• Nachbarschaft

    Neue Nachbarn im Wedding: Am 1. April sind 77 Studierende in ein neues Studentenwohnhaus in der Amrumer Straße gezogen, in unmittelbarer Nähe zur Beuth Hochschule. Am Donnerstag wurde der Bau der landeseigenen Gewobag dann offiziell eröffnet, mit dabei Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, und Gewobag-Chefin Snezana Michaelis. Er heißt Süderoog, benannt nach einer Hallig im nordfriesischen Wattenmeer, und bietet Platz für 77 Studierende. 350 Euro im Monat zahlen sie – und bekommen dafür rund 30 Quadratmeter Wohnfläche, ob im Einzelapartment oder in der 7-er-WG. So günstig ist heute kaum noch ein WG-Zimmer. Kein Wunder, dass die Plätze innerhalb von 14 Tagen vermietet wurden.

    Berlin erlebt mit derzeit knapp 191.000 Studierenden ein Rekordhoch“, sagt Gewobag-Chefin Snezana Michaelis. Wer noch auf der Suche nach einer Studentenwohnung ist: Mitte Mai geht die Vermietung eines weiteren Studentenhauses, ebenfalls an der Amrumer Straße los. Hier ist auch etwas mehr Platz: 118 Studierende können das Haus mit dem Namen Norderoog bald ihr Zuhause nennen.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute@tagesspiegel.de

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Laura Hofmann. von Laura Hofmann tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Mitte,

unser Platz soll schöner werden. Doch so einfach ist das nicht. Der Gendarmenmarkt, eigentlich einer der schönsten Plätze Berlins, bröckelt vor sich hin, eine Sanierung wurde immer wieder verschleppt. Und der Alexanderplatz wird sein Image als Ballermann der Stadt wohl auch nicht so schnell los – auch wenn das eigentlich der Wunsch der Bezirkspolitik ist. Bisher darf auf dem Alex so ziemlich jeder veranstalten, was er will. Das Resultat: ein gefühlt immer gleicher Budenzauber, egal, ob Oktoberfest oder Ostermarkt, der einige Berliner, die den Platz täglich passieren müssen, ganz schön nervt. Und es geht schon wieder los (siehe „Kiezkamera“ weiter unten im Newsletter). Geregelt wird die Genehmigungspraxis im Berliner Straßengesetz, das vorsieht, die Sondernutzung von Straßen und Plätzen in der Regel zu erlauben. Und dabei geht es nicht etwa um die Qualität der Veranstaltung, sondern nach dem Prinzip „first come, first serve“, also nach Eingang des Antrags.

Das Gesetz müsste also geändert werden. Das „wäre anzustreben“, schreibt das Bezirksamt auf eine Anfrage des Verordneten Taylan Kurt (Grüne). Zuständig ist aber nicht der Bezirk, sondern die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Erste Gespräche zwischen Bezirksamt und Senatsverwaltung in diese Richtung hätten bereits stattgefunden. Ob die Genehmigungspraxis tatsächlich von einer Soll- zu einer Kann-Bestimmung geändert wird, hängt aber auch davon ab, ob ein entsprechendes Gesetz im Abgeordnetenhaus und im Rat der Bürgermeister eine Mehrheit findet. Nachdem der „Checkpoint“ berichtete, hat sich auf Twitter eine Diskussion entsponnen. Der stellvertretende Senatssprecher Julian Mieth (Grüne) findet: „Berlin muss auch mal nein sagen können“. Ivo Betke, ein anderer Nutzer, hat eine andere Idee. Er fragt: „Wenn ich vom 1.1 – 31.12. eine Kunstausstellung ‚Berliner Luft‘ plane und als erster beantrage, dann bleibt der Platz leer?“ Wahrscheinlich würde diese geplante Sondernutzung die zulässige Dauer jedoch überschreiten.

 „Muss man denn immer alles regeln?“, fragt dagegen Alexander Steinhart. Er argumentiert mit dem Marktprinzip: „Den Menschen scheint das Angebot doch zu gefallen. sonst würde es ja nicht gemacht oder?“ Sowieso sei der Alexanderplatz doch sowieso „fast nur touristisch“ geprägt. Das sieht der „Luisenstadt-Fotograf“ anders: „Alle, vor allem niedrigere Bedürfnisse wie am Ballermann müssen nicht befriedigt werden.“ Wenn Berlin mehr Tourismus „außerhalb des Party-Sauf-Sex-Sektors“ haben wolle, müssten Angebote wie die Buden auf dem Alexanderplatz zurückgedrängt werden. „Bierbikes und ähnliche inklusive.“ Er findet: Berlin sollte auf Niveau achten. Und was denken Sie? Schreiben Sie mir Ihre Meinung.

Um einen anderen Platz und seine Herausforderungen geht es weiter unten im Newsletter, bei „Namen und Neues“.

Laura Hofmann ist Redakteurin für Landes-und Bezirkspolitik beim Tagesspiegel. Ihre erste Berliner Wohnung war im Wedding, hierher kehrt sie immer gerne zurück. Heute wohnt sie an der Grenze zwischen Mitte und Kreuzberg, die Türme vom Potsdamer Platz fest im Blick. Schreiben Sie ihr eine Mail oder folgen Sie ihr auf Twitter oder Facebook.

Melanie Bergers Tipp für Sie

Eierspeisen aller Art und kleine Schokoladen ergänzen am Ostermontag den ganz normalen Exzess beim Schraders-Brunch. Eigentlich findet der immer nur sonntags statt, doch wegen der Feiertage gibt es die Schlemmereien diese Woche an zwei Tagen. In der Malplaquetstraße 16B, Ecke Liebenwalder Straße, nahe dem U-Bhf Seestraße, hört man dann vor allem das Klirren von Tellern und Tassen. Der Stadtlärm kommt hier kaum hin. Von 10 bis 15 Uhr kann gegessen werden, für 12,50 Euro. Achtung: Reservieren ist empfohlen: 030/45082663

Melanie Berger ist Volontärin beim Tagesspiegel. Sie kennen Sie vielleicht auch als gelegentliche Mitte-Autorin.

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