Erster Ausbruch in Deutschland 2020 : West-Nil-Virus bei Vogel in Berlin nachgewiesen

Bei einer verendeten Blaumeise ist erstmals in dieser Mückensaison das West-Nil-Virus nachgewiesen worden. In seltenen Fällen stecken sich auch Menschen an.

Eine Blaumeise war das erste bekannte Opfer des West-Nil-Virus in Deutschland in diesem Jahr. (Symbolbild)
Eine Blaumeise war das erste bekannte Opfer des West-Nil-Virus in Deutschland in diesem Jahr. (Symbolbild)Foto: promo

Erstmals ist in dieser Mückensaison in Deutschland ein Ausbruch des West-Nil-Virus nachgewiesen worden. Das teilte die Berliner Senatsverwaltung für Verbraucherschutz, die auch für den Veterinärbereich zuständig ist, am Donnerstag mit. Demnach wurde das Tropenvirus am Dienstag bei einer Blaumeise amtlich festgestellt.

Der Vogel sei bereits in der vergangenen Woche in der Nähe der Müggelheimer Straße (Treptow-Köpenick) tot aufgefunden und im Landeslabor Berlin-Brandenburg untersucht worden, hieß es. Im vergangenen Jahr wurde der Erreger bei 24 Vögeln nachgewiesen.

Das Virus stammt ursprünglich aus Afrika und trat Ende August 2018 erstmals in Deutschland auf. Es wird von blutsaugenden Stechmücken übertragen. Hauptwirte sind Vögel, bei denen einzelne Arten besonders empfänglich sind.

In selteneren Fällen könne auch eine Übertragung auf Pferde und Menschen (Fehlwirte) stattfinden, von wo das Virus jedoch in der Regel nicht weiter verbreitet wird, teilt die Senatsverwaltung mit.

Warnung: Tote Vögel nicht mit bloßen Händen anfassen

Die Behörden warnen dennoch davor, tot aufgefundene Wildvögel zu berühren. Sie sollten "im Hinblick auf die allgemeine Hygiene trotzdem nicht mit bloßen Händen angefasst werden".

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Die Infektion mit dem West-Nil-Virus bleibt meist symptomlos. Bestimmte Vogelarten erkranken und verenden eher als andere. In einzelnen Fällen könne es auch bei Pferden und Menschen zu Krankheitssymptomen kommen, die einem grippalen Infekt ähnelten. Manche Verläufe gingen mit einer Gehirnhautentzündung und entsprechenden neurologischen Symptomen einher.

Bei Pferden seien insbesondere die neurologischen Beeinträchtigungen meist nicht mehr umkehrbar, hieß es weiter. "Es stehen zum Schutz vor dem West-Nil-Virus zugelassene Impfstoffe zur Verfügung." (Tsp)

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