• Stier

    Nachbarschaft

    Stier vom Alboinplatz, geschaffen Mitte der 1930er Jahr vom Bildhauer Paul Mersmann

    Der monumentale steinerne Stier am Alboinplatz ist nun wirklich nicht zu übersehen. Mein Kollege Gregor Dotzauer, der sich für die Serie „Kunst vorm Bau“ im Tagesspiegel mit seiner Geschichte befasst hat, nennt ihn ein „Monstrum“ und eine „ausgewachsene Scheußlichkeit“. Aber was er über ihn zusammengetragen hat, ist super interessant.

    Der Bildhauer Paul Mersmann der Ältere (1903-1975) schuf ihn Mitte der 1930er Jahre im Rahmen eines von Hermann Göring initiierten Künstler-Notstandsprogramms. Das ausladende Tier besteht aus Rüdersdorfer Muschelkalk über einem Ziegelkern, der aus dem Abrissschutt des Preußischen Kriegsministeriums an der Wilhelmstraße stammte, denn dieses musste dem Neubau des Reichsluftfahrtministeriums weichen, dem heutigen Finanzministerium. Schon kurz nach der Einweihung der Skulptur im Jahr 1937 sollte sie schon wieder verschwinden. 1938 erhielt der Künstler ein entsprechendes Schreiben aus dem Büro des Berliner Oberbürgermeisters: „Auf Grund der dringenden Aufforderung der Reichskammer der bildenden Künste sehe ich mich gezwungen, das von Ihnen auf dem Alboinplatz geschaffene Bildwerk ,Stürmender Wisentstier’ wieder abbauen zu lassen.“ Was genau störte, ist nicht überliefert.

    Der Stier aber überstand die Nazizeit. Erste Kriegsschäden wurden 1960 beseitigt, eine umfassende Restaurierung folgte in den Jahren 2003 bis 2005. Hier können Sie Dotzauers kompletten Artikel lesen und erfahren, welche Mythen sich um den Stier ranken.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-s.kneist@tagesspiegel.de

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Sigrid Kneist von Sigrid Kneist tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Tempelhof-Schöneberg,

ganze 60 Baugenehmigungen hat das Bauamt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres erteilt. Sie betreffen insgesamt 83 Wohnungen, davon nur 36 Neubauobjekte, wie aus einer Mitteilung des Amtes für Statistik hervorgeht (hier als PDF). Damit liegt Tempelhof-Schöneberg im Vergleich der zwölf Bezirke ganz, ganz weit hinten. Diese Zahl ist so unfassbar niedrig, dass man sie eigentlich nicht glauben möchte. Denn nichts braucht die Stadt dringender als neue Wohnungen. Und dabei hatte sich die rot-rot-grüne Landesregierung auch ein ehrgeiziges Ziel gesteckt – nämlich 30 000 Wohnungen in der gesamten Stadt bis zum Jahr 2021 zu bauen. Dass das nicht klappen wird, steht heute schon fest, die Zahl wurde bereits nach unten korrigiert. Inzwischen geht man von rund 25.000 Wohnungen aus.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) bestätigt, dass die Zahl im ersten Halbjahr wirklich sehr niedrig war. Das ändere sich aber jetzt. Allein vom 1. Juli bis 10. August seien bereits Genehmigungen für rund 700 Wohneinheiten erteilt worden, bei 250 weiteren Wohnungen ist laut Schöttler sichergestellt, dass die Baugenehmigung ebenfalls kommen wird. Aktuell liegen noch Anträge für weitere 1100 Wohnungen (Friedenauer Höhe/ehemaliger Güterbahnhof Wilmersdorf) vor, bei denen davon ausgegangen wird, dass noch in diesem Jahr die Genehmigung erteilt wird. „Die Erteilung der Genehmigungen ist allerdings auch immer von der Vollständigkeit und Richtigkeit der eingereichten Unterlagen sowie der Stellungnahmen der zu Beteiligenden abhängig“, sagt Schöttler.

Sigrid Kneist arbeitet seit 1990 als Redakteurin in der Berlin-Redaktion des Tagesspiegels. Vor mehr als 20 Jahren hätte sie sich nicht vorstellen können, dass sie ein Jahr später aus dem Kreuzberger Graefekiez nach Mariendorf ziehen und dort bis heute bleiben würde. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihr bitte eine E-Mail an leute-s.kneist@tagesspiegel.de

Milena Reineckes* Tipp für Sie

In der Ausstellung „Ey Alter“ im Schöneberger Gasometer kann man was lernen – aber ganz anders als in der Schule: An vielen Mitmachstationen kommen Kinder, Jugendliche und Erwachsene sich selber auf die Spur. Die Ausstellung, die auf Initiative von Mercedes-Benz entstanden ist, beschäftigt sich mit dem demografischen Wandel, mit Kompetenzen, die in der Zukunft gefragt sein werden – und mit dem Lernen. Für Schüler und Schulklassen gibt es spezielle Programme während der Schulzeit. tagesspiegel.de

*Milena Reinecke ist Mitarbeiterin des Tagesspiegels.

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