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Kriminalität: Neugeborenes erstickt? Angeklagte Mutter will aussagen
Ein Polizist entdeckt in Berlin-Neukölln an einem Gehweg ein totes Baby. Schnell gibt es Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Laut Anklage sollen Vater und Mutter das Kind nicht gewollt haben.
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Acht Monate nach dem Fund eines toten Babys auf einem Neuköllner Gehweg hat der Prozess gegen die Mutter begonnen. Die 25-Jährige soll ihre Tochter kurz nach der Geburt erstickt haben. Die Frau und der Kindsvater hätten das Kind nicht gewollt und befürchtet, in ihrer Lebensgestaltung beeinträchtigt zu werden, so die Staatsanwaltschaft. Zu Prozessbeginn vor dem Berliner Landgericht kündigte die Angeklagte über ihre Verteidigerin eine Aussage am zweiten Prozesstag (13. Januar) an.
Die Anklage lautet auf Totschlag. Die aus Indien stammende Frau soll das Kind kurz nach der Geburt in einer Wohnung in Berlin-Neukölln zwischen dem 8. und 9. Mai 2025 umgebracht haben. Sie habe auf ihre „organgesunde und lebend geborene Tochter“ eingewirkt, um sie zu ersticken, heißt es in der Anklage.
Mutter stellte sich selbst der Polizei
Ein Polizist fand die Leiche zwei Tage später auf einem Gehweg im Ortsteil Gropiusstadt. Nachdem genetische Untersuchungen bereits zum Vater des Kindes geführt hatten und seine Wohnung durchsucht wurde, stellte sich die 25-Jährige rund zwei Wochen nach dem Tod des Mädchens selbst der Polizei - und ließ den Angaben zufolge über ihre Anwältin erklären, sie sei die Mutter des Kindes. Weitere Angaben habe sie damals nicht gemacht.
Die Frau, die seit 2022 in Deutschland leben soll, wurde festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind bislang acht weitere Tage bis zum 26. Februar terminiert.
© dpa-infocom, dpa:260108-930-516387/1
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