Fotowettbewerb des Landesmusikrates : Berlin, wie es singt und klingt

Wo sind die Berliner Orte für Musik? Der Landesmusikrat ruft zusammen mit dem Tagesspiegel zu einem Fotowettbewerb auf. Machen Sie mit!

Amélie Baasner
Mit Gefühl. Ob auf der Straße, in Konzerthallen oder Musikschulen – Berlin ist voller Musik. Das Foto wurde für den Wettbewerb im vergangenen Jahr eingereicht.
Mit Gefühl. Ob auf der Straße, in Konzerthallen oder Musikschulen – Berlin ist voller Musik. Das Foto wurde für den Wettbewerb im...Foto: Ulrich Mählert

Ob Livemusik im U-Bahnhof, die Playlist bei Spotify oder das Weihnachtskonzert im Berliner Dom: Musik gehört zu dieser Stadt. Clubs, Proberäume, Chöre, Musikschulen, sogar die heimische Dusche – Berlin singt und klingt.

Darum ruft der Tagesspiegel gemeinsam mit dem Landesmusikrat Berlin zum zweiten Mal zu einem Fotowettbewerb auf, Thema in diesem Jahr: „Räume für Musik“. In Anlehnung an den Wettbewerb des vergangenen Jahres steht neben der Musik erneut die Stadt im Mittelpunkt. Wo findet Musik hier ihren Platz? Wo kann man sie hören, machen, erleben?

Für Hella Dunger-Löper gibt es jedenfalls noch Luft nach oben, was Räume betrifft. „Die Verfügbarkeit und der Zugang ist eingeschränkt“, sagt die Präsidentin des Landesmusikrates und ehemalige Staatssekretärin in der Stadtentwicklungsverwaltung. Viele seien nicht angemessen ausgestattet.

„Die Musikerinnen und Musiker haben keine Möglichkeit, ihre Ausrüstung zu lagern, das ist mühsam.“ Und kann eben bedeuten, dass der Kontrabass immer wieder durch die halbe Stadt getragen werden muss. In diesem Punkt müsse sich etwas ändern, fordert Dunger-Löper.

Ein weiteres Problem: Die Räume für Musik werden teurer. Die steigenden Berliner Mieten sind nicht nur für private Haushalte problematisch. Musikschulen, Proberäume und Konzerthäuser sind gleichermaßen von den Spannungen und Veränderungen in der wachsenden Stadt betroffen.

Mehr Platz für Musik

Nach Angaben des Landesmusikrates wurden die Mieten der großen Konzerthäuser in den vergangenen Jahren um bis zu 80 Prozent erhöht. Gerade die kleinen Auftrittsorte, die nicht subventioniert werden, leiden laut Landesmusikrat unter dieser Entwicklung. Viele Ensembles und Chöre müssen immer härter arbeiten, um sich zu finanzieren.

Seit mehr als 40 Jahren setzt sich der Landesmusikrat als Dachverband einer Vielzahl von Institutionen und kleinerer Verbände für die Belange musikbegeisterter Laien ein. Eine seiner Kernforderungen an den Senat lautet: mehr Raum für Musik. Die Planung von Musikschulen, kulturellen Begegnungsstätten und Proberäumen müsse aktiv in die Stadtplanung mit einbezogen werden, damit alle Berlinerinnen und Berliner selbstverständlichen Zugang zu Musik haben.

Landesmusikrat-Präsidentin Hella Dunger-Löper fordert, dass die Stadtplanung Zugang zu Musik stärker berücksichtigt.
Landesmusikrat-Präsidentin Hella Dunger-Löper fordert, dass die Stadtplanung Zugang zu Musik stärker berücksichtigt.Thilo Rückeis

Auch an den Berliner Ganztagsschulen ist die Situation wenig zufriedenstellend, mahnt der Verband. Externe Musiklehrer, die dort nach Ende des regulären Unterrichts private Musikstunden geben, würden kaum organisatorische Unterstützung durch die Schulen bekommen. So müssten sie sich zum Beispiel selbst um die Reinigung der Räume kümmern.

Ein Lösungsvorschlag des Landesmusikrates sind Raumverbünde zwischen Musikschulen und Schulen. Bei Schulneubauten sollten in Zukunft bis zu fünfzehn entsprechend ausgestattete Musikräume in eine Schule integriert werden.

Einsendeschluss für den Fotowettbewerb ist Donnerstag, der 10. November. Teilnehmer können bis zu drei Fotos in digitaler Form einreichen an stoff@landesmusikrat-berlin.de.

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