• Tunner

    Nachbarschaft

    William H. Tunner (1906 bis 1983), Luftbrückenkommandant

    Am 24. Juni 1948 begann die Berlin-Blockade. Die sowjetische Besatzungsmacht sperrte die Zugangswege zu Land und zu Wasser nach West-Berlin. Die westlichen Alliierten starteten sofort die Luftbrücke, mit der sie sämtliche Güter, die die West-Berliner zum Leben brauchten, mit Flugzeugen einflogen. Als Kommandant wurde von den Amerikanern der US-General William H. Tunner ernannt. Er galt als der beste für diese Aufgabe.

    Im Krieg hatte Tunner bereits „The Hump“ geleitet, eine Luftbrücke, mit der die Amerikaner von Indien aus und über den Himalaya hinweg die nationalchinesischen Truppen Chiang Kai-sheks gegen die Japaner unterstützten. Später sollte er sich in gleicher Funktion im Koreakrieg bewähren. Am 28. Juli 1948 traf der neue Kommandeur in Wiesbaden, seinem Hauptquartier, ein, mit einem Stab von Experten, den er sich zusammengestellt hatte. Viele waren schon bei „The Hump“ dabei gewesen. Bereits einen Monat vorher transportierten Amerikaner und Briten – die Franzosen, ohnehin knapp an Ressourcen, hatten im Indochina-Krieg genug zu tun – die ersten 268 Tonnen für die Bevölkerung in die Stadt. (Abgerechnet wurden amerikanische Short Tons, bei 907 Kilo pro Tonne.) Von da an starteten und landeten Versorgungsmaschinen beinahe im Minutentakt in Tempelhof, Gatow, auf der Havel und später auch in Tegel.

    Am 10. Juli 1951, zur Enthüllung des Luftbrückendenkmals vor dem Flughafen Tempelhof, kam Tunner wieder in der Stadt, hielt bei der Feier auch eine Rede auf Englisch, schloss aber auf Deutsch: „Es ist wunderbar, wieder bei euch in Berlin zu sein. Auf Wiedersehen.“ In Lichterfelde ist die William-H.-Tunner-Straße nach ihm benannt.

    Ein ausführliches Tunner-Porträt von meinem Kollegen Andreas Conrad und viele weitere Berichte können Sie am 24. Juni, dem 70. Jahrestag des Luftbrücken-Beginns, in der gedruckten Ausgabe des Tagesspiegel oder im E-Paper lesen.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-s.kneist@tagesspiegel.de

von
bis
Bitte geben Sie hier den Suchbegriff ein!
Judith Langowski von Judith Langowski tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Tempelhof-Schöneberg,

in drei Wochen ist es endlich soweit: Sommerferien, Badezeit! Bis dahin müssen sich die Kinder noch gedulden. Letzte Woche erhielten mehrere Schulleiter die Nachricht, dass das Schulschwimmen schon zum 15. Juni endet. Die dritten Klassen sitzen drei Wochen vor Schulschluss auf dem Trockenen.

Nicht alle Berliner Bezirke sind betroffen, aber unserer ist dabei, zum Beispiel die Gemeinschaftsschule Friedenau, die Spreewald- und die Nahariya-Grundschule. Die schulpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bezirk, Martina Zander-Rade, stellte fest: Gerade die Familien, deren Kinder diese Schulen besuchen, könnten sich „keinen Badeurlaub am Meer“ leisten. Der Protest war erwartbar groß. „Mathe wird doch auch nicht drei Wochen vor Schuljahresende beendet“, twitterte eine Mutter. Warum also Schwimmen?

Die Bäderbetriebe beharrten darauf, dass „alle Bäder in allen Bezirken“ geöffnet bleiben können. Mit den Schulen war aber nur Schwimmunterricht über 35 Wochen abgemacht, die am 15. Juni endeten. „Poker um Schließzeiten“, nannte ein Schwimm-Obmann die Situation, fehlendes Aufsichtspersonal sei wohl der Grund für den angekündigten verfrühten Schluss gewesen.

Schließlich reagierten die Bäderbetriebe auf die Kritik: In „vielen Bädern“ soll der Schwimmunterricht nun doch bis zum 29. Juni durchgeführt werden. In unserem Bezirk ist es wohl dem Schwimm-Obmann zu verdanken, dass die Kinder im Schwimmbädern am Sachsendamm und am Ankogelweg noch bis 1. Juli schwimmen lernen können. tagesspiegel.de

Judith Langowski ist Redakteurin der Leute-Newsletter. Sie twittert unter @the_langow und freut sich über Tipps aus den Bezirken per Mail: leute-j.langowski@tagesspiegel.de.

Judith Langowskis Tipp für Sie

Fête in den Bezirken. In Friedenau bläst Jörg Vollerthun am Donnerstag wieder in die Posaune, dirigiert und spielt in verschiedenen Bands vor dem Rathaus, vier Stunden lang. Und er hat Spaß dabei: Faites de la Musique! Musiziert!

Für die Fête de la Musique werden im Bezirk zwei Bühnen aufgestellt: die GEW-Bühne in der Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße 11, und eine vor dem Rathaus Friedenau (Breslauer Platz 1). Das gesamte Programm für Tempelhof-Schöneberg finden Sie hier: fetedelamusique.de/events.

Aber auch jenseits der Bezirksgrenze finden Sie weitere spannende Künstler und Veranstalterinnen: Von der Band mit dem interessanten Namen „Hasenscheiße“ („Viele Bands haben schöne Namen, aber ihre Musik ist eher bescheiden. Bei uns ist das andersherum.“) bis zu einem ehemaligen DJ, der jetzt in der Martin-Luther-Kirche in Neukölln die Fête organisiert, oder der Fleischerei in Treptow-Köpenick, die seit 110 Jahren besteht, und zum dritten Mal das Geschäft zur Musikbühne verwandelt. Alle Tipps aus den Bezirken lesen Sie hier: tagesspiegel.de.

Stadtleben auf Twitter

Hier twittert die Stadtleben-Redaktion des Tagesspiegels:

Tipps und Trends, Themen und Termine - alles, was die Stadt bewegt.

Machen Sie mit und verlinken Sie Ihre morgendlichen Fotos mit dem Hashtag #gmberlin. Oder schicken Sie Ihre Fotos wie gewohnt an leserbilder@tagesspiegel.de. Wir freuen uns auf Ihre Bilder! 

Die Ergebnisse sehen Sie in unserer Fotostrecke.

  • Der Syrer Hares Alraad Abspielen Theaterprojekt mit Geflüchteten: Unfrei in der Freiheit
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) während des Global Solutions Summits Abspielen Gerechtere Welt: Merkel will Daten besteuern
  • Abspielen Zehntausende demonstrieren gegen AfD
  • Opfer des NSU Abspielen Weiter Aufklärung zum NSU gefordert: "Es darf keinen Schlussstrich geben"
  • Whistleblowerin Chelsea Manning auf der re:publica Abspielen Chelsea Manning auf der re:publica: Auch Softwareentwickler*innen haben eine Verantwortung
  • Tausende kamen zum ersten "MaiGörli" Parkfest in Kreuzberg. Abspielen Wieder Tausende auf dem MyFest in Kreuzberg
  • Solidaritätskundgebung "Berlin trägt Kippa" der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Abspielen Solidaritätskundgebung "Berlin trägt Kippa"
  • 25 Jahre "Menschen helfen!" - Die Spendenaktion des Tagesspiegels Abspielen 25 Jahre "Menschen helfen!"
  • Demonstration gegen "Verdrängung und Mietenwahnsinn“ Abspielen Tausende demonstrieren gegen "Mietenwahnsinn"
  • Die britische Popband "Depeche Mode" bei ihrem Konzert in Ost-Berlin in der Werner Seelenbinder-Halle im März 1988. Abspielen "People are People" – Depeche Mode in der DDR
  • Integration am Arbeitsplatz Abspielen Integration am Arbeitsplatz
  • Nicole Battefeld, Deutsche Barista-Meisterin 2018 Abspielen Deutschlands Barista-Meisterin kommt aus Berlin
  • Berliner Fahrradschau Abspielen Berliner Fahrradschau: E-Bikes, Weltneuheit und politisches Engagement
  • ARCHIV - 16.11.2010, Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin: Durch die Gläser einer Brille ist am 16.11.2010 in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) der Schriftzug des sozialen Internet-Netzwerks Facebook auf einem Laptop zu sehen. Die Affäre um Facebook und Cambridge Analytica zeigt, wie Big-Data-Firmen mit passgenauen Botschaften potenzielle Wähler ansprechen. Neu ist die Methode aber nicht, vor allem in der Konsumwirtschaft ist sie schon länger Praxis. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Abspielen So kann man verhindern, dass Facebook die eigenen Daten falsch nutzt
  • "Jens Spahn hat Recht: Wir haben eines der besten Sozialsysteme der Welt" Abspielen "Jens Spahn hat Recht: Wir haben eines der besten Sozialsysteme der Welt"