• Xenia_Kudela_c_Reginald_Gramatte

    Nachbarschaft

    Xenia Kudela schreibt für das Online-Magazin „Rawafed“ aus Treptow-Köpenick.

    Ich bin erst seit einigen Monaten ehrenamtlich aktiv, genauso lange, wie es „Rawafed“ gibt. Das Wort kommt aus dem Arabischen und bedeutet Zusammenfluss. Es ist der Name eines Online-Magazins, das Geflüchtete und Einheimische zusammenbringen will. Ein Zusammenfluss der verschiedenen Kulturen also. Gemeinsam wollen wir Berlin und unseren Bezirk Treptow-Köpenick entdecken und über alles schreiben, was uns bewegt. Die Artikel gibt es immer in drei Sprachen: Deutsch, Englisch und Arabisch. In der Redaktion arbeiten Menschen aus Syrien, Pakistan, Israel, Eritrea, Iran, Tschetschenien, den USA und dem ehemaligen Jugoslawien.

    Ich komme aus Polen, lebe seit drei Jahren in Berlin und studiere im vierten Semester an der Freien Universität Arabistik. Durch mein Studium habe ich viel Kontakt zur arabischen Kultur und sehe die Schwierigkeiten, die es bei der Integration von Geflüchteten gibt – auf beiden Seiten. Dadurch bin ich auch zu „Rawafed“ gekommen. Ein Freund von mir produziert eine Online-Sendung für Flüchtlinge, ich habe dort eine Talkshow moderiert. Zu den Gästen gehörte Katharina Stökl vom Projekt InteraXion, dem Willkommensbüro für Migrant*innen und Geflüchtete  in Treptow-Köpenick. Sie hat „Rawafed“ initiiert und mich gefragt, ob ich nicht mitmachen will. Ich habe gleich Ja gesagt, weil ich schon immer gern geschrieben habe, Tagebuch, Geschichten und so.

    Bei „Rawafed“ kann ich beides zusammenbringen – meine Lust am Schreiben und mein Interesse für die arabische Kultur. Vor allem möchte ich mit meiner Arbeit Vorurteile auflösen. Ich hatte früher selbst welche. In Polen ist Rassismus ziemlich verbreitet. Ich denke, dass man am besten dagegen angehen kann, wenn wir den Geflüchteten eine Stimme geben, sie für sich sprechen lassen und nicht nur über sie. Ich habe mit vielen von ihnen Kontakt, weil ich auch noch Deutschunterricht gebe für Migranten, die sich auf ein Studium in Deutschland vorbereiten. Daher kenne ich auch ihre Sorgen und Probleme und kann sie bei „Rawafed“ einbringen. Mir gefällt, dass ich mich dort ausprobieren kann und meine Arbeit geschätzt wird.“

    E-Mail: interaxion@offensiv91.de, Text: Claudia Berlin, Foto: Reginald Gramatté

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-t.loy@tagesspiegel.de

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Thomas Loy - Redakteur beim Verlag Der Tagesspiegel im Haus am Askanischen Platz in Berlin Kreuzberg. von Thomas Loy tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Treptow-Köpenick,

ob ein „Herzlichen Glückwunsch zum Relegationsplatz!“ jetzt das Richtige ist? Ein Tor hat zum direkten Aufstieg gefehlt, das ist schon bitter. Die Glückwünsche kommen von Lars Düsterhöft, SPD-Abgeordneter und Blogger. Was er auf Facebook noch so schreibt: „Aufstieg oder nicht, ist doch letztendlich total egal. Der Verein hat auf jeden Fall eine unglaubliche Saison gespielt. Und die Saison ist ja noch nicht zu Ende. Die kommenden zwei Spiele werden der Hammer.“

Und: „Dieses Relegationssystem ist übrigens der größte Schwachsinn. Wer auf Platz 3 steht, hat es verdient aufzusteigen und wer auf der 16 steht, hat den Abstieg verdient. Aber so lässt sich halt noch mal viel Geld verdienen.“ Na, das dürften viele Fans anders sehen. So eine Relegation ist doch ein richtiges Finalspiel, nicht der typische Bayern-München-ist-Meister-Seufzer drei Spieltage vor Saisonende (ok, war ausnahmsweise diesmal auch anders). Also zwei Mal noch mitfiebern, dann wird Köpenick in Weiß-Rot getaucht.

Wie die Aufstiegsfeier aussehen soll, habe er schon mit dem Verein abgesprochen, mehr will Bzbm Oliver Igel vorab nicht verraten, „denn das bringt Unglück“. Einen riesigen Aufmerksamkeitsschub werde es für Köpenick geben, glaubt Igel, auch wenn sich Union mit Berlin als Namenszusatz schmückt. Die Fußballarena an der Wuhlheide ist schon jetzt ein begehrter Ort für Firmenevents und öffentliche Empfänge. Am Donnerstag, 23. Mai, führt Igel die Finanzminister von Bund und Ländern, die in Köpenick tagen, abends in die Alte Försterei aus. „Da kann man tolle Geschichten erzählen.“

Selbst Senatsbaudirektorin Regula Lüscher outete sich am Sonntag vor dem Spiel in Bochum als Union-Fan (facebook.de). Was Wunder, als Schweizerin unterstützt sie natürlich Unions Schweizer Aufstiegsaspiranten Urs Fischer. Wie unsere Sportreporter den Spieltag erlebt haben, lesen Sie hier. Und ob Union und sein Heimatbezirk wirklich erstligatauglich sind, haben wir hier analysiert.

Thomas Loy, aufgewachsen an der Küste (Nordsee), zog 1995 nach Berlin und wohnt mit seiner Familie seit zehn Jahren in Johannisthal. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-t.loy@tagesspiegel.de

Unser Tipp für Sie

Langer Tag der Stadtnatur. Schon mal an einer „Erdrundschau“ teilgenommen oder die Stabilität eines Surfbretts getestet? Das lässt sich am Langen Tag der Stadtnatur nachholen. Rund 60 Veranstaltungen gibt es am kommenden Wochenende, 25. und 26. Mai, allein in den Grenzen von TreKö. Da wird viel durch die Natur gewandert und Wissen vermittelt. José von Keyserling zeigt beispielsweise, wie man mittels „Dörren, Einwecken, Einlegen“ Lebensmittel umweltschonend haltbar macht. (Am Sonntag, 26. Mai, von 12 bis 17 Uhr im Cabuwazi-Zelt, Bouchestr. 75, Alt Treptow) Tickets für den gesamten Tag (26 Stunden) kosten 7 Euro, Einzeltickets 4 Euro. Achtung, viele Veranstaltungen muss man vorher reservieren. stadtnatur,de

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