Aus dem Tagesspiegel Checkpoint : 34.000 Lehrer in Berlin ohne E-Mail-Adresse

Blick in den "Checkpoint" (mit Tagesspiegel-E-Mail-Adresse): Lehrer müssen Mails an Schüler und Eltern von Privat-Accounts verschicken - ist aber verboten.

Bin ich schon drin?
Bin ich schon drin?Foto: picture alliance / Karl-Josef Hi

E-Mails? Ein Fremdwort in Berlins Schulen. Es wirkt unkoordiniert, wie die Berliner Lehrerschaft per E-Mail mit Schülern und Eltern kommuniziert. Denn anders als für – hoffentlich – alle Behördenmitarbeiter gibt es in der Start-up-Hauptstadt keine dienstlichen Mailadressen für die 34.000 Pädagogen.

Nicht wenige Lehrer verschicken notgedrungen Mails von privaten Accounts – was nach Auskunft der Senatsverwaltung für Bildung an den "Tagesspiegel Checkpoint" allerdings nicht erlaubt ist (wie übrigens aus Datenschutzgründen auch die Nutzung von WhatsApp). Nur Schulleitungen besitzen einen Dienstaccount.

Manche Schulen haben für ihre Lehrer zwar eigene Lösungen gefunden, doch „offiziell“ ist keine davon. Eine Änderung ist erst einmal nicht in Sicht.

Technisch sei die Einrichtung von Lehreraccounts durchaus realisierbar, heißt es in der Bildungsverwaltung. Doch das löse „Beteiligungsrechte der Beschäftigtenvertretungen“ aus. „Wir sehen auch, dass Kommunikationswege erleichtert und beschleunigt werden. Ob die Beschäftigtenvertretungen dies so sehen - darüber wird noch zu sprechen und zu verhandeln sein.“

Bandenburg hat zumindest vor mehr als einem Jahrschon mal den Versuch für Dienstmails gestartet, ist dabei aber erst einmal gescheitert. Man habe die Dimension des Projekts unterschätzt, heißt es bei der Landesregierung. Denn Lehrern sollte der Zugriff vom heimischen Computer ermöglicht werden, während beispielsweise Polizei- und Finanzbeamte nur an ihren Arbeitsplätzen Dienstmails checken können.

Nun dauert alles länger und wird teurer als gedacht. 2020 könnte es losgehen – bei jährlichen Kosten von 1,7 Millionen Euro. 1984 wurde übrigens die erste E-Mail in Deutschland verschickt.

Morgens, kurz nach 6: der neue Tagesspiegel Checkpoint

Morgens, kurz nach 6 Uhr, in Ihrer Mailbox - von einer Tagesspiegel-Adresse: der neue "Checkpoint" vom Team um Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt. Hier geht es zur unkomplizierten Anmeldung: www.tagesspiegel.de/checkpoint.

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