• Katze

    Nachbarschaft

    Vor dem Hort und der Grundschule in der Hauptstraße von Glienicke steht diese 2,50 Meter hohe Eulenskulptur der Bildhauerin Heike Adner aus Glienicke und des Bildhauers Knuth Seim aus Wandlitz. Das „Gefieder“ des Vogels besteht aus einem Mosaik aus Natursteinen, die auf dem Rohling aus Porenbeton aufgebracht wurden. Viele Mädchen und Jungen aus dem Hort halfen bei der Fertigstellung – es ist bereits die zweite Tierskulptur, die nun der ersten, einer seit 2016 dort stehenden Katze, Gesellschaft leistet.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge, am besten gleich mit Foto und kurzem biographischen Text, unter: leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

von
bis
Bitte geben Sie hier den Suchbegriff ein!
Gerd Appenzeller, Tagesspiegel. von Gerd Appenzeller tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Reinickendorf,

In einer Phase heißer Sommertage wie jetzt schmerzt es umso mehr, wenn man in Tegel den Schwarzen Weg entlang geht oder mit dem Fahrrad fährt, und am geschlossenen Strandbad Tegel vorbei kommt. Alle Bemühungen der Reinickendorfer Politik haben nicht verhindern können, dass weder die Städtischen Bäderbetriebe noch der derzeit amtierende Senat auch nur einen Finger krumm gemacht haben für die Wiedereröffnung des vor allem bei Familien so beliebten, weil auch mit Schatten spendenden Bäumen reich gesegneten Bades. Selbst, als der zuständige Innen- und Sportsenator von der in Reinickendorf starken CDU gestellt wurde und Frank Henkel hieß, blieb das Bad zu, weil angeblich der sozialdemokratische Finanzsenator keine Mittel zur Verfügung stellen konnte.

Inzwischen denken die Bäderbetriebe über den Bau neuer Sportbäder nach. Aber nicht in Reinickendorf. Denn hier kommt angeblich so viel zusammen: Nicht genügend Parkplätze, keine ausreichende ÖPNV-Anbindung, die fehlende Schmutzwasserleitung (die alte wurde gerade mit Beton verfüllt, damit sie möglichst nicht beseitigt werden kann) – es ist der Punkt erreicht, an dem es keinen Sinn mehr macht, die Schuld für das offensichtliche Politikversagen bei einer bestimmten Partei abzuladen. In der Reinickendorfer BVV sitzen 18 Vertreterinnen und Vertreter der CDU, 13 der SPD, drei der Linken, sechs der Grünen, vier der FDP und acht der AfD. Sie sollten in einer gemeinsamen, neuen Resolution die Renovierung des Strandbades Tegel fordern und ihren Parteien im Abgeordnetenhaus entsprechend Druck machen. Es darf künftig keine politische Veranstaltung mit Vertretern des Abgeordnetenhauses im Bezirk mehr geben, bei der die Abgeordneten nicht direkt und explizit gefragt werden: Was tun Sie für die Wiedereröffnung des Strandbades Tegel?

Gerd Appenzeller, geborener Berliner, ist seit 24 Jahren Mitglied der Tagesspiegel-Redaktion, war Chefredakteur und Herausgeber. Als er 1994 mit seiner Familie in die alte Heimat zurückkam, zog er nach Hermsdorf, denn dort hat er auch seine Kindheit verbracht und dort leben auch sein Bruder und dessen Frau. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

Gerd Appenzellers Tipp für Sie

Die Graphothek feiert ihr 50-jähriges. Seit 1968 gibt es die Kunstsammlung des Bezirks Reinickendorf, die Graphothek, die seit einigen Jahren ihr Domizil in der Königshorster Straße 6 im Fontanehaus im Märkischen Viertel gefunden hat. Kunst für Jedermann zugänglich zu machen, dieser Gedanke stand bei der Gründung der immer weiter wachsenden Sammlung von Stichen, Grafiken und Zeichnungen Pate. Ein Jahr lang kann man sich seitdem Werke ausleihen – aber was macht das mit einem Menschen, einem Büro, einem Wartezimmer, wenn da plötzlich ein Bild hängt? Verändert es den Raum? Beeinflusst es die Gedanken der Menschen? Regt es zu Auseinandersetzungen mit der Kunst an?

Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigt sich eine Ausstellung in der Stadtteilbibliothek Märkisches Viertel, die am morgigen Donnerstag, 16. Juni um 19:30 eröffnet wird. Gezeigt werden Fotos der Räume, in denen die entliehenen Bilder hängen – und Porträts der Menschen, die die Motive ausgesucht haben. Bei der Vernissage sprechen werden Katrin Schultze-Berndt, Cornelia Gerner und Ricarda Vinzing, die Leiterin der Graphothek. Die Ausstellung bleibt bis zum 12. Oktober geöffnet und kann am Nachmittag von Montag bis Freitag besichtigt werden, aber die Öffnungszeiten sind kompliziert: Montag ab 15 Uhr, Dienstag ab 13 Uhr, Donnerstag ab 15 Uhr, Freitag 11 bis 17 Uhr. Am Mittwoch ist die Ausstellung demzufolge geschlossen. Am Donnerstag, den 23. Juni, gibt es in der Graphothek von 11 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür.