Mann in Berlin von Lastwagen überrollt : Verein ruft zu Mahnwache für getöteten Radfahrer auf

In Hohenschönhausen ist am Montag ein Radfahrer von einem abbiegenden Lkw überrollt worden. Am Dienstag soll es eine Machwache an der Unfallstelle geben.

In Berlin fährt ein Radfahrer an einem sogenannten Geisterrad vorbei (Symbolbild).
In Berlin fährt ein Radfahrer an einem sogenannten Geisterrad vorbei (Symbolbild).Foto: Soeren Stache/dpa

Ein Fahrradfahrer ist in Alt-Hohenschönhausen in Berlin von einem Lastwagen überrollt und getötet worden. Der Unfall ereignete sich am Montagmittag gegen 14.00 Uhr auf dem Radweg an der Rhinstraße Ecke Landsberger Allee, wie die Polizei mitteilte.

Der 47-jährige Radfahrer fuhr demnach Richtung Allee der Kosmonauten. Neben ihm war ein 49 Jahre alter Lastwagen-Fahrer in derselben Richtung unterwegs. Der Lkw bog rechts in die Landsberger Allee ab, erfasste dabei den Radfahrer und überrollte ihn, so die Polizei. Der Radfahrer starb noch am Unfallort.

Weitere Details zum Unfallhergang, welche Ampelphasen der Radfahrer und der Lkw-Fahrer hatten und ob der Lkw mit einem Abbiegeassistenzsystem ausgestattet war, konnte die Polizei am Dienstagmorgen noch nicht mitteilen. Die Ermittlungen laufen.

Der Verein Changing Cities, der sich für eine Verkehrswende einsetzt, rief für den späten Dienstagnachmittag zu einer Mahnwache an der Unfallstelle auf.

Immer wieder werden Fahrradfahrer von abbiegenden Lastwagen getötet oder schwer verletzt. In Berlin kamen in diesem Jahr schon mehrere Menschen auf diese Art ums Leben.

Seit Inkrafttreten der neuen Straßenverkehrsordnung Ende April dürfen Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur noch mit Schrittgeschwindigkeit fahren.

Bis zum 14. Mai wurden in Berlin laut der Polizeistatistik 22 Menschen im Straßenverkehr getötet: sieben Fußgänger, sechs Radfahrer, fünf Motorrad- oder Rollerfahrer, zwei Autoinsassen und zwei sonstige Verkehrsteilnehmer.

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Am Sonntag starb ein Radfahrer, als er im Volkspark Friedrichshain querfeldein von einem Berg hinunter fuhr, stürzte und sich das Genick brach. Ob er in der Statistik als Verkehrstoter gezählt wird, war noch unklar.

Im ersten Quartal dieses Jahres, vom 1. Januar bis 31. März, starben 18 Menschen im Berliner Straßenverkehr. Danach gingen die Zahlen zurück, wohl auch, weil wegen der Corona-Krise deutlich weniger Fußgänger, Radfahrer und Autos auf den Straßen unterwegs waren.

Im vergangenen Jahr kamen 40 Menschen durch Verkehrsunfälle ums Leben. Darunter stellten die Fußgänger die größte Gruppe (24). (dpa)