• Nachbarschaft

    Friedrich Porsdorf, 81, Maler und ein früher Bewohner der Großsiedlung Marzahn, der zurzeit mit Norbert Kluge im Hellersdorfer Ausstellungszentrum Pyramide seine Werke zeigt. Zu sehen bis zum 28. Juni montags bis freitags, 10 bis 18 Uhr, Riesaer Straße 94, Eintritt frei. ausstellungszentrumpyramide.de

    Im 40. Jahr seines Bestehens ehrt der Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit Friedrich Porsdorf nicht nur einen geschätzten Maler, sondern quasi einen der ältesten Künstler des Bezirkes, einen der dienstältesten sozusagen. 1980, nur ein Jahr nach Gründung von Marzahn, bezog er mit seiner Familie eine Neubauwohnung in der Allee der Kosmonauten, in der er bis heute lebt – und arbeitet.

    Geboren wurde Porsdorf 1938 in Radebeul, das Studium führte ihn früh nach Berlin. Hier studierte er an der Kunsthochschule Berlin bei Kurt Robbel und Walter Womacka Malerei. Seit 1970 bis zu seiner Emeritierung war Porsdorf als Professor in der künstlerischen Grundlagenlehre „Zeichnen und Malen“ tätig: Naturstudium, Farbtheorie, Maltechnik und Werklehre. Bei seinen Studierenden soll er als kompetenter und freundlicher Lehrer geschätzt worden sein. In seiner Malerei zeigt er „eine erfrischende Art der Gegenstandsgewinnung und mutiges, freies Farbverhalten“, wie es in der Ankündigung der Ausstellung heißt. „Was vor der Natur entsteht, das unmittelbare visuelle Erlebnis, ist bei Porsdorf Malerei in ihrer ganz reinen, ursprünglichen Form.“ Er stehe in der Traditionslinie einer Bildauffassung, „deren Impuls und Intension sich immer wieder aus der sinnenfreudigen Wirklichkeitserfahrung herleitet“.

    Für Porsdorf ist Abstraktion ein Vorgang, der nur so lange spannend ist, wie der Vorgang bleibt. Das Ziel: die Ankunft im Abstrakten ist weniger interessant als der Weg dorthin. Er treibt die Abstraktion weit, wird aber nie abstrakt. Der eigentliche Grund, aus dem Porsdorf malt, seien die Farben, ihr immer wieder neues Zusammenspiel. Die atmosphärische Schichtung der Flechen und Formen, wie hier in seinem Bild „Gartenlaube“ zu sehen. Aus dem Marzahner Atelierfenster heraus entstanden im Laufe der Jahrzehnte hunderte Studien und Gemälde, der immer gleiche Blick – einige davon sind in der Ausstellung zu sehen. Porsdorfs besonderes Interesse gilt der Porträtmalerei, der ebenfalls ein Raum gewidmet ist.

    Die Objekte Norbert Kluges ergänzen dieses Farbenspiel. Die Materialien seiner Objekte weisen fast alle Alters- und Gebrauchsspuren auf, da es sich meist um Fundstücke handelt, die dem Künstler mehr oder weniger zufallen. Am Nordseestrand, bei Waldspaziergängen, in Schuppen oder Flohmärkten – wobei die Zahl der verwendeten Teile auf ein Minimum reduziert wird.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-i.salmen@tagesspiegel.de

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von Ingo Salmen tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Marzahn-Hellersdorf,

jetzt mal ehrlich: Für Marzahn-Hellersdorf kommt’s gerade ganz dick. Vor einigen Wochen regten die Berichte über Jugendgewalt am Eastgate die Stadt auf, vergangene Woche platzte dann eine Nachricht herein, die an einige der spektakulärsten Raubüberfälle in der Stadt erinnerte: Aus der Fuchsberg-Grundschule in Biesdorf wurde über Nacht und binnen 14 Minuten der vermeintlich hochgesicherte Goldschatz gestohlen, der als Kunst am Bau in einer Vitrine im Erdgeschoss ausgestellt war. Mein Kollege Alexander Fröhlich hat die Tat im Tagesspiegel minutiös rekonstruiert. Und wie manch andere spektakuläre Tat fällt der Verdacht auf Angehörige Berliner Clans. Schon vor dem Einbruch gab es Hinweise, der Schutz des Kunstwerks war auch nicht so gut, wie zunächst dargestellt. Für die Polizei ist das peinlich, denn Innensenator Andreas Geisel (SPD) wollte die Clan-Kriminalität in Berlin konsequent bekämpfen. Jetzt will zumindest Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) einen neuen Hebel ansetzen: Und Notare in den Kampf gegen die organisierte Kriminalität einspannen.

Am Donnerstag die nächste Meldung: Wieder gab es einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Laden in Marzahn, diesmal traf es einen Netto-Markt in der Poelchaustraße – und ein Täter verlor die Nerven. Er gab einen Schuss ab, doch der ging zum Glück ins Leere. Zuvor hatte es bereits bewaffnete Überfälle auf Märkte von Getränke Hoffmann und Lidl ganz in der Nähe gegeben. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Polizei zumindest einen Teil der Fälle aufklären kann: Es gibt Personenbeschreibungen. Eine gute Nachricht gab es an jenem Tag doch noch: Ein Hellersdorfer Imbissbetreiber wollte sich einen Überfall mit einem Messer einfach nicht bieten lassen – und schlug den Angreifer mit einem Dönerspieß in die Flucht.

Ingo Salmen ist Online-Redakteur beim Tagesspiegel. Und bei Twitter ist er auch zu finden. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-i.salmen@tagesspiegel.de

Ingo Salmens Tipp für Sie

In den vergangen Tagen wusste man ja manchmal nicht, ob man sich ins Freie wagen kann, oder bald Wolken vor die Sonne ziehen und es auf einen niederhagelt. Am kommenden Wochenende soll das aber spätestens vergessen sein, dann treibt es ganz Berlin nach draußen: nämlich zum Langen Tag der Stadtnatur. Am 25. und 26. Mai warten stadtweit 500 Aktionen auf das entdeckungsfreudige Publikum. Auch Marzahn-Hellersdorf ist vielfach daran beteiligt. Stellen Sie sich am besten auf der Stadtnatur-Website Ihr Programm individuell zusammen, ob im Bezirk oder über deren Grenzen hinaus.

Drei Punkte möchte ich Ihnen dennoch ans Herz legen: Das Freilandlabor Marzahn feiert am Sonntag von 10 bis 18 Uhr im Bienenlehrgarten des Imkervereins Wuhletal, Lichtenhainer Straße 14 in Hellersdorf, von 10 bis 18 Uhr sein 25-jähriges Jubiläum. Allein in den vergangenen zehn Jahren haben 32.000 Schul- und Kita-Kinder die Angebote des Labors genutzt. Ebenfalls am Sonntag lädt die Kleingartenanlage Am Forsthaus in Marzahn zum Besuch ein. Seit 2017 sind die Gartenfreunde dabei, die Parzelle 15 zur „Gemeinschaftsparzelle Klimagarten“ nach ökologischen Gesichtspunkten zu gestalten. Von 11 bis 15 Uhr lässt sich das wissenschaftlich begleitete Gärtnern im Klimawandel erkunden. Für Frühaufsteher empfiehlt sich am Sonntag schließlich die Führung „Geheimnisvolle Moore im Wuhletal“. Versprochen wird „Natur- und Landschaftsgeschichte“ zum Anfassen, verlangt werden die Bereitschaft zu dreieinhalb Kilometern Wanderung und festes Schuhwerk. Los geht es schon um 8.30 Uhr.

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