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In einigen Städten sind die zerstörten russischen Panzer bereits als Kunstobjekte zu sehen. 

© Verteidigungsministerium der Ukraine/Berlin Story

Tagesspiegel Plus

Bezirk Mitte lehnt Ausstellung ab: Kein zerstörter Panzer vor russischer Botschaft in Berlin

Der Berlin Story Bunker wollte vor der russischen Botschaft zerstörtes russisches Kriegsgerät aus der Ukraine ausstellen. Der Bezirk Mitte lehnte den Antrag jetzt ab.

Der Bezirk Mitte hat die geplante Ausstellung eines zerstörten russischen Panzers in Berlin abgelehnt. Wie berichtet hatten Enno Lenze und Wieland Giebel vom Berlin Story Bunker einen entsprechenden Antrag gestellt. Sie wollten einen Panzer aus der Ukraine auf der Mittelpromenade Unter den Linden aufstellen - vor der russischen Botschaft. Ergänzt werden sollte das Kriegsgerät mit einer kleinen Ausstellung.

Nachdem das Bezirksamt Mitte vier Wochen lang schwieg, berichtete der Tagesspiegel am 21. Juli über den Fall. Am gleichen Tag erhielt Giebel dann eine Eingangsbestätigung seines Antrags. Nun das Aus: Das Bezirksamt sei zu der Entscheidung gekommen, den Antrag abzulehnen, heißt es in einer Mail an die Initiatoren, die dem Tagesspiegel vorliegt. Man folge einer „umfangreichen Stellungnahme“ des Fachbereiches Kunst, Kultur und Geschichte. Einen zerstörten Panzer aufzustellen, sei „nicht angemessen“, da „in dem zerstörten Kriegsgerät Menschen gestorben“ sein könnten.

Diese Einschätzung sorgte auf Twitter schon für Diskussionen. Dort verweisen Nutzer:innen darauf, dass aktuell im Deutschen Technikmuseum die Sonderausstellung „Wahnsinn – Illegale Autorennen“ zu sehen ist. Zentrales Objekt der Ausstellung ist laut Website dabei das Unfallauto des Opfers der Kudamm-Raser. Zwei Raser lieferten sich am 1. Februar 2016 ein Rennen über den Kurfürstendamm, einer rammte den Jeep des Arztes Michael W. Der 69-jährige starb.

Weiter argumentiert der Bezirk, dass „die Aufstellung von eroberten russischen Panzern aus einem aktuellen Krieg auf der Straße Unter den Linden die außenpolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland“ berühre. Eine Genehmigung könne daher nicht so ohne weiteres ausgestellt werden, sondern könnte nur „nach Gesprächen mit der Senatskanzlei bzw. der Bundesregierung“ erteilt werden. Das Einverständnis der Senatskanzlei sei „nicht zu erwarten“, so das Bezirksamt.

Initiator Enno Lenze zeigte sich von der Absage enttäuscht. „Ich kann nicht verstehen, wie eine solche Ausstellung die Sicherheitsinteressen der Bundesrepublik Deutschland berühren kann. Auch irritiert mich, dass man das Fahrzeug eines Opfers des Kudamm-Rasers in Berlin zeigen kann, was ich für richtig halte, jedoch nicht einen Panzer, in dem gegebenenfalls Täter gestorben sind. Aber das ist nur eine Formalie. Das Grundgesetz schützt Kunst und Meinungsfreiheit und ich habe keine Sorge, dass wir eine Lösung für die Ausstellung finden,“ sagte Lenze dem Tagesspiegel. 

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