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Das Eberswalder Wurstwerk soll die Produktion Ende Februar einstellen, wie das Unternehmen ankündigte. (Archivbild)

© Patrick Pleul/dpa

Ernährungswirtschaft: Eberswalder Wurstwerk schließt - Land will Standort erhalten

Hiobsbotschaften für die Agrarbranche in Brandenburg - kurz vor der Grünen Woche. Das Eberswalder Wurstwerk schließt. Das Land sucht jetzt nach Lösungen, damit der Standort nicht zur Ruine wird.

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Nach dem Aus für die Eberswalder Wurstwerke sucht das Land nach Möglichkeiten, den Standort zu erhalten. „Wir versuchen, dort eine Lösung zu finden, dass dieser Standort womöglich für Neuansiedlungen und neue Investitionen zur Verfügung steht (...)“, sagte Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD). Die Wurstfabrik in Britz bei Eberswalde, die rund 500 Menschen beschäftigt, dürfe keine „Ruine“ werden.

Auch die Schließung des größten brandenburgischen Schlachthofs in Perleberg trifft die Agrarbranche hart. Für den Schlachthof gibt es laut Agrarministerin inzwischen aber Interessenten.

„Eberswalder“ dennoch in Brandenburgs Messehalle vertreten

Die Hiobsbotschaften dürften die Stimmung bei der am Freitag beginnenden Grünen Woche in Berlin trüben. Trotz der Ankündigung, die Eberswalder Wurstfabrik Ende Februar zu schließen, wird sich das Unternehmen in der Brandenburg-Halle der Agrarmesse präsentieren.

Die traditionsreiche Marke „Eberswalder“ soll bestehen bleiben, die Produktion verlagert werden. Die Wurstwerke gehören seit 2023 zur Zur-Mühlen-Gruppe, eine Tochter des Fleischriesen Tönnies in Nordrhein-Westfalen. Der Lebensmittelkonzern gab sich den neuen Namen Premium Food Group.

„Eberswalder Würstchen sollen aus Eberswalde kommen“

Agrarministerin Mittelstädt sagte: „Ich würde mir natürlich wünschen, dass regionale Wurst auch regional produziert wird und dass in der Eberswalder Wurst, wenn sie woanders produziert wird, trotzdem Brandenburger Schwein und Rind drinsteckt.“ Der Präsident des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, meinte: „Eberswalder Würstchen sollen aus Eberswalde kommen.“ Alles andere sei eine „Verbrauchertäuschung“.

Die EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG teilte vergangene Woche mit, die Produktion am Standort Britz nach aktueller Planung Schritt für Schritt bis zum 28. Februar 2026 einzustellen. „Leider mussten wir feststellen, dass es unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine realistische Perspektive gibt“, hieß es.

Unternehmen: Werden weiter „Eberswalder“ verkaufen

Ein Sprecher des Unternehmens sagte auf Anfrage: „Eine Mutmaßung, wir wollten den Standort von Anfang an schließen, ist falsch und auch nicht sinnhaft.“ Wäre Marktbereinigung das Ziel gewesen, hätte man das Unternehmen gar nicht erst übernommen und nicht mehrere Millionen Euro dort investiert. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) hatte kritisiert, Tönnies betreibe eine „rücksichtslose Rendite- und Marktbereinigungspolitik“ auf dem Rücken der Beschäftigten. 

Eberswalder Wurst soll es wie geplant bei der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin zu kosten geben. „(...) Wenn wir den Produktionsstandort Britz schließen müssen, was uns nicht leicht fällt, werden wir trotzdem weiter Eberswalder herstellen und verkaufen. Auch auf der Grünen Woche“, so der Sprecher. Die Marke „Eberswalder“ habe viele Fans, vor allem in Ostdeutschland.

Gespräche zur Zukunft des Schlachthof-Standorts Perleberg

Zu einem möglichen Erhalt des Schlachthof-Standorts in Perleberg in der Prignitz sagte Agrarministerin Mittelstädt: „Alles das, was passiert, liegt nicht immer nur in der Hand der Politik, sondern liegt auch in der Hand der Unternehmen.“ Es gebe aber intensive Gespräche des Ministeriums zu Unterstützungsmöglichkeiten. Sie hoffe, dass sich Türen öffneten, „neue oder auch andere Ansiedlungen“ in Brandenburg zu ermöglichen.

Im Fleischcenter Perleberg konnten ursprünglich bis zu 20.000 Schweine pro Woche geschlachtet werden, wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands angab. Tierhalter müssen mit der Einstellung des Betriebs ins Ausland ausweichen oder ihre Schweine zum Schlachten nach Weißenfels in Sachsen-Anhalt bringen.

© dpa-infocom, dpa:260112-930-532784/2

Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal.

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