mitarbeiter beraten Bundesministerien und Konzerne wie Lufthansa, BMW und die Deutsche Bahn. Als Aufsichtsrätin von Freenet wacht Kühne nun auch noch über ein Milliardenunternehmen mit mehr als 4000 Mitarbeitern. Sie wolle Frauen zeigen, „dass sie in jungen Jahren genauso viel erreichen können wie Männer“, erzählt sie. „Und es macht mir Spaß, pedantisch Geschäftsberichte zu prüfen.“ Den Posten bekam sie auch wegen der Frauenquote, „eine gute Sache, leider“, findet sie, weil sich sonst nichts ändere. „Ich hatte bisher aber nie das Gefühl, nur die Quotenfrau zu sein.“

    In der New Yorker Madison Avenue hat ihre eigene Firma inzwischen ein Auslandsbüro. Der Hauptsitz liegt am Paul-Lincke-Ufer. Zu Hause aber ist Kühne mit ihrem Partner Florian Hayler, dem das Ramones-Museum gehört, und der zweijährigen Tochter in Biesdorf. „In Kreuzberg zu arbeiten, reicht mir völlig, das Trubelige, die Touristen. Zum Feierabend fahre ich gern raus in mein Spießerparadies.“ Das Leben mit der kleinen Tochter ist gut durchgetaktet. „Morgens bringen mein Partner oder ich sie zur Kita“, erzählt Kühne. „Bei mir ist der Dienstag zum Abholen fix. Da gehen wir nachmittags zum Babyschwimmen.“ Die eigene Mutter, eine Nanny, Hayler und sie selbst sind in feste Schichten eingeteilt. Einmal in der Woche kommt ein Putzmann, die Wäsche bringen sie in die Reinigung.

    „Vielleicht klingt das versnobt“, sagt Kühne, „doch wenn ich abends und am Wochenende Zeit für meine Familie habe, will ich keine Wäsche aufhängen.“ Vor Alleinerziehenden habe sie „enormen Respekt“, erzählt die 35-Jährige. Wie die alles organisiert bekommen? „Es ist mir ein absolutes Rätsel.“ Doch auch wenn die verschiedenen Jobs viele Herausforderungen mit sich bringen, auch wenn es ihr selbst ein Anliegen war, nach der Geburt schnell wieder zu arbeiten: Die Tochter geht immer vor. „Ich bin immer sehr bei dem, was ich im Moment mache“, sagt die Digitalexpertin. „Wenn ich mit meinem Kind zusammen bin, gucke ich nicht ständig auf mein Smartphone und lese keine E-Mails.“

    Warum sie beim Psychotest des BKA durchgefallen ist, wie Romane ihre Studienwahl beeinflusst haben und was sie mit ihrer Tochter einmal programmieren will, hat Kühne meiner Kollegin Marie Rövekamp erzählt. Das ausführliche Interview aus unserem Sonntagsmagazin lesen Sie hier.

    Foto: Kai-Uwe Heinrich

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-i.salmen@tagesspiegel.de

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von Ingo Salmen tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Marzahn-Hellersdorf,

fangen wir mit einer guten Nachricht an: Für die Schülerinnen und Schüler des Otto-Nagel-Gymnasiums, die mit dem Bus oder dem Fahrrad kommen, soll der Schulweg zumindest etwas sicherer gestaltet werden. Mitte Juni hatten wir hier im Newsletter über die Kritik der Schülersprecher an der kurzen Grünphase zur Überquerung der B1/B5 berichtet. Deshalb müssen die Kinder immer auf der Mittelinsel einen Zwischenstopp einlegen, während der Verkehr an ihnen vorbeidonnert. Eine längere Grünphase lehnten die Senatsverkehrsverwaltung und die Verkehrslenkung Berlin ab – wegen des drohenden Rückstaus für die Autos. Das Land beharrt auch weiterhin auf dieser Position. Doch inzwischen haben sich die Beteiligten auf einen Kompromissvorschlag des Bezirks verständigt.

Ein Dreiergespräch führte zu der Einigung. Am 29. Juni fuhren Verkehrsstadtrat Johannes Martin (CDU) und Schülersprecher Tim Demisch zur Verkehrslenkung nach Tempelhof. Mit dem zuständigen Mitarbeiter einigten sie sich auf drei bauliche Veränderungen: eine Radwegmarkierung fürs Überqueren der Ampel, ein Absenken des Bordsteins und eine Verbreiterung des Übergangs sowie des Mittelstreifens, indem ein Stück des Grüns zugunsten von Pflasterung weggenommen wird, damit die Kinder sich nicht mehr auf dichtem Raum drängeln, wenn sie in Klassenstärke auf Grün warten.

Die Planungen durch den Bezirk laufen bereits, erklärt Martin auf Anfrage, die formalen Anordnungen durch die Verkehrslenkung stehen allerdings noch aus, weshalb es noch keinen Termin für die Umsetzung gibt. Schülersprecher Demisch lässt durchklingen, dass er auch weiterhin für eine längere Grünphase eintreten will, aber freut sich über „die erste reale Annäherung an unsere Forderung eines sicheren Schulweges“.

Ingo Salmen ist Online-Redakteur beim Tagesspiegel. Und bei Twitter ist er auch zu finden. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-i.salmen@tagesspiegel.de

Ingo Salmens Tipp für Sie

Sind Flüchtlingsunterkünfte eigentlich Teil eines Kiezes, einer Nachbarschaft – oder bleiben sie isoliert? Der Leiter des Nachbarschaftsprojektes „Benn“ am Blumberger Damm, Kaspar Röttgers, hat vor vier Wochen hier im Newsletter erklärt, dass neben kulturellen Unterschieden oft ganz praktische Hürden bestehen: Im Alltag ergeben sich schon deshalb keine Kontakte, weil Pforte und Security den Zugang regeln. Deshalb wollen wir heute drei Veranstaltungen empfehlen, die Begegnungen leicht möglich machen.

Zu einem Gartenfest lädt die Gemeinschaftsunterkunft in der Maxie-Wander-Straße 78 an diesem Donnerstag 16. August, ab 14 Uhr Kinder und Erwachsene ein. Es fällt zusammen mit dem Abschluss des Feriensommers des Bündnisses für Kinder. Neben zahlreichen Ständen gibt es auch ein Bühnenprogramm mit Clown Erhan, Zauberer Fredini und Musik von Trixie Trainwreck. „Das Fest ist inzwischen schon fast etwas wie eine kleine Institution in Hellersdorf“, heißt es in der Ankündigung. Seit Frühjahr 2015 betreiben die Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkunft mit Unterstützung des Kinder- und Jugendbeteiligungsbüros und den Prinzessinengärten bereits den Garten. Der Name des Projektes: „Wurzeln und wachsen lassen.“

Ein interkulturelles Picknick veranstaltet das Benn-Projekt Mehrower Allee am Mittwoch, 22. August, ab 16.30 Uhr im Garten der Begegnung in der Ludwig-Renn-Straße 33B – auch das inzwischen eine kleine Tradition im Quartier. Es richtet sich sowohl an alteingesessene Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels, als auch an Familien aus der Unterkunft an der Bitterfelder Straße. Völlig beliebig soll es jedoch nicht zugehen: Das Thema des Tages sind Salate (jeder darf einen fürs Büfett mitbringen).

Pünktlich zum Ferienende findet außerdem am Sonnabend, 18. August, zum neunten Mal das „Kiez4All-Fest“ im Haus der Begegnung M3 statt. Auf dem Programm stehen Livemusik, Ponyreiten und einiges mehr. M3 ist das Kürzel für die Mehrower Allee 3, eingeladen sind zwischen 13 und 18 Uhr Kinder wie Erwachsene.

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