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    Nachbarschaft

    Eberhard Schönberg, neuer BVV-Vorsteher.

    An jedem Mittwochnachmittag erscheint der Reinickendorf-Newsletter. In jedem Monat gibt es einen Mittwoch, an dem ich über den Erscheinungstermin nicht glücklich bin – es ist der erste (im Oktober der zweite) Mittwoch des Monats, wenn am Abend die BVV tagt. Über deren Verlauf kann ich dann nicht aktuell berichten. Und so kommt auch der Bericht über die Wahl Eberhard Schönbergs zum neuen BVV-Vorsteher verspätet, die Gratulation an ihn ist dafür um so herzlicher. Schönberg, der in Hermsdorf lebt, war von 1996 bis 2010 Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Berlin. Er folgt Hinrich Lühmann nach, der, hochgeehrt und über alle Parteigrenzen hinweg geschätzt, in der letzten Woche feierlich verabschiedet wurde.

    Vorschlagsberechtigt war die CDU als stärkste Fraktion. Sie nominierte den 65-jährigen Schönberg, der dann auch mit 95,8 Prozent der BVV-Stimmen gewählt wurde. Die parteiübergreifende Unterstützung des BVV-Vorstehers hat in Reinickendorf gute Tradition. Schönberg war 2011 erstmals als parteiloser Quereinsteiger für die CDU in die BVV gewählt worden. 2014 trat er in die CDU ein. Eberhard Schönberg zeigt sich nach der Wahl sichtlich bewegt und versprach, allen Fraktionen und Bezirksverordneten ein fairer Partner zu sein. Bezirksbürgermeister Frank Balzer, ebenfalls CDU-Mitglied, gratulierte Eberhard Schönberg und wünschte ihm eine glückliche Amtsführung.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

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Gerd Appenzeller, Tagesspiegel. von Gerd Appenzeller tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Reinickendorf,

Noch immer fassungslos und erschüttert sind die Bewohner und Anlieger eines Hochhauses in der Tiefenseer Straße im Märkischen Viertel: Am frühen Sonntagnachmittag gegen 13:30 Uhr ist ein achtjähriger Junge, der im Schatten des Hochhauses auf seinem Rad unterwegs war, von einem herab stürzenden Holzklotz tödlich getroffen worden. Inzwischen steht fest: Der Birkenholzstamm, etwa 50 Zentimeter lang, und 30 Zentimeter im Durchmesser, und entsprechend schwer, wurde von einem zehnjährigen Jungen aus großer Höhe von einem der Balkone geworfen, die vom Treppenhaus frei zugänglich sind. Eine Überwachungskamera hat den Jungen aufgenommen, wie er mit dem Holzstück das Haus betrat und es ohne den Holzklotz wieder verließ. Da die Einfassung des Balkons mehr als einen Meter hoch ist, konnte der Junge vermutlich nicht einmal sehen, ob zum Zeitpunkt der Tat Passanten in der Nähe des Hochhauses waren.

Der Zehnjährige wurde von der Polizei in der Schule festgenommen. In seinem Zimmer fanden die ermittelnden Polizeibeamten auch die Kleidung, die der Junge bei der Tat getragen hatte. Was ihn zu dieser Tat bewogen hat, steht noch nicht fest. Fest steht aber, dass der Junge noch nicht strafmündig ist. An der Stelle, an der der Baumstumpf den achtjährigen Ibrahim traf, legten trauernde Nachbarn Blumen und Teddybären ab und zündeten Kerzen an. Der Junge war Sohn einer vor zehn Jahren aus Tschetschenien geflüchteten Familie. Die Eltern wollen ihr totes Kind in seiner Heimatstadt Grosny beerdigen. Nach Angaben von Anwohnern kam es in der Vergangenheit immer wieder vor, dass aus den Fenstern der höheren Etagen vor allem in der Dunkelheit Gegenstände geworfen wurden. Dabei handelte es sich meistens aber um eine Art illegaler Müllentsorgung – auf der Wiese vor dem Hochhaus lagen Flaschen und Windeln.

Gerd Appenzeller, geborener Berliner, ist seit 24 Jahren Mitglied der Tagesspiegel-Redaktion, war Chefredakteur und Herausgeber. Als er 1994 mit seiner Familie in die alte Heimat zurückkam, zog er nach Hermsdorf, denn dort hat er auch seine Kindheit verbracht und dort leben auch sein Bruder und dessen Frau. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

Gerd Appenzellers Tipp für Sie

Die Reinickendorfer Lunchkonzerte. Die Lunchkonzerte der Berliner Philharmoniker in der Philharmonie hatten im vergangenen Jahr einen unglaublichen Zulauf. Jeden Dienstagmittag kamen mehrere hundert Musikbegeisterte in die Philharmonie und lauschten den Solisten oder kleinen Gruppen bei einem kostenlosen Konzert. Das gibt es nun auch in Reinickendorf, als Lunchkonzerte der Musikschule, immer am Dienstag von 13 bis 14 Uhr im Foyer des Ernst-Reuter-Saales. Außerdem wird zu zivilen Preisen ein kleines Catering mit Getränken und Snacks angeboten. Beim Konzert am kommenden Dienstag, dem 23. Oktober, stehen Swing, Latin und Bossa auf dem Programm, Lieder mit Gesang (Paloma Lirola) und Klavier (Oliver Lepinat).