Berliner Krankenhaus-Konzern : Korruptions-Prozess gegen Vivantes-Manager beginnt

Der ehemalige Vivantes-Manager steht seit Mittwoch wegen Verdachts auf Korruption vor dem Berliner Landgericht. Es geht um rund 250.000 Euro.

Im März 2014 gab es in der Vivantes-Zentrale in Reinickendorf eine Razzia.
Im März 2014 gab es in der Vivantes-Zentrale in Reinickendorf eine Razzia.Foto: Silas Stein/dpa

Als Vivantes-Manager soll Bernd K. eine Kreditkarte zu einem mit rund 250.000 Euro gefüllten Schweizer Konto eingesteckt haben. Mehr als sechs Jahre nach Bekanntwerden von Ermittlungen gegen den inzwischen 48-Jährigen hat am Mittwoch der Prozess vor dem Landgericht begonnen.

Mitangeklagt ist ein 52-jähriger Ingenieur, der als Geschäftsführer einer Telekommunikationsfirma auf Bestechung gesetzt haben soll, als es um die Vergabe eines Auftrags in Millionenhöhe ging. Zudem muss sich eine 56-Jähriger wegen Beihilfe verantworten.

Die Aufregung war groß, als es im März 2014 zu einer Durchsuchung in der Vivantes-Zentrale in Reinickendorf kam. Ziel der Razzia waren die Räume des damaligen Finanzgeschäftsführers des landeseigenen Klinikkonzerns. Der Vorwurf: Bestechlichkeit. Kurz darauf teilte das Gesundheitsunternehmen mit, dass er mit sofortiger Wirkung von seinen Dienstgeschäften entbunden worden sei. Es handele sich um ein „individuelles Fehlverhalten“.

[Mehr aus der Hauptstadt. Mehr aus der Region. Mehr zu Politik und Gesellschaft. Und mehr Nützliches für Sie. Das gibt's nun mit Tagesspiegel Plus: Jetzt 30 Tage kostenlos testen.]

K. soll ab 2011 die Erneuerung von Telekommunikationsanlagen geplant haben. Im Juni 2013 sei eine europaweite öffentliche Ausschreibung zur Vergabe eines entsprechenden Auftrags geschaltet worden, heißt es in der Anklage. Kurz darauf soll der Ingenieur dem Vivantes-Manager ein korruptes Angebot gemacht haben. Einen sechsstelligen Betrag habe er dafür in Aussicht gestellt, dass K. zu Gunsten der Firma des Ingenieurs auf das Vergabeverfahren einwirke.

[In unseren Leute-Newslettern berichten wir wöchentlich aus den zwölf Berliner Bezirken. Die Newsletter können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Als der Ingenieur den Vertrag für seine Firma in der Tasche hatte, soll er den dritten Angeklagten beauftragt haben, K. eine Visakarte zu übergeben. Diese habe dem damaligen Vivantes-Manager Zugang zu einem Bankkonto gewährt, auf dem genau 249.859 Euro hinterlegt worden waren. Die Verteidiger der drei Angeklagten kündigten umfassende Aussagen ihrer Mandanten für die nächsten Verhandlungstage an. Der Prozess wird am 20. August fortgesetzt.

Neu: Tagesspiegel Plus jetzt gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar