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Kinderarzt in U-Haft: Klinik zu Missbrauchsverdacht: 4-Augen-Prinzip verletzt
Eltern sind schockiert, Mitarbeiter verunsichert: Nach dem Missbrauchsverdacht gegen einen Kinderarzt überprüft die Klinikgruppe ihr Schutzkonzept – und wie mutmaßlich eine Regel missachtet wurde.
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Nach dem Missbrauchsverdacht gegen einen Kinderarzt hat die Havelland-Klinikgruppe einen externen Experten und eine Sonderbeauftragte zur Aufarbeitung des Falls am Krankenhaus eingesetzt. Sie sollen die bestehenden Schutzmechanismen an den Havelland Kliniken überprüfen, wie das Unternehmen am Vormittag mitteilte. Eine seit langem geltende Regel im Klinik-Alltag soll der verdächtige Arzt nicht eingehalten haben.
Gegen 4-Augen-Prinzip verstoßen
Bei dem Verdachtsfall auf sexuellen Missbrauch bei einer medizinischen Untersuchung an der Klinik in Rathenow sei gegen Standards des Kinderschutzkonzeptes verstoßen worden, so der Ärztliche Direktor, Mike Lehsnau. Das geltende 4-Augen-Prinzip sei verletzt worden. Danach müssen laut KIinik zwei Mitarbeiter oder ein Mitarbeiter und ein Angehöriger bei der Untersuchung dabei sein. Um was für eine Behandlung es konkret ging und wie alt das Kind war, wollte das Klinik-Unternehmen nicht sagen.
Ein 45 Jahre alter Kinderarzt soll während des Dienstes am Klinikstandort Rathenow ein Kind sexuell missbraucht haben. Es gibt laut Staatsanwaltschaft aber Anhaltspunkte dafür, dass der Mann noch mehr Kinder missbraucht hat.
Elterntelefon eingerichtet
Der Verdachtsfall verunsichere Eltern, Patienten, Mitarbeitende und Öffentlichkeit, sagte der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Havelland Kliniken, Thilo Spychalski. Alle Mitarbeiter seien zutiefst schockiert. Laut Klinikgruppe wurde auch ein Elterntelefon eingerichtet.
Die Havelland Kliniken mit Standorten in Nauen und Rathenow kündigten dem Arzt. Wie lange der Mediziner dort beschäftigt war, wollte das Unternehmen auf Nachfragen nicht sagen. Der Kinderarzt sitzt seit November 2025 in Untersuchungshaft. Am Klinikstandort Rathenow hatte es nach einer Strafanzeige einer Mutter Durchsuchungen der Polizei gegeben.
© dpa-infocom, dpa:260114-930-543196/1
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