• Stroedter

    Nachbarschaft

    Da hatte der Reinickendorfer SPD-Abgeordnete Jörg Stroedter durch Zufall das perfekte Timing erwischt: An einem Montagabend mit Gewitter und starken Regenfällen diskutierte er mit der Siedlergemeinschaft Mäckeritzwiesen, wie sie künftig dank 1,5 Millionen aus Siwana-Mitteln einen besseren Schutz vor Überschwemmungen bekommen könnten. Von der Idee, dort eine Art von Pilotprojekt zu starten, hatte der 65-jährige Reinickendorfer Abgeordnete seine Kolleginnen und Kollegen aus den drei Regierungsfraktionen überzeugen können. Stefan Tidow, Staatssekretär in der Senatsumweltverwaltung, nannte es eine Maßnahme des Katastrophenschutzes, die auf den Mäckeritzwiesen eingeleitet werden soll. Und Katastrophen waren es tatsächlich auch, die über die Siedler immer wieder, zuletzt im Starkregensommer 2017, hereinbrachen. Wege und Grundstücke standen meterhoch unter Wasser, Kanalisation gibt es hier nicht. Lange auch waren die Siedler dort überhaupt nur geduldet. Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Wasserbetriebe, will ein Ingenieurbüro mit der Ausarbeitung eines Planes für ein Regenrückhaltebecken und den Bau einer Pumpstation Richtung Hohenzollernkanal beauftragen, kündigte er an.

    Fertig sein könnte alles schon Ende 2020. Ob ein altes Regenrückhaltebecken, das in den Achtzigerjahren stillgelegt und zugeschüttet worden war, wieder aktiviert werden kann, ist unklar. Für die BVV war am Montagabend SPD-BVV-Mann Ulf Wilhelm dabei, Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses. Jedenfalls waren die Siedler, die sich am Montagabend in der kleinen, hölzernen Dreieinigkeitskirche an der Mäckeritzbrücke versammelt hatten, geradezu dankbar, dass sich endlich jemand um sie kümmerte – und Stroedter mag sich an diesem Abend ein bisschen wie der Weihnachtsmann gefühlt haben, auch wenn es ja nicht sein eigenes, sondern Steuerzahlergeld war, das er mitbrachte.

    Die Mäckeritzwiesen liegen südlich des Flughafens Tegel am Hohenzollernkanal. Die Bewohner leben dort mit dem Dröhnen der Motoren, das sich unmittelbar am Flughafen nicht gar so romantisch anhört wie in dem schönen Lied von Reinhard Mey. Vor allem seit den Starkregenfällen 2017 melden sie immer wieder „Land unter“.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: gerd.appenzeller@tagesspiegel.de

von
bis
Bitte geben Sie hier den Suchbegriff ein!
Gerd Appenzeller, Tagesspiegel. von Gerd Appenzeller tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Reinickendorf,

auch die Reinickendorfer dürfen an diesem Wochenende, genauer, am Sonntag die Abgeordneten des Europäischen Parlamentes mitwählen. Und hoffentlich tun sie es zahlreich und überlassen das Feld nicht den Populisten, denen es nur um die Demontage der Europäischen Union geht. Wie Reinickendorf und die anderen Berliner Bezirke durch ganz konkrete Projekte von der EU profitieren, können Sie übrigens hier lesen: tagesspiegel.de

Aber richtig umtriebig wird die kunstinteressierten Menschen im Bezirk etwas anderes machen: Am Samstag, 25. Mai, und Sonntag, 26. Mai, findet zum ersten Mal das „Wochenende der offenen Ateliers in Reinickendorf“ statt. An beiden Tagen öffnen fast 100 Reinickendorfer Künstlerinnen und Künstler von 12 bis 18 Uhr ihre Arbeitsräume für ein interessiertes Publikum. 18 Kreative mit überall im Bezirk verteilten Einzelateliers werden ebenso teilnehmen wie die drei Künstlerhäuser des Bezirks:

  • der Künstlerhof Frohnau (Hubertusweg 60, 13465 Berlin) ganz im Norden,
  • das Kunstzentrum Tegel-Süd (Neheimer Str. 56-60, 13507 Berlin),
  • die Atelieretage AR_29 in Alt-Reinickendorf (Alt-Reinickendorf 29, 13407 Berlin), in der am 25. Mai 2019 um 11.30 Uhr die Eröffnung stattfinden wird.

„Ich freue mich sehr, Sie zu diesem ganz besonderen Projekt einladen zu dürfen. Den überwiegenden Teil des Jahres arbeiten Künstlerinnen und Künstler in ihren Werkstätten oder in ihren Wohnräumen hinter geschlossenen Türen. Nun haben Kunst- und Kulturinteressierte die tolle Möglichkeit, Künstlerinnen und Künstlern des Bezirks über die Schulter zu schauen und mit ihnen über ihre Arbeit ins Gespräch zu kommen. Schauen Sie vorbei und genießen unser Kunst- und Kulturwochenende!“, lädt Katrin Schultze-Berndt, Bezirksstadträtin für Bauen, Bildung und Kultur, ein.

In den Ateliers und Künstlerhäusern wird ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Führungen, Performances, Lesungen und Konzerten bei freiem Eintritt angeboten. Die Einzelateliers können im Rahmen von geführten Radtouren besucht werden.

Gesamtprogramm: www.museum-reinickendorf.de

Gerd Appenzeller, geborener Berliner, ist seit 24 Jahren Mitglied der Tagesspiegel-Redaktion, war Chefredakteur und Herausgeber. Als er 1994 mit seiner Familie in die alte Heimat zurückkam, zog er nach Hermsdorf, denn dort hat er auch seine Kindheit verbracht und dort leben auch sein Bruder und dessen Frau. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an gerd.appenzeller@tagesspiegel.de

Gerd Appenzellers Tipp für Sie

Ein „Friday for future“ im Labsaal. Auf den ersten Blick passt es nicht zwingend zusammen, der Labsaal in Lübars und Robert Marc Lehmann, ein 38-jähriger deutscher Meeresbiologe und Umweltschützer, der als Meerestaucher in allen Klimazonen der Welt unterwegs war. Aber in seinem 40. Vereinsjahr möchte der LabSaal-Lübars e.V. ein besonderes Zeichen für den Natur- und Umweltschutz setzen und hat für Freitag, den 29. November, ebenjenen Robert Marc Lehmann eingeladen. Lehmann wird dabei erstmals in Berlin zwei Vormittagsveranstaltungen für Grundschulen anbieten – sozusagen ein „Friday for future“ im LabSaal.

Die Veranstaltungen sind wie folgt geplant:

  • 9:00 bis 10:30 Uhr für die Klassen 1 bis 3
  • 11:00 bis 12:30 Uhr für die Klassen 4 bis 6 (bereits ausverkauft)

Für die Klassen 1 bis 3 gibt es bislang noch Karten zum Preis von vier Euro. Obwohl es noch eine Weile bis zum November hin ist, müssen aus organisatorischen Gründen verbindliche Anmeldungen mit Angabe der Anzahl der Schüler*innen bis zum 15. Juni 2019 per Mail an kontor@labsaal.de eingegangen sein. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.   Robert Marc Lehmann will von seinen Begegungen mit wilden und bedrohten Tierarten erzählen, eindrückliche Fotos zeigen und dann mit den Schulklassen über das Thema Umweltschutz sprechen. Dazu gibt es von ihm vorbereitetes Material, das die Kinder anschließend mitnehmen, um ggf. im Unterricht weiter damit arbeiten zu können. Einen eventuellen finanziellen Überschuss aus den Veranstaltungen lässt der LabSaal einem Umweltprojekt von Lehmann zugute kommen. Es wird im November auch noch eine öffentliche Abendveranstaltung für Jugendliche und Erwachsene geben, Anmeldungen dafür sind erst ab August mit Erscheinen des neues Programms möglich.