Wedding : Homofeindlich beleidigt und mit Messer bedroht

In Gesundbrunnen wurden Samstagabend drei Männer bedroht und homofeindlich beleidigt. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei.

Symbolbild.
Symbolbild.Foto: Patrick Pleul/dpa

Es geschah nach Polizeiangaben am Samstagabend gegen 21 Uhr 30 auf der Müllerstraße in Berlin-Wedding. Dort waren drei Männer im Alter von 20, 22 und 24 Jahren unterwegs, als sie plötzlich von hinten angesprochen und homofeindlich beleidigt wurden. Als sich die Beleidigten aus Syrien, Irak und Deutschland umdrehten, erblickten sie eine kleine Gruppe, ebenfalls aus drei Männern bestehend, und stellten sie zur Rede. Aus dieser Gruppe soll daraufhin ein später identifizierter 27-Jähriger ein Messer gezogen und damit drohend auf sie zugekommen sein. Die drei Angegriffenen flohen.

Dabei hielten sie einen Einsatzwagen der Bundespolizei an und schilderten den Beamten den Übergriff. Die Polizei nahm die Verfolgung des Tatverdächtigen auf. Dieser versuchte zu flüchten, konnte laut der Polizei jedoch bis zu einem Wohnhaus in der Chausseestraße verfolgt werden. Den Polizisten gelang es schließlich die Wohnung des Tatverdächtigen ausfindig zu machen, zu welcher zwischenzeitlich der Hauptmieter erschien. Dieser forderte den 27-jährigen auf herauszukommen und sich den Beamten zu stellen. Nach der Festnahme wurde der Verdächtige, der laut Polizei ein Türke war, in eine Gefangenensammelstelle gebracht, das Messer wurde beschlagnahmt.

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Nach dem Ende der polizeilichen Maßnahmen konnte der mutmaßliche Angreifer wieder nach Hause. Die weiteren Ermittlungen führt die Kriminalpolizei der Polizeidirektion 3. (Tsp)

Beim Landeskriminalamt Berlin gibt es für Opfer homo- und transfeindlicher Verbrechen eine eigene Ansprechpartnerin. Lesen Sie hier einen Bericht dazu. Auch bei der Berliner Staatsanwaltschaft gibt es eine Abteilung, die Hasskriminalität gegen Homo- und Transsexuelle verfolgt und Ansprechstelle für Opfer ist. Lesen Sie hier ein Interview mit den zuständigen Staatsanwält*innen

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