Langzeitrecherche : Immobilienbesitz und Mietpreise - die Diskussion beginnt

Bei einer Auftaktveranstaltung im Tagesspiegel-Haus wurde das Rechercheprojekt „Wem gehört Berlin?“ zum Berliner Wohnungsmarkt vorgestellt.

Diskussion zu "Wem gehört Berlin?" im Tagesspiegel-Haus.
Diskussion zu "Wem gehört Berlin?" im Tagesspiegel-Haus.Foto: Dominik Grau

Steigende Mieten und horrende Kaufpreise. Die Daten des Berliner Wohnungsmarkts sind in diesen Tagen das bestimmende Thema in der wachsenden Hauptstadt.

Doch es geht bei Wohnungen, Häusern und Grundstücken nicht nur um Zahlen. Es geht auch um das Zuhause von 3,71 Millionen Berlinerinnen und Berlinern - und solchen, die es noch werden wollen. Gemeinsam mit dem gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv startete der Tagesspiegel deshalb am vergangenen Sonntag eine großangelegte Langzeitrecherche zu Immobilienbesitz und Mietpreisen in Berlin.

Bei einer Auftakt- und Informationsveranstaltung am Montag wurde deutlich, wie sehr das Thema die Menschen bewegt: Über 100 Interessierte drängten sich bereits im Konferenzsaal des Tagesspiegel-Verlagshauses, als Chefredakteur Lorenz Maroldt das Wort ergriff, um die Intention des Projektes zu erklären.

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„Es geht uns darum, wieder Transparenz zu schaffen, um eine Diskussion zu ermöglichen“, sagte Maroldt, „denn die Frage, wie wir in Zukunft bezahlbar leben können, werden wir nur gemeinsam beantworten.“ Immer mehr Menschen spürten derzeit, dass durch die exorbitante Spekulation der Berliner Wohnungsmarkt ins Wanken gerate.

David Schraven und Justus von Daniels von Correctiv präsentierten erste Eindrücke des Vorläuferprojekts „Wem gehört Hamburg?“ Dabei stießen die Redakteure beispielsweise auf Pensionsfonds, die exorbitante Rendite aus Mietverhältnissen versprachen. „Oft wird dann vergessen, dass der Wohnungsmarkt aber nicht irgendein Markt ist, sondern Existenzen daran hängen“, sagte von Daniels.

Eigentümer sollen durch die Recherchen von „Wem gehört Berlin?“ nicht pauschal an den Pranger gestellt werden, betonte Tagesspiegel-Datenjournalist Hendrik Lehmann im Anschluss. Die Frage des Datenschutzes finde darum besondere Beachtung: „Wir gehen äußerst sorgfältig mit den uns mitgeteilten Informationen um und veröffentlichen selbstverständlich keine Listen mit allen Eigentümern.“ Es gehe im Projekt vielmehr um Anhaltspunkte für Recherchen im öffentlichen Interesse.

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Abschließend klärten Redakteure des Projektes mit den Anwesenden Unklarheiten und diskutierten über Fragen des Wohnungsmarktes. Es waren eben jene Fragen, denen die Recherche von „Wem gehört Berlin?“ ein neues Fundament geben könnte.

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