• Geschäftsmann aus Vietnam in Berlin entführt: Bundesgerichtshof bestätigt Urteil gegen Kidnapper

Geschäftsmann aus Vietnam in Berlin entführt : Bundesgerichtshof bestätigt Urteil gegen Kidnapper

Es bleibt dabei: Fast vier Jahre muss ein Mann in Haft, weil er an der Entführung eines vietnamesischen Geschäftsmannes beteiligt war. Das verkündete der BGH.

Entscheidung verkündet. Der Bundesgerichtshof.
Entscheidung verkündet. Der Bundesgerichtshof.Foto: Uli Deck/dpa

Es war eine Tat, „die an die Zeiten des Kalten Krieges erinnert, ein Polit-Thriller“, hatte einer der beiden Vertreter der Bundesanwaltschaft im Juli 2018 in der Verhandlung im Kammergericht gesagt. Long N. H. habe an einem „staatlich organisierten Kidnapping“ mitgewirkt. Es sei eine Operation des vietnamesischen Geheimdienstes gewesen – mitten in Berlin. Das Kammergericht verurteilte den Angeklagten wegen der Tat zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten. Dieser wehrte sich gegen seine Verurteilung, unterlag jedoch. Der für Staatsschutzstrafverfahren zuständige 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat die Revision des Angeklagten verworfen. Das Urteil ist damit rechtskräftig. Der Beschluss erging schon im August, wurde aber erst jetzt mitgeteilt.

Das Entführungsopfer. Der Geschäftsmann wurde nach dem Kidnapping im Fernsehen Vietnams gezeigt.
Das Entführungsopfer. Der Geschäftsmann wurde nach dem Kidnapping im Fernsehen Vietnams gezeigt.Foto: dpa

Der frühere Chef eines vietnamesischen Staatskonzerns war im Juli 2017 auf offener Straße in ein Auto gezerrt und in seine Heimat verschleppt worden. Die Regierung in Hanoi legte ihm Korruption zur Last. Er wurde inzwischen zu zwei lebenslangen Haftstrafen verurteilt.
Der in Berlin als Mittäter verurteilte Angeklagte soll unter anderem zwei Autos gemietet haben, die bei der geheimdienstlichen Operation genutzt wurden. Er wurde im August 2017 in Tschechien festgenommen und an Deutschland ausgeliefert.

Das Kammergericht hatte den Mann im Juli 2018 wegen Beihilfe zur Freiheitsberaubung und geheimdienstlicher Agententätigkeit zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt. (Az. 3 StR 562/18)

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