Digitale Bildung in Berlin-Mitte : John-Lennon-Gymnasium ist eine "Smart School"

Erstmals zeichnete der Branchenverband der Digitalwirtschaft, Bitkom, eine Berliner Einrichtung als Vorreiterschule im Bereich digitale Bildung aus.

Louisa Lenz
Die Schüler der Oberstufe des John-Lennon-Gymnasiums erhalten zusätzlichen Unterricht zum Thema Datenschutz.
Die Schüler der Oberstufe des John-Lennon-Gymnasiums erhalten zusätzlichen Unterricht zum Thema Datenschutz.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Der Branchenverband der Digitalwirtschaft, Bitkom, hat zum dritten Mal Schulen in Deutschland als „Smart Schools“ ausgezeichnet – als Lehreinrichtungen, die bei der Anwendung der Integration neuer Medien in den Schulalltag eine Vorreiterrolle einnehmen. Unter den 16 prämierten Schulen ist dieses Jahr erstmals auch eine Berliner Schule: Das John-Lennon-Gymnasium in Mitte. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung“, sagt die Schulleiterin Doris Hellmuth.

Raus aus der Kreidezeit

„Smart Schools sind Vorreiterschulen im Bereich digitale Bildung", erklärt Natalie Barkei, die Projektmanagerin der Bildungsinitiative. Diese Schulen würden die drei Säulen des Smart-School-Konzepts, digitale Infrastruktur, Lehrerfortbildungen und pädagogische Konzepte auf herausragende Weise miteinander verbinden.

„Smart Schools sollen Wegweiser sein, an denen sich andere Schulen ein Beispiel nehmen können, wie Digitalisierung an Schulen aussehen kann. Manche Schulen leben da ja wortwörtlich noch in der Kreidezeit“. Smart Schools sollen zeigen, dass die Digitalisierung gewinnbringend für Schulen sein kann, wenn digitale Infrastruktur, Konzepte und Lehrkräfte zusammen gedacht werden.

Diese sperrigen Begriffe umfassen in der Praxis beispielsweise W–Lan und Smartboards, ein pädagogisches Medienkonzept und die Lehrerfortbildung. „Allein mit der technischen Infrastruktur ist es nicht getan, das Ganze muss auch mit einem pädagogischen Konzept untermauert sein“, sagt Barkei.

Begeisterte Schüler, Lehrer und Eltern

Erfüllt eine Schule diese Kriterien, kann sie sich für den Smart School Wettbewerb anmelden. Eine Jury aus Bildungsexperten trifft dann die Entscheidung. Das John-Lennon-Gymnasium in Mitte zeigt, wie eine Smart School aussieht. Im Rahmen der Medienbildung konzentriert sich das Gymnasium auf vier Aspekte: einerseits auf die Schul-Webseite. Andererseits auf die Verwaltungsplattform „WebUntis“, auf der die Schüler zum Beispiel den Vertretungsplan online einsehen können; auf ein digitales Lehrerzimmer, in dem die Lehrer auf Lehrbücher zugreifen können; sowie die Lernplattform „itslearning“.

Die digitalen Angebote würden von Schülern, Lehrern und Eltern sehr gut angenommen, sagt Schulleiterin Hellmuth. „Die Schüler sind ja sowieso dauernd vernetzt. Aber auch Lehrer und Eltern sind begeistert“, sagt sie. Die Plattform „itslearning“, die erst seit einem Dreivierteljahr eingesetzt wird, funktioniert wie eine Cloud und beherbergt das schuleigene pädagogische Handlungskonzept.

"Gute Pädagogen sein"

„Mit Hilfe von ’itslearning’ können sich Projektgruppen, Fachbereiche und Gremien vernetzen und organisieren“, sagt Englisch- und Deutschlehrer Nico Wirtz, der für die Koordination der digitale Schulentwicklung am John-Lennon-Gymnasium zuständig ist. Lehrer können auf „itslearning“ auch Arbeitsmaterialien bereitstellen und Aufgaben erstellen. Die Schüler können sich dann auf der Plattform einloggen und die Aufgaben selbstständig bearbeiten.

„Das bietet viele neue Möglichkeiten. Je nach Leistungsstand können die Schüler so gezielt gefördert werden“, sagt Hellmuth. „Außerdem wird der Unterricht durch das multimediale Arbeiten anschaulicher und das macht den Schülern natürlich Spaß.“ Vor allem übernehme „itslearning“ aber viel bürokratische Verwaltung, sagt Wirtz. „So können wir uns auf das konzentrieren, was wir gelernt haben: gute Pädagogen zu sein“.

Gewinnerschulen wie das John-Lennon-Gymnasium werden in das „Smart School Netzwerk“ aufgenommen, in dem sie sich mit anderen Schulen austauschen und an der Bitkom-Bildungskonferenz mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Bildung teilnehmen können.

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Es sei wichtig, die Digitalisierung in Bildungssystem und Schulunterricht einzubinden, sagt Natalie Barkei. „Wir leben in einer digitalen Welt und spätestens im Berufsleben müssen sich die Schüler mit digitalen Techniken auseinandersetzen. Deshalb ist es wichtig, mit digitaler Bildung in der Schule anzufangen.“

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