Zeitungs- und Schulprojekt "Umwelt macht Schule" : Klimaschutz nur freitags? Nein, immer!

Zwei Zehntklässlerinnen des Werner-von-Siemens-Gymnasiums in Nikolassee gehen der Frage nach, warum nicht genug gegen den Klimawandel getan wird.

Helena Große Nele Möhl
Ein Eisbär steht im Nordpolarmeer auf eine Eisscholle.
Ein Eisbär steht im Nordpolarmeer auf eine Eisscholle.Foto: Ulf Mauder/dpa

Das Projekt „Umwelt macht Schule“ – unterstützt durch das Bundesumweltministerium: An dem Projekt nehmen Schülerinnen und Schüler aus 30 weiterführenden Schulen und 10 Tageszeitungen in ganz Deutschland teil. Die Jugendlichen setzen sich unter pädagogischer Anleitung mit aktuellen Umweltthemen auseinander. Als Ergebnis des Projekts finden Sie die von den Schülerinnen und Schülern selbst recherchierten und verfassten Artikel in ihrer Partnerzeitung. Umgesetzt wird das Projekt unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Svenja Schulze durch das IZOP-Institut in Aachen.
In dieser Woche erscheinen auf der Lernenseite und in der Online-Ausgabe des Tagesspiegels Texte von Schülerinnen und Schülern aus zwei zehnten Klassen des Werner-von Siemens-Gymnasiums in Nikolassee. Betreut wurden sie von ihrer Ethiklehrerin Ilona Ruschmeier-Krause.

Wenn Sie wüssten, dass Ihre Familie in zwei Stunden einen tödlichen Autounfall erleiden wird, würden Sie nicht alles daran setzen, dies zu verhindern? Falls Sie sich darüber im Klaren wären, falsche Baupläne zu besitzen, würden Sie nicht sofort aufhören ein instabiles Haus zu bauen? Sobald Sie einen Hilfeschrei auf offener Straße hören, würden Sie weitergehen?

Sie sind mit dem anthropogenen Klimawandel vertraut: Warum stehen Sie Ihrem Heimatplaneten dann nicht bei? Dürren, Überschwemmungen, Klimawandel, all das sind tägliche Meldungen in den Nachrichten. Der Klimawandel ist keine Neuheit mehr, genauso wie der Fakt, dass dies negative Auswirkungen für den Menschen haben wird.

Aber warum? Warum tun wir nichts dagegen, obwohl wir wissen, welche Gefahr uns dadurch droht? Vielleicht liegt es daran, dass noch viele den Klimawandel leugnen oder nicht wahrhaben wollen. Jenes Verhalten prägt sogar die Politik, wie beispielweise in der AfD oder beim amerikanischen Präsident Donald Trump sichtbar wird.

Warum lügen wir uns selbst an?

Aber warum lügen wir uns selbst an? „Einen Fehler durch eine Lüge zu verdecken heißt, einen Flicken durch ein Loch zu ersetzen“. Dieses Zitat des Philosophen Aristoteles ist noch erschreckend aktuell. Denn, wenn wir den Klimawandel und seine Folgen ignorieren, ist es als würden wir einem brennenden Haus keine Beachtung schenken, in der Hoffnung es lösche sich selbst.

Die Erde ist unser Zuhause und wir sind auf ihre Gesundheit, ihre Artenvielfalt und ökologische Unversehrtheit angewiesen. Noch haben wir Zeit zu handeln. Aus diesem Grund sollten wir jede Möglichkeit nutzen, um an dem Wohlergehen unseres Planeten mitzuwirken. Das sind wir nicht nur uns, sondern auch künftigen Generationen schuldig, denn unser Handeln hat ebenfalls Einfluss auf ihre Lebensumstände. Oder wollen wir unsere Nachfahren um das Recht eines guten Lebens berauben? Wir denken nicht. Also lasst uns an der grundlegenden Voraussetzung dafür arbeiten: Eine intakte Natur.

Schon unsere Generation wird im späteren Leben davon betroffen sein, genau wie unsere Kinder und Enkelkinder. Wie man an der Reaktionen auf die „Fridays for Future“-Demonstrationen erkennen kann, werden wir leider nur bedingt ernst genommen, wenn wir uns für die Umwelt und gegen den Klimawandel einsetzen. Obwohl ein Teil von uns Engagement zeigt und sich beispielsweise an den Protesten beteiligt, werden wir häufig als Schulschwänzer betitelt. Da viele von uns noch kein Wahlrecht besitzen, gibt es nicht viele andere Optionen, euch zu signalisiert, dass wir uns einsetzen und etwas ändern wollen.

Aus diesen Grund zählen wir auf Sie. Lasst uns gemeinsam unsere Heimat retten. „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ (Moliere).