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An der Schwedter Straße beim Mauerpark erblühen die Kirschbäume in diesem Jahr schon Ende März. Bis Mitte April sollen auch die anderen Orte am Grenzstreifen in Rosa getaucht sein.

© dpa

Tagesspiegel Plus

Kirschblüte in Berlin : An diesen Orten kann man die rosa Pracht bestaunen

Eine frühe Kirschblüte lockt die Berliner aus ihren Wohnungen – und Fotojäger aus der ganzen Welt zum Mauerstreifen

Von Mascha Malburg

Gabriel Sommer dreht an seinem langen Objektiv: Die vollen Kirschblüten vor seiner Linse werden scharf. Seit Jahren jagt der Hobbyfotograf den rosa Blüten nach, die die Berliner den grauen Winter vergessen lassen. „So früh habe ich die gar nicht erwartet“, sagt er.

„Wir beobachten seit Jahren, dass die Berliner Bäume früher blühen“, bestätigt Christian Hönig, Referent für Baumschutz des BUND Berlin. Aufgrund der Klimawandels werde es immer früher warm, die Kirschbäume bekämen nun schon Ende März das Signal, auszutreiben, obwohl es traditionell erst zwei Wochen später soweit ist.

Derweil streift Sommer weiter durch den Mauerpark: „Letztes Jahr war hier alles voll mit jungen Leuten, die Fotos für ihren Instagramkanal wollten“, erzählt er. Längst hat sich die Berliner Kirschblüte auch auf den sozialen Medien herumgesprochen. „Wir beobachten schon länger den Trend, dass internationale Touristen Berlin für seine Mischung aus Urbanität und grüner Erholung schätzen“, sagt Christian Tänzler vom Reiseportal „VisitBerlin“, „und genau dafür stehen die Bilder von Kirschbäumen vor Großstadtkulisse.“

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Die Fotos, die das Portal unter dem Hashtag #BerlinBlossom sammelt, seien mittlerweile ein wichtiger Lockvogel für Berlins Tourismusbranche: „So ein schönes Bild auf Instagram kann die Initialzündung für eine Urlaubsbuchung sein“, sagt Tänzler. Weil die Kirschbäume in der ganzen Stadt verteilt und nicht immer leicht zu finden sind, haben seine Mitarbeiter:innen 2018 sogar die #BerlinBlossom-Map entworfen, eine Karte, auf der die Standorte der Bäume verzeichnet sind. So weit wie in Japan, wo zum Kirschblütenfest Hanami die Flugpreise in die Höhe schießen, sei es aber in der Hauptstadt noch nicht.

Doch wie kamen die japanischen Kirschbäume überhaupt nach Berlin? Nachdem 1989 der Mauerfall auch die Japaner begeisterte, rief der japanische Fernsehsender TV Asahi zu einer großen Spendenaktion von Kirschbäumen in die wiedervereinigte Stadt auf. Rund 20.000 Japaner:innen spendeten daraufhin fast eine Million Euro, von denen die ersten Kirschbäume im November 1990 am ehemaligen Mauerstreifen gepflanzt wurden. Nach und nach erblühten immer mehr Orte im Zeichen der deutsch-japanischen Freundschaft. Die größte Bepflanzung fand 1995 auf dem ehemaligen Grenzstreifen in Teltow statt, der heute den Namen „TV-Asahi-Kirschblütenallee“ trägt.

Die sogenannte „TV-Asahi-Kirschblütenallee“ im vergangenen April. Momentan zeigen sich hier schon die ersten Blüten.

© PNN/ Ottmar Winter

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