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    Nachbarschaft

    Jan Christian Sahl, Niklas Hofmann und Lili Feyerabend, Gründer von „welobby“ aus Berlin-Mitte, im Gespräch mit Partnern.

    Ihr habt gerade eure erste Lobbyaktion erfolgreich abgeschlossen und erreicht, dass Menschen im betreuten Wohnen besseren Mieterschutz genießen. Wie habt ihr das angestellt? Beim erfolgreichen Lobbying geht es in der Regel darum, zur richtigen Zeit an die richtigen Politiker mit den für sie jeweils richtigen Argumenten heranzutreten. Das haben wir gemacht und die zuständigen Rechtspolitiker von Union und SPD kontaktiert. Geholfen hat, dass der Bundestag sowieso gerade mit einer Mietrechtsreform befasst war – die „Gesetzesmaschine“ lief also schon und wir konnten thematisch gut aufspringen. Wer es genau wissen will: Was wir wann wo im Detail gemacht haben, lässt sich hier nachlesen.

    Euer Motto ist: „Eine Lobby für alle ohne Lobby“. Wie kamt ihr auf die Idee, Welobby zu gründen? Lobbyismus bedeutet, gegenüber der Politik ein Interesse zu vertreten. Das ist nicht böse, sondern elementar für unsere Demokratie. Wichtig ist aber, dass politische Interessenvertretung transparent geschieht und auch finanziell schwächere Gruppen eine Chance haben, von der Politik gehört zu werden. Um das zu erreichen, nutzen wir die Digitalisierung: Wir bauen eine Plattform für crowdfinanzierten Lobbyismus. Im Prinzip wie eine Petitionsplattform, nur dass wir keine Unterschriften oder Likes sammeln – sondern Geld von Menschen, mit dem wir dann die Lobby-Arbeit für ein bestimmtes politisches Projekt finanzieren können. Wir wollen damit den Lobbyismus demokratisieren.

    Woran arbeitet ihr noch und was sind eure Pläne für die Zukunft? Aktuell bauen wir unsere Crowdfunding-Plattform und entwickeln digitale Transparenz-Tools. Wir sammeln weiterhin Vorschläge für Lobbyprojekte, die alle Menschen und nicht-kommerzielle Organisationen bei uns mit wenigen Klicks und nach klaren Regeln über die Webseite einreichen können. Außerdem beschäftigt uns – wie viele andere Startups zu Beginn auch – die Finanzierung. Wir wollen dauerhaft wirken, sind aber bislang immer nur für knapp sechs Monate finanziert. Wir haben jetzt gezeigt, dass unsere Arbeit erfolgreich ist und hoffen, dass uns das bei der Suche nach Geldgebern hilft.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute@tagesspiegel.de

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Laura Hofmann. von Laura Hofmann tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Mitte,

12 Jahre. 12 Jahre und zwei Monate musste die Familie von Georgine Krüger auf den gestrigen Dienstag warten, als der Mann festgenommen wurde, der in dringendem Tatverdacht steht, das damals 14-jährige Mädchen aus Moabit getötet zu haben. Wie sich diese Zeit angefühlt hat, diese Ungewissheit, die Tatsache, dass Georgines Leiche bis heute nicht gefunden wurde; wie es sich noch immer anfühlt – das können wir, die von außen auf diesen Fall schauen, uns gar nicht vorstellen.

Der Mann, der jetzt in Untersuchungshaft sitzt, war ein Nachbar, lebte Tür an Tür mit dem Mädchen. Wie so oft jemand aus dem direkten Umfeld des Opfers. Die Polizei geht davon aus, dass er Georgine in seinen Keller gelockt, dort vergewaltigt und getötet hat. Ob ihre Leiche je gefunden wird, weiß niemand.

Ein verdeckter Ermittler brachte den Durchbruch. Nach Hinweisen, die im vergangenen Jahr eingingen, entschied die Polizei, einen Undercover-Spezialisten einzusetzen. Der kam dem 43-jährigen mutmaßlichen Täter, der bereits polizeibekannt ist, sehr nahe. Die Staatsanwaltschaft deutete an, dass der Ermittler Gespräche mit ihm aufgenommen habe. Diese Aufzeichnungen mit Äußerungen zur Tat hätten bei den Ermittlungen „den Knoten zum Platzen gebracht“, wie Sprecher Martin Steltner am Dienstag sagte. tagesspiegel.de

Einer der Fahnder, der seit fast 12 Jahren Georgines Mörder auf der Spur ist, heißt Thomas Ruf. Als im Mai Hinweis Nummer 225 in dem Fall einging, durchsuchte er den Wald in Brieselang, westlich von Spandau. Vergeblich. Meine Kollegin Helena Piontek hat ihn porträtiert.

„Die Angehörigen erleben heftigste Emotionen noch mal neu.“ Im Interview mit meiner Kollegin Fatina Keilani erklärt ein Psychologe, wie ein solcher Fall die Familie belasten kann.

Laura Hofmann arbeitet in der Berlin-Redaktion des Tagesspiegels. Ihre erste Berliner Wohnung war im Wedding, hierher kehrt sie immer gerne zurück. Heute wohnt sie an der Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Mitte, den Fernsehturm immer fest im Blick. Schreiben Sie ihr eine Mail oder folgen Sie ihr auf Twitter oder Facebook.

Laura Hofmanns Tipp für Sie

Im Rathaus Tiergarten steht jetzt ein Weihnachtsbaum, den Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) gemeinsam mit dem Verein „Schenk doch mal ein Lächeln e.V.“ geschmückt hat. Viele Kinder aus finanziell schwächer gestellten Familien haben ihre Weihnachtswünsche aufgeschrieben, diese wurden am Wunschbaum angehängt und können ab sofort von Wunschpaten, Gästen und Beschäftigten des Rathauses gepflückt und erfüllt werden. Die Wünsche haben einen Wert von maximal 25 Euro. Die Schenkenden werden gebeten, ihre Präsente bis zum 18. Dezember 2018 im Rathaus Tiergarten, Raum 247 (2. Stock) abzugeben. Bitte die Geschenke nicht in Geschenkpapier einwickeln, weil am 18. Dezember gemeinsam Päckchen gepackt werden. Viel Spaß beim Schenken!

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