• Nachbarin

    Nachbarschaft

    Anke Prüstel ist gelernte Damenmaßschneiderin, und sie hat seit fünf Jahren in der Auguste-Viktoria-Allee 4 ein Spezialgeschäft für Dessous und Bademoden, auch nach Maß. Nun ist dies nicht unbedingt eine Gegend, in der man Fachgeschäfte erwartet, aber zu Anke Prüstel kommt die weibliche Kundschaft auch von weiter her. Das liegt daran, dass sie nach einem Schicksalsschlag nicht resignierte, sondern aus eigenem Leid erkannte, wie man anderen Menschen in ähnlicher Situation helfen kann. Nach einer Brustkrebsoperation merkte sie, wie schwierig und frustrierend es sein kann, neue Wäsche kaufen zu müssen und einfach nichts Passendes zu finden. Da gab es Passformprobleme, kaum Auswahl an schönen Modellen, eine oft unsichere Beratung und ein steriles Umfeld –  und da beschloss sie 2013, ein Geschäft zu eröffnen, das sich in Beratung und Angebot speziell auf Frauen einstellt, die ein ähnliches Schicksal wie sie selber hatten.

    Ihre genauso herzliche wie unaufgeregte, sehr Berliner Art half ihr dabei, das Vertrauen ihrer Kundinnen zu gewinnen. Am 21. April, dem kommenden Samstag, lädt sie nun zum fünfjährigen Jubiläum von 11 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür mit Modenschau. Eigentlich mache ich in dieser Rubrik keine Werbung für Geschäfte – aber dies ist eine Ausnahme, und eine Ermutigung.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

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Gerd Appenzeller, Tagesspiegel. von Gerd Appenzeller tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Reinickendorf,

es ist ein ziemlich ekelhaftes Thema – Ratten mitten in einem Wohngebiet. Seit Jahrhunderten wissen die Menschen, dass sich Ratten da am wohlsten fühlen, wo der Mensch ihnen den Tisch deckt, Müll herumliegen lässt, Zugänge zu Kellern nicht versperrt. In der Gewobag-Siedlung in Tegel-Süd muss einiges zusammen gekommen sein, bis sich die Ratten so ausbreiten konnten. Die Fotos, die Anwohner übermittelten, zeigen das ganze Ausmaß der Katastrophe. Und da spielen Kinder, krabbeln vielleicht die Kleinsten – unvorstellbar. Offenbar wirkte erst der Protest der Anwohner bei dem CDU-Bezirksverordneten Felix Schönebeck so, dass nun mit Hochdruck an der Beseitigung der Missstände gearbeitet wird. Der befallene Bereich an der Neheimer Straße 12 wird bis auf einen Meter Tiefe ausgehoben, Betonschichten sollen verhindern, dass sich die Ratten erneut zu den Müllcontainern durchwühlen. Und angrenzende Büsche werden abgeholzt. Mehr zum Thema weiter unten.

Auch hier geht es um Müll: Wer wie die meisten Berufstätigen darauf angewiesen ist, an Sonnabenden seinen Sperrmüll und andere Sonderabfälle zum Betriebshof in Heiligensee bringen zu müssen, steht mehr und mehr vor einem Chaos. Autoschlangen auf beiden Seiten, ältere Leute, die hochbeladen von ihren weit entfernten Autos die Kartons auf den Betriebshof schleppen. Und seit der Papiermüllplatz vor dem Edeka-Geschäft in der Hohefeldstraße in Hermsdorf aufgelöst wurde,  gibt es auch hier einen Notstand. Wer stellt sich schon noch eine weitere, eine blaue Altpapiertonne in den Garten, die zudem auch noch Geld kostet? Leider muss man feststellen: Land und Bezirk machen es den umweltbewussten Bürgerinnen und Bürgern nicht leicht, alte Geräte, Teppichreste, aussortierte Sofas und ähnliches ordentlich zu entsorgen. Ein neuer Sammelplatz für Altpapier muss her, nachdem es den Supermarkt Kaiser in der Hohefeldstraße nicht mehr gibt, dessen Betreiber als echten Kundendienst die sicher lästigen Nebenerscheinungen der ständig überfüllten Altpapiercontainer ertrugen. Aber vielleicht hätte schon damals geholfen, wenn Veolia öfter geleert hätte. Und für den Betriebshof in Heiligensee gilt, dass längere Öffnungszeiten schon zur Entspannung beitragen könnten.

Aber nun kommt eine positive Nachricht: Vor der Otfried-Preußler-Schule in Heiligensee tut sich was – dort kämpfen Eltern seit langen Monaten für einen ordentlich ausgewiesenen Fuß- und Radweg. Nun haben sich die Mühlen der Behörden in Bewegung gesetzt – mehr dazu weiter unten im Newsletter.

Gerd Appenzeller, geborener Berliner, ist seit 24 Jahren Mitglied der Tagesspiegel-Redaktion, war Chefredakteur und Herausgeber. Als er 1994 mit seiner Familie in die alte Heimat zurückkam, zog er nach Hermsdorf, denn dort hat er auch seine Kindheit verbracht und dort leben auch sein Bruder und dessen Frau. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

Gerd Appenzellers Tipp für Sie

Lieder zum Verlieben. Das ist ein ganz ungewöhnlicher musikalischer Termin: Im Pfarrgarten der Dorfkirche Lübars findet am Mittwoch, 25. April, ab 19 Uhr ein offenes Singen statt, mit den schönsten Kirchenliedern für Hochzeiten. Alle Verliebten und sonstige Interessierte aller Altersklassen sind herzlich eingeladen, schreiben Pfarrerin Ute Sauerbrey, Kantor Martin Blaschke und Posaunistin Sabine Schmidt. Die Sängerinnen und Sänger werden durch die Singschule der Kirchengemeinde Frohnau unterstützt.