Integration in den Arbeitsmarkt : 10.000 Geflüchtete in Berlin haben einen Job

Seit 2015 sind rund 7.000 geflüchtete Arbeitnehmer in Berlin hinzugekommen. Immer mehr Betriebe bilden Geflüchteten Arbeits- und Ausbildungsplätze an.

In der Ausbildungswerkstatt der Deutschen Bahn in Berlin-Schöneweide können junge Geflüchtete eine Ausbildung machen.
In der Ausbildungswerkstatt der Deutschen Bahn in Berlin-Schöneweide können junge Geflüchtete eine Ausbildung machen.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

In Berlin haben mehr als 10.000 Flüchtlinge einen Job. Die Zahlen dazu veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit am Montag. Demnach seien seit dem verstärkten Flüchtlingszuzug im Sommer 2015 fast 7.000 geflüchtete Arbeitnehmer in der Hauptstadt hinzugekommen. Laut Bernd Becking, Regionaldirektionsleiter der Agentur für Arbeit, gibt es weitere 28.000 Flüchtlinge in Berlin, „die für den Arbeitsmarkt grundsätzlich in Frage kommen“.

Bei den Bemühungen um eine gute Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt dürfe nicht nachgelassen werden, hieß es weiter. Dabei müsse eine Vielzahl von Herausforderungen gemeistert werden: „Vom Spracherwerb bis zum hiesigen Ausbildungsabschluss, vom Absolvieren eines Berufspraktikums bis zur Anerkennung einer vorhandenen Ausbildung“, betonte Berlins Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach (Linke). Sie sprach sich für eine unbürokratische Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure aus.


Keine Verdrängung in Billigarbeit und Schattenwirtschaft


Der Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, Alexander Schirp, betonte: „Junge Geflüchtete müssen die Sprache so gut beherrschen, dass sie auch in der Berufsschule damit arbeiten können.“ Dazu seien ergänzende Sprachkurse nötig, denen jedoch oft die Bürokratie entgegenstehe. Schirp rief zudem die Unternehmen dazu auf, stärker das Instrument der sogenannten Einstiegs-Qualifizierung für Flüchtlinge in Vorbereitung auf eine Ausbildung zu nutzen.

Der DGB-Chef von Berlin-Brandenburg, Christian Hoßbach, betonte, dass eine Verdrängung von Flüchtlingen „in Billigarbeit und in die Schattenwirtschaft“ vermieden werden müsse. Mittlerweile würden immer mehr Betriebe das Potenzial der Flüchtlinge erkennen und ihnen zunehmend Arbeits- und Ausbildungsplätze anbieten. „Für die Einbeziehung von geflüchteten Frauen in die berufliche Bildung und in die Erwerbsarbeit braucht es mehr Anstrengungen“, betonte Hoßbach. (epd)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!