• Andreas_Richter

    Nachbarschaft

    Seit dem 1. Februar ist er Mr. Alexanderplatz. Andreas Richter soll als Alex-Manager das Klima auf Berlins berühmtesten Platz verbessern. Eigentlich spricht er in seinen ersten 100 Tagen nicht mit der Presse, doch für den Mitte-Newsletter hat er eine Ausnahme gemacht.

    Herr Richter, beinhaltet Ihr Vertrag als Alex-Manager eigentlich eine Gefahrenzulage? „Berlin ist alt und voll Gewalt“, sang einst Nina Hagen (lacht). Die aktuellen Zahlen bescheinigen dem Alex ja signifikante Verbesserungen. Für das Thema Sicherheit gibt es im Bezirk einen sehr engagierten Präventionsbeauftragten und die Polizei ist vor Ort immer präsent. Gefahrenzulagen haben jedenfalls andere verdient! Zum Beispiel die Polizei und die Jungs, die in Kürze die Hochhäuser am Alex zusammenschweißen.

    Sie arbeiten seit 1991 für eine Kulturserviceagentur auf dem Alex. Was macht den Platz zu so einem schwierigen Pflaster? Schwieriges Pflaster würde ich anders formulieren. Es ist vielleicht ein graues Pflaster, auf dem viele Gegensätze zusammenprallen. Das macht es bunt und lebendig, manchmal bis es quietscht. Kulturell ist es zur Zeit noch etwas holperig, aber das können wir ja gemeinsam tolerant und behutsam ausbalancieren.

    Wie hat sich der Platz in den vergangenen 28 Jahren geändert? Viele Gebäude wurden modernisiert und die Verkehrsführung optimiert. Jetzt eilt das Leben hier 500.000 mal am Tag durch. Der Alex funktioniert. Die Basis steht. Es kann nur noch schöner werden. Das klingt trivial. Und es ist immer leicht, Dinge zu kritisieren. Dabei haben wir guten Grund, sehr dankbar zu sein. Für die vielen Ideen, für die Planungen unter Einbezug möglichst vieler Akteure, für die exakten Ausführungen und die kontinuierliche Instandhaltung des komplexen Gebildes „Alexanderplatz“ durch den Bezirk Mitte und die Akteure vor Ort. Es gibt Marktgesetze, die sicher auch Veränderungen unterliegen. Es gibt kleine Stellschrauben, die Verbesserungen bewirken können. Wenn sich zum Beispiel ein Eindruck von Beliebigkeit durch Filialisierung analog anderer Großstadt-Zentren an manchen Stellen verstärkt und ungünstig für die Identität wirkt, könnten Stadt und Investoren dem gemeinsam vorbeugen.

    Sie wollen den Alex aufwerten, damit man dort als Berliner aktiv hingeht. Welche konkreten Ideen schweben Ihnen vor? Als erstes möchte ich eine Bestandsaufnahme durchführen, die „losen Enden“ vorhandener Initiativen zusammenführen und mit kleinen Schritten mögliche Verbesserungen durchführen. Dazu werde ich mit vielen Menschen sprechen. Mit Grundstückbesitzern und Anwohnern, mit Stakeholdern, mit Finanzierungsverantwortlichen und mit Profis, was Stadtplanung und Destinationsentwicklung angeht. Und natürlich mit den Fachleuten im Bezirksamt, die sich schon lange für den Alex engagieren. Danach können wir gerne über meine Ideen sprechen. Aber lassen Sie mich erst einmal in dem Job ankommen. Ich will dazu beitragen, dass im Ergebnis ein Platz mit einem positiven Image im Zentrum Berlins steht, von dem Berliner und Gäste begeistert sagen: „Lass uns heute auf den Alex gehen.“

    Wenn Sie nicht gerade auf dem Alexanderplatz sind: Wo gefällt es Ihnen am besten im Bezirk? Am schönsten finde ich authentische Orte, wie das familienbetriebene ComViet Restaurant in der Münzstraße oder den kleinen Mädchenitaliener und naturnahe Orte wie die Paddelstation am Neuen See. In größeren Zeitabständen kann ich empfehlen – vielleicht mit einem gemieteten Bötchen mit Freunden – die Spree entlang zu schippern, weil hier die tollen Veränderungen der Stadt eine eigene Magie entfalten.

    Foto: Bezirksamt Mitte.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: [email protected]

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Laura Hofmann. von Laura Hofmann tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Mitte,

standen Sie heute schon im Stau? Kann schon mal passieren. 154 Stunden, also mehr als sechs Tage, verlieren Autofahrer in Berlin laut einer neuen Studie pro Jahr durch den dichten Verkehr. Damit hat Berlin München (140 Stunden) als Stauhauptstadt abgelöst. Besonders schlimm trifft es Autofahrer in Mitte. Wer mal kurz vom Brandenburger Tor über die Ebert- und Tiergartenstraße in die Nürnberger Straße nach Wilmersdorf will, steht im Schnitt sechs Minuten im Stau – 22 Stunden im Jahr.

Doch nicht nur bei den Autofahrern läuft es verkehrt im Verkehr. Eigentlich hatte der rot-rot-grüne Senat versprochen, dass Autofahrer nicht länger automatisch Vorfahrt haben auf Berlins Straßen. Die Infrastruktur für Fußgänger und Fahrradfahrer wolle man ausbauen, hieß es im Koalitionsvertrag. Doch passiert ist nach zweieinhalb Jahren fast nichts. Das zeigt der Blick nach Mitte: In der Müllerstraße erleben Radler noch immer im Sekundentakt Nahtoderlebnisse, die Luft in der Leipziger Straße bleibt gefährlich schlecht und was wurde eigentlich aus der autofreien Zone unter den Linden? Die Koalition steckt verkehrspolitisch in einer Sackgasse. Und wer denkt mit Bus, Tram und U-Bahn sei alles besser, irrt ebenfalls. Am Freitag wollen die Beschäftigten der BVG acht Stunden lang streiken. Am Schluss, so viel ist klar, bleibt Berlin auf der Strecke.

Felix Hackenbruch ist Volontär beim Tagesspiegel. Als er vor dreieinhalb Jahren nach Berlin zog, war seine erste Anlaufstelle der Wedding. Dort verbringt er auch heute noch gerne die Abende am Wochenende. Folgen können Sie ihm auch auf Twitter.

Felix Hackenbruchs Tipp für Sie

Wer das Ishin in der Mittelstraße 24 betritt, zuckt erst einmal zurück. Es riecht, nein, es stinkt nach Fisch. Der große, schmucklose Raum könnte auch eine Fischhalle sein und ein bisschen ist er das: Zwei Mal pro Woche bekommt das japanische Restaurant ganze, frische Thunfische geliefert, die direkt hinter der Theke verarbeitet werden. Der Laden hat Ambiente wie ein Tankstellen-Imbiss, doch darauf kommt es nicht an. Viel authentischer als hier bekommt man den Cye-Ro im Bambusdämpfer, Don oder Sushi wohl nur in Japan serviert. Alles wuselt, es gibt unaussprechliche Gerichte und dazu kostenlos grünen Tee so viel man will. Am Schluss zahlt man oft nicht mal zehn Euro und hat mehr als nur eine kulinarische Reise erlebt.

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