Sommerliche Temperaturen : Wo kann man in Berlin jetzt schon baden?

28 Grad werden für diesen Freitag erwartet, doch erst drei Freiluftbäder haben geöffnet. Die anderen 25 bereiten sich noch auf die kommende Saison vor.

Max Polonyi
Das Strandbad Wannsee hat geöffnet – anders als Berlins andere Freibäder.
Das Strandbad Wannsee hat geöffnet – anders als Berlins andere Freibäder.Foto: Ralf Hirschberger/dpa

An dieser Stelle ist Platz für gute Nachrichten: Es wird warm an diesem Freitag, sehr warm, und das verdankt Berlin Norbert. Norbert ist der Name des Hochdruckgebietes, das der Hauptstadt den bisher wärmsten Tag des Jahres beschert. 28 Grad sollen es heute werden, maximal Schleierwolken, sonst strahlend blauer Himmel. Gute Aussichten also, aber Vorsicht: „Die Sonne hat jetzt schon ganz schön Kraft“, sagt Helga Scheef vom Deutschen Wetterdienst. Sommersonnenwende, also der längste Tag des Jahres, ist am 21. Juni – „die Aprilsonne ist genauso stark wie die im August. Deshalb ist es wichtig, Freitag auf ausreichenden Sonnenschutz zu achten.“ Und dann? „Kann man schon mal in den Wannsee hüpfen.“

Guter Tipp, denn das Strandbad Wannsee gehört – mit dem Strandbad Weißensee und dem Strandbad Lübars – zu den wenigen Freiluftbädern, die schon geöffnet sind. Alle weiteren 25 bereiten sich noch auf die Saison vor, die im Mai beginnt. „Wir können nicht früher öffnen, wir hatten vor drei Wochen noch Frost“, sagt Martina Wehr, Sprecherin der Berliner Bäder. Momentan beseitige man noch die Winterschäden, die meisten Becken seien noch leer. „In den nächsten Tagen wird Wasser eingelassen, das dann vom Gesundheitsamt überprüft wird.“ Bei guter Qualität öffnen die meisten Frei- und Strandbäder dann am 1. Mai. „Es sieht so aus, als könnten wir alle Eröffnungstermine einhalten“, sagt Wehr.

38 offizielle Badestellen

Mit dem Freibadbesuch wird es also nichts an diesem Freitag, aber Berlin hat ja mehr zu bieten: 38 offizielle Badestellen gibt es im Land. Und besonders die Seen haben gerade jetzt im Frühjahr ausgezeichnete Qualität, sagt Rita Adrian vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin. „Die Seen sind noch klar, weil das Algenwachstum jetzt erst beginnt. Es ist also eine gute Zeit zum Baden.“ Wem es nicht zu kalt ist: Der Müggelsee etwa hat momentan eine Temperatur von 15,5 Grad und eine Sichttiefe von 3,4 Metern. „Das ist schon ordentlich“, sagt Adrian, „da kann man mal reinspringen.“

Um die eigene Sicherheit muss sich der badende Berliner in diesen Tagen aber noch selbst kümmern: Rettungsschwimmer von der DLRG sind noch nicht im Einsatz. Keine der 26 Wasserrettungsstationen ist bisher besetzt. „Es ist jetzt eine Woche vor Saisonstart, wir sind alle Ehrenamtliche, wir müssen unsere Brötchen verdienen“, sagt DLRG-Sprecher Michael Neisse. Wer am Wochenende doch ein rotes Boot von den Wasserrettern sieht: die üben. „Wir bereiten uns gerade auf den Saisonstart vor, am 1. Mai geht's los.“ Dann besetzt die DLRG alle Türme und fährt Schlauchboot-Streife auf dem Wasser, an Feiertagen und an Wochenenden.

Der 1. Mai ist übrigens auch Stichtag für die Behörden: Ab dann überprüft das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) alle 14 Tage die Wasserqualität der Seen und Fließgewässer. Derzeit gebe es nur Vorproben, die nicht offiziell bekanntgegeben werden. „Kein Grund zur Sorge“, sagt Lageso-Sprecherin Silvia Kostner, „Blaualgen und Ähnliches gibt es normalerweise erst ab Ende Juli, Anfang August.“ Wer vorher baden gehen will, sollte sich vor grün-bläulich schimmernden, moosigen Teppichen an See-Ufern in Acht nehmen, warnt sie. Besonders Hunde und Kinder sollten sich fernhalten. „Das ist aber eigentlich selbstverständlich, Geruch und Farbe sind nicht unbedingt einladend“, sagt Kostner.

Nach Norbert kommt...

So gibt es 28 Grad, und in Berlin ist noch nicht Badesaison. Der Sommer richtet sich eben nicht nach dem Kalender. „Das es jetzt schon so heiß wird, ist sehr ungewöhnlich“, sagt Scheef vom Wetterdienst. Normalerweise würde es im April durchschnittlich 13 bis 18 Grad. Der Klimawandel? „Es gibt immer Variationen, das kann man nicht direkt darauf zurückführen.“

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Und die warmen Tage sind sowieso ein Ausreißer: Samstag schon zieht Hoch Norbert Richtung Osten weiter, „dann kühlt es sich etwas ab, 22 bis 23 Grad werden es in Berlin am Wochenende und zum Wochenstart“, sagt Scheef. Doch das nächste Hoch ist schon im Anmarsch. Wie heißt es? „Die Benamung ist alphabetisch. Nach N wie Norbert kommt O. Wir nennen es Onni.“

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