• Könnecke

    Nachbarschaft

    Matthias Könnecke, 66 Jahre, Tempelhof, Bildhauer

    Wo komme ich her? Geboren wurde ich im kalten Dezember des Jahres 1952 in der Nollendorfstr. 5, unweit des Winterfeldtplatzes. Noch lebhaft erinnere ich mich der vielen Ruinen, die damals den Platz säumten. Ihre Tristesse stand in einem seltsamen Kontrast zum lebhaften Geschäftstreiben des Marktgeschens. Schon früh stand ich meinem vollblinden Vater helfend zur Verfügung und erklärte ihm die sichtbare Welt. Es ist gut möglich, dass seine Blindheit meinen Entschluss zu einem Kunststudium reifen ließ. So besuchte ich die Hochschule für bildende Kunst (die heutige UdK) in der Hardenbergstraße und studierte dort Bildhauerei.

    Was habe ich gemacht? Ich habe in verschiedenen sozialen Einrichtungen, beispielsweise über fünf Jahre in der Justizvollzugsanstalt Moabit, gearbeitet. Dort hatte ich den klangvollen Titel eines „Kreativitätstrainers“. Im Sommer 1980 zog ich nach Tempelhof – ich habe also schon damals die spätere Bezirksfusion vorweggenommen – und bewarb mich an der Tempelhofer VHS. Dort leitete ich zunächst „Aquarellmalerei für Senioren“. Bald wurden meine Programme ausgebaut. Natürlich entstanden auch in meinem eigenen Atelier zahlreiche Bilder und Skulpturen.

    Was fällt mir in meinem Kiez auf? In den letzten 20 Jahren beobachte ich eine beängstigende Monotonisierung des Geschäftslebens auf dem Tempelhofer Damm. Ich frage mich, ob halb Berlin eigentlich zum Haareschneiden anreist, so viele Frisiersalons sind dort angesiedelt. Einst wurde der Ku’damm „Bouletten-Boulevard“ genannt. Ich neige stark dazu, diese Bezeichnung nun dem Te’damm anzuheften.

    Was ärgert mich? Dass der Flughafen Tempelhof geschlossen wurde, ist ein Frevel. Freunde in London sprachen mich immer wieder kopfschüttelnd darauf an. Nun soll – um alles in der Welt nicht! –  diese riesige Fläche nicht einmal an ihren Rändern bebaut werden. Und dies bei beträchtlichem Wohnungsmangel. Immer mehr Menschen umgeben mich, die gern ein Omelette backen, aber die Eier schonen wollen.

    Was freut mich? Die anliegenden Parks und die großartige verkehrliche Anbindung an die City sind ein glückliches Momentum.

    Einen Überblick über Matthias Könneckes Kunst erhalten Sie hier.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: [email protected]

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Sigrid Kneist von Sigrid Kneist tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Tempelhof-Schöneberg,

70 Jahre Luftbrücke und Ende der Berlin-Blockade – das Jubiläum wird dieses Jahr im Juni gefeiert. Es betrifft unseren Bezirk in besonderem Maße. Denn auf dem Flughafen Tempelhof starteten und landeten die Maschinen vor allem der Amerikaner einst im Minutentakt, um den von den Sowjets abgeschnittenen Westteil Berlins aus der Luft zu versorgen. Die Blockade endete in der Nacht auf den 12. Mai 1949, die Luftbrücke ging offiziell aber noch weiter bis zum 30. September. Am 15. Juni sollen auf dem Fliegerhorst im niedersächsischen Faßberg nach bisheriger Planung drei Dutzend historische Maschinen des Typs DC-3 aufsteigen und in geschlossener Kette wie seinerzeit während der Luftbrücke Berlin ansteuern, wie mein Kollege Andreas Conrad schreibt. Aber die Rosinenbomber werden nicht hier, sondern auf dem Flugplatz Schönhagen südlich von Berlin landen. Denn der Flughafen Tempelhof ist nun seit mehr als zehn Jahren außer Betrieb.

Schon im vergangenen Jahr hörte man immer wieder Stimmen, ob es nicht doch eine Ausnahmegenehmigung für diesen Jubiläumsflug geben könnte, was der Senat zunächst vollständig ausschloss, aber später in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage eines AfD-Abgeordneten zumindest theoretisch mit einem knappen „Ja“ beantwortete. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Diskussion in den kommenden Wochen ein weiteres Mal aufgenommen wird. Was halten Sie davon? Ich bin gespannt auf Ihre Antworten per Mail an [email protected].

Sigrid Kneist arbeitet seit 1990 als Redakteurin in der Berlin-Redaktion des Tagesspiegels. Mitte der neunziger Jahre hätte sie sich nicht vorstellen können, dass sie kurze Zeit später aus dem Kreuzberger Graefekiez nach Mariendorf ziehen und dort bis heute bleiben würde. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihr bitte eine E-Mail an [email protected]

Sigrid Kneists Tipp für Sie

Vor knapp zwei Wochen wurde das Damwild vom Tempelhofer Franckepark in das Wildtiergehege im Glauer Tal umgesiedelt und hat sich gut eingelebt. Laut der dortigen Tierärztin sind alle elf Tiere gesund und munter. Am vergangenen Wochenende hatte der Naturpark Nuthe-Nieplitz, zu dem das Gehege gehört, die Tempelhofer Damwildliebhaber zu einer besonderen Führung eingeladen. Dazu gehörte auch, dass das Tor vom Eingewöhnungsgatter in das große Wildgehege geöffnet wurde und die Tiere jetzt das gesamte Areal erkunden und für sich erschließen können. Zunächst war das Tempelhofer Rudel aber noch ziemlich zurückhaltend und blieb erst einmal in dem abgetrennten Areal. In dem 160 Hektar großen Wildgehege lassen sich Damwild, Rotwild und Mufflons beobachten.

Das Gehege ist täglich zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet. Am leichtesten kommt man dort mit dem Auto hin. Mit der Regionalbahn fährt man circa eine halbe Stunde von Berlin nach Trebbin. Von dort sind es noch sieben Kilometer bis zum Naturparkzentrum, so dass es sich durchaus lohnt, die Fahrräder mitzunehmen. naturpark-nuthe-nieplitz.de

Wer sich noch einmal für die politische Debatte um die Tiere interessiert, der kann am Mittwoch zur Bezirksverordnetenversammlung kommen: Eine emotionale Diskussion wird dort bei dem Thema auf jeden Fall geboten. 20. Februar, 17 Uhr, Rathaus Schöneberg. berlin.de

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