• Portät Lars Rauchfuß quer

    Nachbarschaft

    Lars Rauchfuß, 32, Referent in der Senatskanzlei, Bezirksverordneter und neuer SPD-Kreisvorsitzender.

    Nach gut 14 Jahren hat Gesundheitssenatorin Dilek Kolat das Amt der SPD-Kreisvorsitzenden in Tempelhof-Schöneberg abgegeben. Mit großer Mehrheit (96 Stimmen von 122 Delegierten) wurde am Wochenende Lars Rauchfuß zu ihrem Nachfolger gewählt. Der 32-Jährige Volkswirt, der in der Senatskanzlei im Referat Regierungsplanung arbeitet, gehörte bisher als Stellvertreter dem Vorstand an. Mit mehr als 2500 Mitgliedern zählt Tempelhof-Schöneberg zu den größten SPD-Kreisverbänden in Berlin. Der neue Vorsitzende sieht die Partei hier gut aufgestellt. Es gebe eine lebendige und aktive Beteiligung; die Mischung bei den Mitgliedern sei vielfältig.

    Der Kreisverband hat viele prominente Mitglieder: Aus Tempelhof stammt Michael Müller, der Regierende Bürgermeister, aus Friedenau Senatorin Dilek Kolat. Aus Lichtenrade der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert, der mit seiner #NoGroKo-Kampagne die Sozialdemokraten bundesweit ordentlich aufmischte und damit zu einer intensiven Auseinandersetzung über sozialdemokratische Ziele und Werte brachte. Gleichzeitig ist Kühnert auch als Bezirksverordneter in der Kommunalpolitik, im Klein-Klein des Tagesschäfts aktiv. Rauchfuß nennt Kühnert deshalb ein „leuchtendes Beispiel“ dafür, wie man Politik gestalten sollte. Er teilte den Kurs des Jusovorsitzenden zur GroKo, ist jetzt aber mit der Entscheidung der SPD-Mitglieder zur erneuten Regierungsbeteiligung „im Reinen“.

    Rauchfuß ist in Mariendorf aufgewachsen, wo er nach wie vor seine politische Heimat in der SPD hat. Seit einigen Jahren lebt er in Schöneberg. In der Bezirksverordnetenversammlung ist er Vorsitzender des für die Finanzen zuständigen Hauptausschusses; außerdem kümmert er sich um Wirtschaft und Stadtentwicklung. Parteipolitisch gilt das Interesse vor allem dem Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Und bei den bundes- und landespolitischen Themen stehen die Debatten um den Sozialstaat und die gesellschaftliche Gerechtigkeit vorne. Besonders will sich Rauchfuß jetzt in die Diskussion um ein solidarisches Grundeinkommen einschalten und auch das Thema „Innere Sicherheit“ anpacken. Dabei gehe es nicht um eine „Law and Order“-Politik, sondern darum, kluge Konzepte zu erarbeiten, „dass sich die Menschen wohler und sicherer fühlen“.

    In der BVV sitzt Lars Rauchfuß einige Reihen hinter seinem Zwillingsbruder Jan, der seit 2013 die SPD-Fraktion in Tempelhof-Schöneberg leitet. „Super gemacht, großer, kleiner Bruder!“, postete Jan Rauchfuß nach der Wahl zum Kreisvorsitzenden am Samstag auf Facebook. Man könnte dies wohl sogar wörtlich nehmen: Lars soll von der Körpergröße her ein wenig größer sein, während Jan eine Minute älter ist als sein Zwillingsbruder. Aufgewachsen in einem Lehrerhaushalt wurde bei beiden Brüdern schon früh das Interesse für Politik geweckt; Diskussionen am Abendbrottisch waren durchaus üblich. Dass der eine jetzt die Partei, der andere die Fraktion im Bezirk leitet, sei keine Strategie gewesen, es habe sich Laufe der Jahre so ergeben, sagt Lars Rauchfuß.

    Beide traten 2005 in die SPD ein. Das war das Jahr, als Gerhard Schröder trotz eines gewaltigen Wahlkampfs die vorgezogene Bundestagswahl gegen Angela Merkel verlor.

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Sigrid Kneist von Sigrid Kneist tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Tempelhof-Schöneberg,

nichts ist für Eltern künftiger Erstklässler wichtiger als ein guter Start ins Schulleben für ihre Fünf- oder Sechsjährigen. Das wird zunehmend schwieriger. Die Stadt wächst, mit ihr die Zahl der Kinder, und in vielen Bezirken wird es an den Grundschulen proppevoll. Manche haben höhere Anmeldezahlen als Plätze in den Klassenzimmern; die Klassenstärke wird erhöht. Der Grundsatz „Kurze Wege für kurze Beine“ wird nicht überall umgesetzt werden können. Nicht jede Familie, die es wünscht, wird einen Platz an der Schule im Einzugsbereich erhalten, wie meine Kollegin Susanne Vieth-Entus schreibt. Schwierig ist es beispielsweise in Pankow; dort können sechs Schulen nicht alle angemeldeten Kinder unterbringen. Wie die Situation in den einzelnen Schulen in den Bezirken aussieht, kann man sehr gut in der Antwort des Senats auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck sehen. Dort kann man erfahren, wie viele Anmeldungen und wie viele Plätze es wo gibt. Zwei Bezirke haben leider keine Daten geliefert: Mitte – und Tempelhof-Schöneberg.

Sigrid Kneist arbeitet seit 1990 als Redakteurin in der Berlin-Redaktion des Tagesspiegels. Vor 20 Jahren hätte sie sich nicht vorstellen können, dass sie ein Jahr später aus dem Kreuzberger Graefekiez nach Mariendorf ziehen und dort bis heute bleiben würde. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihr bitte eine E-Mail an leute-s.kneist@tagesspiegel.de

Sigrid Kneists Tipp für Sie

Cheers! Die Jansen Bar ist seit 1996 ein fester Anker des Nachtlebens auf der Roten Insel. Nirgendwo sonst konnte man dort in all den 22 Jahren so gut Cocktails genießen und sich einfach treiben lassen wie in der Bar in der Gotenstraße. Oliver Mannal öffnete seinerzeit die von außen so unscheinbare Bar gemeinsam mit einer Freundin; seit 2004 betreibt er sie allein. Und nun eine für Barflies traurige Nachricht: Mannal will sich aus dem Nachtleben zurückziehen und „den Cocktailshaker an eine/einen liebenswerte/n Kollegin/Kollegen weitergeben“, wie er auf Facebook schreibt. „Ich danke euch nun jetzt schon mal für die tolle Zeit, den legendären Parties und all den phantastischen Menschen, die ich kennenlernen durfte. Ihr wart ein fantastisches Publikum.“ Mannal sucht einen Nachfolger, eine Nachfolgerin. Bei ebay-Kleinanzeigen können Interessierte die Details erfahren. Noch ist die Bar geöffnet. Ich empfehle auf jeden Fall, hinzugehen, solange geöffnet ist, und einen Abschiedsdrink zu nehmen. Für mich wird’s ein Whiskey Sour – oder auch zwei. Gotenstraße 71, dienstags bis sonntags ab 20 Uhr. jansenbar.de

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