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Nach tagelangem Blackout: Innung: Keine größeren Probleme mit Heizungen nach Blackout
Nach dem tagelangen Stromausfall bei bitterer Kälte galt ein sorgenvoller Blick auch den Heizungen. Nachdem die Versorgung wieder angelaufen ist, atmen viele auf.
Stand:
Nach der Wiederherstellung der Stromversorgung im Berliner Südwesten sind die Heizungsanlagen nach Angaben der Innung weitestgehend problemlos angelaufen. Nach Angaben von der für Energie zuständigen Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sind auch alle der rund 12.000 von dem tagelangen Stromausfall betroffenen Kunden an die Fernwärme wieder angeschlossen.
9.000 davon seien bereits am Wochenende in Lichterfelde zugeschaltet worden. 3.000 seien jedoch noch offen gewesen. „Die sind aber gestern alle wieder ans Netz gegangen“, so Giffey bei einem Besuch in dem Seniorenheim Mathildenhof in Zehlendorf nach Wiederanlaufen der Stromversorgung.
Innung: viele alte Anlagen
Der Geschäftsführer der Innung SHK Berlin, Andreas Koch-Martin, erklärte: „Die Anlagen sind weitestgehend relativ gut angelaufen. Es ist nicht das große Chaos ausgebrochen.“ Was in Einzelfällen vorgefallen sei, könne er nicht sagen. Aber Gas - und Ölheizungen seien nach seiner Kenntnis größtenteils automatisch angelaufen. Ansonsten gebe es die Möglichkeit, diese mit dem sogenannten Entstörungsknopf in Betrieb zu nehmen.
„Dort, wo es nicht geklappt hat, sind es im wesentlichen Fragen des Alters der Anlagen“, erklärte Koch-Martin. 45 Prozent der Gasheizungen in Berlin sind nach seinen Angaben älter als 25 Jahre, Ölanlagen seien oft noch älter. Nach Angaben des Innungs-Geschäftsführers gebe es einen großen Sanierungsstau. „Das fällt einem in so einer Situation auf die Füße“, so Koch-Martin.
Die Innung Sanitär Heizung Klempner (SHK Innung) warnte erneut davor, bei Problemen selbst in die Installationsanlagen einzugreifen. Ein Abschalten oder die Entleerung von Geräten solle nur in Absprache mit dem Fachbetrieb vorgenommen werden, so die Innung. Die Handwerker seien derzeit auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten im Einsatz, hieß es.
Netzbetreiber: Längster Stromausfall der Nachkriegsgeschichte
Nach dem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf waren seit Samstagmorgen anfangs 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe ohne Strom. Es war nach Angaben des Netzbetreibers der längste Ausfall der Nachkriegsgeschichte in der Hauptstadt. Nach Angaben von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) waren insgesamt rund 100.000 Menschen betroffen. Seit Mittwochmittag fließt der Strom wieder flächendeckend.
© dpa-infocom, dpa:260108-930-515120/1
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