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Ernährungswirtschaft: Streit um Marken-Nutzung bei Eberswalder Würstchen droht
Mehr als ein Name: Die IHK Ostbrandenburg ist überzeugt, dass „Eberswalder Würstchen“ auch aus der Region kommen müssen. Mit dem Produktions-Aus bei Eberswalde bahnt sich ein Streit um die Marke an.
Stand:
Dürfen Würstchen der Marke „Eberswalder“ ganz woanders produziert werden? Die IHK Ostbrandenburg pocht auf Regionalität und stellt sich gegen den Fleischriesen Tönnies. Angesichts der angekündigten Schließung der Wurstproduktion in Britz bei Eberswalde droht ein Streit um die Marken-Nutzung.
Die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg (IHK) teilte mit, dass sie die Besitzerin der Kollektivmarke „Eberswalder Würstchen“ sei. Diese Marke sei an die Herstellung im Raum Eberswalde gebunden.
Das Unternehmen EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG, das die traditionsreiche Wurstfabrik in Britz Ende Februar schließen will, verkauft seine Produkte unter der Marke „Eberswalder“. Diese kann nach Ansicht der IHK Ostbrandenburg aber nicht losgelöst von der Kollektivmarke „Eberswalder Würstchen“ an anderen Produktionsorten verwendet werden.
Anwälte des Unternehmens widersprechen
Der Wursthersteller sieht das anders. „Nach aktueller Planung sollen die Produkte der Marke an anderen ostdeutschen Standorten mit vornehmlich ostdeutschen Rohstoffen produziert werden“, hieß es von EWN auf Anfrage. „Die Wort-Bildmarke „Eberswalder“ befindet sich in unserem Besitz.“ Nach Auffassung der Fachanwälte könne sie weiterhin genutzt werden. Das Unternehmen wolle in den kommenden Tagen aber in Ruhe direkt mit den Verantwortlichen der IHK sprechen, kündigte es an.
Das Wurstwerk gehört seit 2023 zur Zur-Mühlen-Gruppe, einer Tochter des Fleischriesen Tönnies in Nordrhein-Westfalen. Der Lebensmittelkonzern gab sich den neuen Namen Premium Food Group.
IHK hat seit Jahrzehnten Markenrechte
Die IHK Ostbrandenburg teilte mit: „Als Markeninhaber wird die IHK Ostbrandenburg alle Bestrebungen unterstützen, die dazu beitragen, dass weiterhin "Eberswalder Würstchen" original in der Region um Eberswalde hergestellt werden können.“ Auch andere Fleischverarbeiter dürften den Namen verwenden - „solange sie im Raum Eberswalde produzieren und dabei bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllen“.
Die Marke „Eberswalder Würstchen“ besteht laut IHK seit 1987 und soll die regionale Produktion und Tradition schützen. Eigentümerin sei die Kammer seit 1995. Sie habe das damals drohende Abwandern der Produktion verhindern wollen.
© dpa-infocom, dpa:260114-930-541475/1
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