• Bobgold

    Nachbarschaft

    Mariama Jamanka, Bobpilotin, Olympiasiegerin, links im Bild, mit Anschieberin Lisa-Marie Buckwitz.

    Schon in die Eisbahn war sie quasi hineingeschlittert. Ihr Trainer hatte sie spontan gefragt, es würde körperlich passen, meinte er. 2013 saß sie erstmals im Potsdamer Bob, 2015 folgte das Weltcup-Debüt, inzwischen trainiert sie in Oberhof. Und jetzt bei den Olympischen Spielen. „Ich dachte: Okay, das ist mir jetzt passiert. Aber Olympia? Das kapier’ ich erst, wenn ich da mit der Mannschaft einmarschiere“, hatte Jamanka meiner Kollegin Anne Armbrecht vor den Winterspielen erzählt. Nicht nur die schneefreie Vorgeschichte macht Jamanka zu einer besonderen Bobpilotin. Anders als viele ihrer Kollegen definiert sie sich nicht über den Spitzensport. „Ich bin vor allem Mensch, nicht Leistungssportler. Einfach ,Normalo’“, sagt sie, obwohl der Sport natürlich auch ihr Leben immer bestimmt hat. Bevor Jamanka zur Leichtathletik und dann in den Eiskanal kam, hatte sie schon allerlei ausprobiert. Aufgewachsen in Reinickendorf, ging es erst zum Ballett, später Reiten, dann Cheerleading. Ein buntes Programm, „querbeet – aber bloß nichts mit Ausdauer“, sagt Jamanka. Stattdessen Bobfahren, das sei „ein bisschen wie Achterbahn, aber doch ganz anders“. Die Geschwindigkeit, der Druck in den Kurven, „das ist einfach immer noch aufregend“. Das ganze Porträt: tagesspiegel.de

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

von
bis
Bitte geben Sie hier den Suchbegriff ein!
Gerd Appenzeller, Tagesspiegel. von Gerd Appenzeller tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Reinickendorf,

Wir sind heute ein bisschen spät dran mit unserem Newsletter für Reinickendorf, aber das hat einen strahlenden Grund: Die 27-jährige Bobpilotin Mariama Jamanka gewann soeben mit ihrer Anschieberin Lisa-Marie Buckwitz im Zweierbob der Frauen am Mittwochnachmittag deutscher Zeit  Olympisches Gold! Schon nach drei Läufen hatten die beiden Deutschen geführt, nach dem vierten Lauf um 14:30 Uhr stand fest: Sie haben es geschafft! Mehr über die Goldmedaillen-Gewinnerin aus unserem Bezirk unter „Nachbarschaft“ etwas weiter unten im Newsletter. Silber ging an die USA, Bronze an Kanada. Bereits bei den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro gab es Olympische Medaillen für Berlins Nordbezirk: Die beiden aus Frohnau stammenden Segler Erik Heil und Thomas Plößel holten Bronze in der 49-er-Klasse. Unseren Olympia-Live-Blog lesen Sie hier: tagesspiegel.de

Bezirksbürgermeister Frank Balzer und Sportstadtrat Tobias Dollase gratulieren wie folgt: „Dass eine junge Frau aus Reinickendorf im Eiskanal von Pyeongchang den Zweierbob zum Olympiasieg steuert, macht uns stolz und glücklich. Im Namen der Reinickerdorferinnen und Reinickendorfer sowie der großen hiesigen Sportgemeinde gratulieren wir von Herzen zu diesem überragenden Erfolg.“ Marima Jamanka, Tochter einer Deutschen und einer Gambiers, hat in Reinickendorf auf dem Friedrich-Engels-Gymnasium ihr Abitur gemacht und fühlt sich weiterhin eng mit dem Bezirk verbunden, wo sie ihre sportliche Ausbildung bei der LG Nord Berlin erfahren hat. Ballett, Reiten, Cheerleading hatte sie ausprobiert, bevor sie sich als Diskus- und Hammerwerferin versuchte. Mit Ihrer Athletik wurde sie interessant für die Verantwortlichen des Bobsports im thüringischen Oberhof. Obwohl sie Berlin vermisst, verließ sie für ihren Traum, Bobpilotin zu werden, das heimatliche Reinickendorf und wurde nun mit Olympiagold belohnt. „Vielleicht gelingt es, sie in diesem Jahr dann zur Meisterehrung in Reinickendorf zu bekommen“, hofft Sportstadtrat Tobias Dollase.

Gerd Appenzeller, geborener Berliner, ist seit 22 Jahren Mitglied der Tagesspiegel-Redaktion, war Chefredakteur und Herausgeber. Als er 1994 mit seiner Familie in die alte Heimat zurückkam, zog er nach Hermsdorf, denn dort hat er auch seine Kindheit verbracht und dort leben auch sein Bruder und dessen Frau. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

Gerd Appenzellers Tipp für Sie

Familienspieltag im „Meredo“: Bis zum Samstag, 17. März, sind es zwar noch drei Wochen, aber wenn Sie sich mit ihrer Familie am „Family Games Day“ von 10 bis 16 Uhr im Medienkompetenzzentrum „Meredo“ in der Tegeler Namslaustraße 45/47 beteiligen wollen, sollten Sie sich rechtzeitig anmelden. Eingeladen sind Familien mit Kindern ab acht Jahren, natürlich muss man nicht die ganze Zeit dabei sein, aber bei der Fülle der Angebote von Brettspielen über PC-Spiele bis hin zu steuerbarem Spielzeug wird es kaum langweilig werden. Und selbstverständlich dürfen auch eigene Spiele mitgebracht werden. Und da man bei solchen Spieltagen ja von anderen lernen kann, Erfahrungen austauschen darf, gibt es auch eine Diskussionsrunde über den Umgang mit Medien. Die Anmeldung läuft unter meredo.de/anmeldung oder anmeldung@meredo.de. Telefonieren kann man natürlich auch: 432 30 56.