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    Nachbarschaft

    Martin Gietz, Maler, Kunsterzieher.

    Der Newsletter-Bericht über den kleinen brandenburgischen Ort Stolpe im Norden Berlins, der nach dem Krieg zunächst unter französische Jurisdiktion kam, am 3. Januar 1949 aber an die sowjetische Besatzungsmacht übergeben wurde, erschien ebenfalls in der gedruckten Ausgabe des Tagesspiegels und auf Tagesspiegel.de. Im Internet wurde er 140 mal kommentiert. Gelesen hat ihn auch der Maler und Kunsterzieher Martin Gietz, lange Jahre als Lehrer tätig an der Thomas-Mann-Oberschule und an der Schulfarm Scharfenberg. Gietz, 1949 in Berlin geboren, erinnerte sich nach der Lektüre an seine Studienreisen in den Berliner Norden zu Mauerzeiten und ins Berliner Umland nach dem Fall der Mauer. In Stolpe hatte er nach der Wende für einige Jahre ein Atelier unterhalten, auch in Neubrück bei Hennigsdorf und seit 1997 in Velten. Motive zwischen Heiligensee und Stolpe-Süd hatten es ihm angetan, und dann lockte ihn auch die Geschichte. Denn bevor es 1922 zur Gründung der Schulfarm auf der Insel Scharfenberg im Tegeler See kam, gab es einige Versuchsprojekte als Vorläufer in der Region der Stolper Heide.

    Martin Gietz ist mit Ausstellungen nach wie vor präsent, seit 1980 betreibt er eine eigene Druckwerkstatt, und so, wie es aussieht, werden wir in absehbarer Zeit vielleicht wieder mehr Arbeiten von ihm in einer Ausstellung sehen – das Motiv von „Veltheims Schnapsfabrik“ aus dem Jahr 1992 in der heutigen Rubrik „Kiezkamera“ etwas weiter unten im Newsletter ist ein kleiner Vorgeschmack dazu.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: [email protected]

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Gerd Appenzeller, Tagesspiegel. von Gerd Appenzeller tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Reinickendorf,

es ist eine traurige Nachricht, aber sie endet mit einer tröstlichen Botschaft. Alleine im Bezirk Reinickendorf gibt es jedes Jahr im Durchschnitt 220 Todesfälle von Menschen, die, wie es im Behördendeutsch heißt, „ordnungsbehördlich bestattet“ werden. Dabei handelt es sich um verstorbene Mitbürgerinnen und Mitbürger, die meistens ohne Angehörige oder Freunde waren, die für eine Bestattung hätten sorgen können. Oft war dann auch kein Geld da für eine Beisetzung und eine Trauerfeier. In all diesen Fällen sorgt das Bezirksamt – zuständig ist das Gesundheitsressort – für eine Urnenbeisetzung. Sie findet auf dem alten Domfriedhof St. Hedwig im Bezirk Mitte statt, weil dort die Gebühren am niedrigsten sind. Anonym ist diese letzte Ruhestätte nicht, auf einer kleinen Tafel sind der Name und die Geburts- und Sterbedaten vermerkt. Aber eine Trauerfeier konnte es in all diesen Fällen nie gegeben.

Im Checkpoint-Newsletter von Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt war in der Vergangenheit mehrfach auf den traurigen Umstand verwiesen worden, dass das Land Berlin es nicht schafft, für diese Menschen nachträglich eine würdige Gedenkveranstaltung zu organisieren. Nicht zuletzt datenschutzrechtliche Bedenken standen dem entgegen – wenn man ein Hindernis sucht, etwas zu tun, wird man es finden, zeigt die Erfahrung…

In Reinickendorf haben sich deshalb im vergangenen Jahr mehrere Bürger zusammen gefunden, um einmal jährlich eine solche Feier zu organisieren. Zu dieser Gruppe gehörten Uwe Brockhausen, der Bezirksstadtrat für Gesundheit, Patrick Larscheid, der Leiter des Gesundheitsamtes und Pfarrer Andreas Hertel von der Evangelischen Apostel-Paulus-Kirche in der Hermsdorfer Wachsmuthstraße. Die erste gemeinsame Trauerfeier – sie findet nicht in einem religiösen Rahmen statt – wird nun am kommenden Sonntag, 20. Januar, um 17 Uhr in der Apostel-Paulus-Kirche veranstaltet. Diese Feier ist offen für Angehörige, Freunde und alle anteilnehmenden Bürgerinnen und Bürger. Eine solche Feier soll künftig jedes Jahr am dritten Sonntag im Januar stattfinden.

Gerd Appenzeller, geborener Berliner, ist seit 24 Jahren Mitglied der Tagesspiegel-Redaktion, war Chefredakteur und Herausgeber. Als er 1994 mit seiner Familie in die alte Heimat zurückkam, zog er nach Hermsdorf, denn dort hat er auch seine Kindheit verbracht und dort leben auch sein Bruder und dessen Frau. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an [email protected]

Gerd Appenzellers Tipp für Sie

Die Wittenauer Schreibfrauen. Der Name, den sich diese Wittenauer Frauen gegeben haben, klingt ein bisschen subversiv und verrätselt. Aber das soll, das muss er auch sein, wenn sich nun bereits zum fünften Mal eine Gruppe von sechs Frauen zusammenfindet, um ihre Texte einem unbekannten Publikum zu präsentieren. Es geht um Autofahrten mit dem VW-Käfer durch den Berliner Nebel, es geht um ein Büro im feinen Zürich und um Ali, der zum Retter in der Not wurde. Wir werden erfahren, wie das erste gekaufte Kleid eine Kinderseele bewegt, und auch der Super-Sommer 2018 wird eine Rolle spielen, sie wissen doch noch, das war die Zeit, in der jeden Tag so ein großer heller Klecks am Himmel stand und alles erwärmte. Wo findet das statt? Am Sonntag, 20. Januar um 16 Uhr im Saal der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Wittenau in Alt-Wittenau 29a. Am Schluss gibt es noch etwas zu feiern, versprechen Beatrice Schütze und die Schreibfrauen.