Spitzenwert 2,78 Promille : Berliner Polizei zieht Bilanz zu E-Scootern

Seit drei Monaten fahren E-Tretroller auf Berlins Straßen. Nun hat die Polizei Details zu Unfällen und Bußgeldern herausgegeben.

Die Polizei weist darauf hin, dass E-Scooter kein Spielzeug, sondern Kraftfahrzeuge sind. 
Die Polizei weist darauf hin, dass E-Scooter kein Spielzeug, sondern Kraftfahrzeuge sind. Foto: Uwe Anspach/dpa

Gut 10.000 E-Scooter rollen seit ihrer Einführung Mitte Juni durch Berlins Innenstadt. Viele Fahrten gehen nicht gut aus, wie eine Bilanz der Berliner Polizei jetzt zeigt.

Fahrer von E-Tretrollern sind in Berlin häufig Verursacher von Unfällen und zudem abends und nachts öfter betrunken unterwegs. Fast alle E-Scooter-Fahrer waren bei zwei Kontrollen der Polizei an der Warschauer Straße alkoholisiert. „Und ein Drittel davon so stark, dass sie eine Ordnungswidrigkeit begangen haben“, sagte Tobias Kregelin vom Stabsbereich Verkehr der Polizei.

Der Spitzenwert lag bei 2,78 Promille Alkohol. Die Polizei weist darauf hin, dass E-Scooter kein Spielzeug, sondern Kraftfahrzeuge sind. 

Die Polizei leitete 87 Ermittlungsverfahren gegen Fahrer ein. In 65 Fällen ging es um Trunkenheit im Straßenverkehr. Seit dem 15. Juni registrierte die Polizei demnach 74 Unfälle von Rollerfahrern. Dabei wurden 16 Menschen schwer- und 43 leicht verletzt.

Die häufigsten Ursachen für die Unfälle waren neben Alkoholfahrten Fehler beim Fahren und unzulässige Benutzung von Gehwegen. In 65 der 74 Fälle waren die Fahrer der E-Scooter schuld an dem Unfall. 27 Mal war niemand anderes beteiligt, sondern der Rollerfahrer stürzte von selbst.

„E-Scooter sind kein Spielzeug, es sind Kraftfahrzeuge“

In 19 Fällen ermittelt die Polizei wegen Unfallflucht. Die Polizei verhängte 233 Bußgelder, vor allem wegen Fahrens auf dem Gehweg, zu zweit oder mit einem Telefon in der Hand. Die Unfallzahlen der E-Tretroller sind schlecht vergleichbar mit entsprechenden Zahlen etwa von Radfahrern, weil die Anzahl der Fahrer, ihr Alter und die zurückgelegten Strecken sehr unterschiedlich sind.

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E-Scooter-Fahrer sind meistens Mitte bis Ende 20, viele sind Touristen. Sie leihen sich die Gefährte vor allem in der Innenstadt aus. Die Polizei verteilte bei ihren Kontrollen englisch- und deutschsprachige Flyer mit Verkehrsregeln. Geplant sind laut Kregelin auch Flyer in italienisch, spanisch und französisch. 

Die Polizei appelliert an die E-Scooter-Fahrer, sich mit dem Fahrzeug auf Parkplätzen erst vertraut zu machen, bevor man sich in den Straßenverkehr begibt. Fahrer sollten zu ihrer eigenen Sicherheit immer einen Schutzhelm tragen, auch wenn das nicht vorgeschrieben ist. Bei einem Sturz kann es zu Kopfverletzungen einschließlich Schädel-Hirn-Traumata kommen.

Die Polizei registrierte darüber hinaus 20 Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz und erstattete Anzeige. Es wurden 233 Verkehrsordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit E-Scootern polizeilich geahndet. Hierzu zählten unter anderem das unzulässige Befahren von Gehwegen, das Fahren mit mehreren Personen oder die Mobiltelefonbenutzung während der Fahrt.

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