• Kinder vor der Hitze schützen: „Wenige Minuten im geparkten Auto können lebensbedrohlich sein“

Kinder vor der Hitze schützen : „Wenige Minuten im geparkten Auto können lebensbedrohlich sein“

Auch für Kinder ist das momentane Wetter unangenehm. Was Eltern bei heißen Temperaturen beachten sollten.

Kinder sollten niemals im Auto alleine gelassen werden. In der prallen Sonne heizt sich der Innenraum bis auf 60 Grad auf.
Kinder sollten niemals im Auto alleine gelassen werden. In der prallen Sonne heizt sich der Innenraum bis auf 60 Grad auf.Foto: imago/Westend61

Nicht nur für Erwachsene sind die momentanen Temperaturen unerträglich, auch Kinder leiden besonders unter der aktuellen Hitzewelle. So seien „Sonnenbrände und hitzebedingte Schwächeanfälle“ momentan ein häufiger Vorstellungsgrund in Kinder- und Jugendarztpraxen, erklärt der Pressesprecher des Berufsverbands der Kinder-und Jugendärzte (BVKJ), Josef Kahl.

Eltern sollten das Thema keinesfalls unterschätzen, denn werden Babys oder Kleinkinder zu lange Sonne und Hitze ausgesetzt, drohen neben einem Sonnenbrand auch weitere schwere gesundheitliche Risiken wie ein Hitzschlag oder Sonnenstich. Der Berufsverband empfiehlt daher für Kinder „einen konsequenten Sonnenschutz durch entsprechende Kleidung und Sonnenschutzmittel“ einzuhalten, und dies auch bei bedecktem Himmel. Säuglinge und Kleinkinder unter drei Jahren sollten überhaupt nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden, sondern sich im Schatten aufhalten. Auch im Planschbecken sollten Kinder möglichst eine Kopfbedeckung und ein T-Shirt tragen. Wie für Erwachsene ist es für Kinder genauso wichtig, möglichst viel zu trinken, zum Beispiel Wasser, ungesüßte Früchtetees oder Saftschorlen.

Besonders gefährlich wird es, wenn ein Kind im Auto zurückgelassen wird – was niemals passieren sollte. In der prallen Sonne könne sich das Innere des Wagens schon nach einer Stunde bis zu 60 Grad aufheizen, warnt ein Sprecher des ADAC. Ab 46 Grad wird es lebensbedrohlich für Kinder, die im Auto sitzen. Diese Temperatur kann innerhalb weniger Minuten in der prallen Sonne erreicht werden. 

Das Innere des Autos erhitzt sich bis auf 60 Grad

Zu einem Hitzschlag auf der Rückbank kann es allerdings auch schon während einer längeren Autofahrt kommen oder wenn sich ein Kind oder Jugendlicher in der Sonne überanstrengt. Begünstigt wird dies durch eine feuchtwarme und schwüle Witterung. Der Körper des Kindes ist dann nicht mehr in der Lage, sich mit seinen Mitteln (wie Schwitzen) zu kühlen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt in so einem Fall, das Kind sofort aus der Sonne zu nehmen und den Notarzt zu verständigen. Anzeichen für einen Hitzschlag sind ein hochroter Kopf, heiße und trockene Haut (ohne Schweiß), die zunächst rot ist und im weiteren Verlauf grau bis bläulich wird, sowie hohes Fieber. Auch Kopfschmerzen und Bewusstseinsstörungen, eine flache und schnelle Atmung oder wenn das Kind beim Gehen taumelt sind Anzeichen dafür.

Um den Gefahren durch Hitze vorzubeugen, sollten Eltern stets für eine gute Durchlüftung in Räumen und im Auto sorgen. Damit sich das Auto im Inneren weniger aufheizt, könnten sie zum Beispiel Kindersitze mit einem hellen Tuch abdecken. Anstrengende Aktivitäten mit dem Nachwuchs sollten auf die Morgenstunden oder den späten Nachmittag (ab 16.30 Uhr) verlegt werden.

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Eine gute Sache hat die Hitze dann doch: Eis essen ist natürlich erlaubt! Allerdings nur in Maßen, wie der BVKJ empfiehlt, und am besten selbstgemachtes Eis aus Natursäften. (mit dpa)

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