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Abstimmung auf dem Landesparteitag der Grünen.
© Carsten Koall/dpa

Schule in Berlin: SPD kritisiert Bildungspolitik der Grünen

Die Berliner Grünen halten Gemeinschaftsschulen für die "sinnvollste Schulform" und wollen das Probejahr an Gymnasien abschaffen. Die SPD widerspricht.

Der Leitantrag der Berliner Grünen zum Thema Bildung, der auf dem Landesparteitag am Sonnabend beschlossen wurde, hat zu Befremden beim Koalitionspartner SPD geführt. Die bildungspolitische Sprecherin der SPD, Maja Lasic, kritisiert, dass die Grünen den Eindruck erweckten, die Gemeinschaftsschulen besonders zu bevorzugen. „Wer sich einseitig auf eine Schulform festlegt, hat Berlin nicht verstanden“, sagt Lasic. „Für uns als Sozialdemokraten steht fest: Sowohl Gymnasien als auch Integrierte Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen erfüllen eine wichtige Rolle in der Berliner Schullandschaft.“

Nina Stahr: "Sinnvollste Schulform"

In dem Leitantrag der Grünen heißt es, dass die Gemeinschaftsschule die Schulform sei, „in der unsere Vorstellung von Bildungspolitik am besten verwirklicht wird.“ Deshalb wollen sie, dass die Weiterentwicklung und der Bau von Gemeinschaftsschulen gefördert werden.  Die Grünen-Landesvorsitzende Nina Stahr sagte dem Tagesspiegel: „Wir halten die Gemeinschaftsschule für die sinnvollste Schulform, aber das heißt nicht, dass nun alle Schulen Gemeinschaftsschulen werden müssen. Wir wissen, dass es auch an anderen Schulen gute Ansätze gibt, alle Schüler zu fördern.“

Gegen Probejahr und grundständige Gymnasien

Die Grünen setzen sich zudem dafür ein, das Probejahr an Gymnasien abzuschaffen und durch individuelle Maßnahmen zu ersetzen, sodass die Kinder am Gymnasium bleiben können. Zudem sprechen sie sich für eine verbindliche sechsjährige Grundschulzeit aus – und stellen damit die grundständigen Gymnasien in- frage. SPD-Bildungspolitikerin Lasic sagt dazu: „Mit uns wird es weder eine Abschaffung der grundständigen Gymnasien noch eine Abschaffung des Probejahres geben.“

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