Berlin-Wedding : Familie verprügelt Polizisten und filmt die Tat

Zwei Polizisten kontrollieren einen 23-Jährigen, weil er riskant ausparkt. Sein Bruder und seine Schwester gehen auf die Beamten los. Die Mutter filmt.

Eine Funkstreife der Polizei.
Eine Funkstreife der Polizei.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Ein Berliner Polizist und seine Kollegin sind am Montagabend bei einer Kontrolle von drei Geschwistern massiv angegriffen und verletzt worden. Nur durch das Ziehen der Dienstpistole konnte die Polizistin in Wedding die drei Gewalttäter in Schach halten und ihren Kollegen vor noch schlimmeren Verletzungen bewahren, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Die beiden Polizisten hatten einen 23-jährigen Mann wegen seines riskanten Ausparkens in der Reinickendorfer Straße Ecke Plantagenstraße angesprochen. Der Mann beleidigte die Beamten und griff anschließend zusammen mit seinem 21-jährigen Bruder den Polizisten an, bis der zu Boden ging. Dort traten sie weiter auf ihn ein. Gleichzeitig schlug die 27-jährige Schwester der Polizistin ins Gesicht. Diese zog ihre Pistole und drohte den Männern, die noch immer auf ihren Kollegen eintraten.

Die hinzugekommene Mutter der drei Angreifer sowie die Schwester filmten währenddessen die Auseinandersetzung. Weitere alarmierte Polizisten nahmen alle Beteiligten fest. Die Polizistin und der Polizist kamen mit diversen Blutergüssen, Prellungen sowie Quetschungen in ein Krankenhaus.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte am Dienstag: „Wer Menschen hinterhältig angreift, auf einen am Boden liegenden eintritt und erst von ihm ablässt, wenn man in den Lauf einer geladenen Waffe sieht, ist bereit zu töten und eine Gefahr für unsere Gesellschaft.“ Dass die Angehörigen auch noch filmen würden, zeige, über „welch tief verankerten Hass“ wir hier sprechen. (dpa)