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Bauchaos bei Bundestagsbüros : Lüdersbau muss vor Eröffnung teilweise wieder abgerissen werden

Das neue Blockheizkraftwerk des Verwaltungsbaus muss noch vor Inbetriebnahme wieder abgerissen werden. Der Grund: Umweltschutzauflagen.

300 Büros für die Bundestagsabgeordneten sind in dem markanten Bau geplant.
300 Büros für die Bundestagsabgeordneten sind in dem markanten Bau geplant.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Noch bevor der erste Bundestagsabgeordnete sein Büro in der Erweiterung des Elisabeth-Lüders-Hauses einrichten kann, muss das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung das Kernstück des Neubaus wieder entfernen: Das neue Blockheizkraftwerk (BHKW) des Verwaltungsgebäudes muss wieder herausgerissen werden, bevor es überhaupt in Betrieb geht – und durch ein neueres Modell ersetzt werden. Dies bestätigte der Bauherr dem Tagesspiegel auf Anfrage.

„Die aus drei Blockheizkraftmodulen bestehende Anlage muss angepasst werden“, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes, das das Elisabeth-Lüders-Haus im Auftrag des Bundestages errichtet. Schuld sei die „im Sommer 2019 durch den Gesetzgeber eingeführte neue Bundesimmissionsschutzverordnung“. Dadurch seien „gegenüber der bei Planung und Bau zugrundegelegten EU-Richtlinie abweichende Abluftgrenzwerte“ entstanden.

Die Frage, ob der Zeitplan für die Fertigstellung dadurch erneut korrigiert werden muss, beantwortete das Bundesamt so: „Die Übergabe des Erweiterungsbaus ist hiervon unabhängig.“ Weiter hieß es, dass die Maßnahme „alternativlos“ sei „im Sinne der Nachhaltigkeit des Bundesbaus und des Umweltschutzes“.

Das ausgebaute Modul werde „an anderer Stelle zur Nutzung bereitgestellt“. Warum „an anderer Stelle“ die schärferen EU-Grenzwerte keine Rolle spielen, blieb unklar.

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Der Eingriff in das Herzstück des Lüders-Baus ist nicht unproblematisch. In einem internen Schreiben heißt es, dass „für die Ausbringung des BHKWs und den Austausch der Abgasschornsteine“ die Überlegung bestehe, einen „Autokran“ einzusetzen. Wegen des hohen Gewichts, das über die „Pratzen“ abgeleitet werden muss, solle „ein partieller Rückbau des Plattenbelages einschließlich Unterbau“ geprüft werden.

Begonnen wurde die durch viele Pannen verzögerte Errichtung der Erweiterung des Lüders-Baus vor zehn Jahren. Damals war eine Fertigstellung für das Jahr 2014 vorgesehen. 300 Büros, ein Bereich für Kunstausstellungen, ein Bistro und Flächen für das Parlamentsarchiv sind dort geplant. Die Baukosten sind zudem von 190 auf 247 Millionen gestiegen. Zu den zahlreichen Baumängeln zählt unter anderem eine undichte Bodenplatte, die zu Wasserschäden in der Neubauruine geführt hatte.

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