Trinh Xuan Thanh : Aus Berlin verschleppter Vietnamese soll freikommen

Er war aus Berlin entführt und in seiner Heimat zu lebenslänglich verurteilt worden. Nun hat Vietnams Regierung laut "FAZ" zugesagt, den Geschäftsmann Trinh Xuan Thanh "mittelfristig" freizulassen.

Das vermeintliche Geständnis des Geschäftsmanns Trinh Xuan Thanh im vietnamesischen Staatsfernsehen.
Das vermeintliche Geständnis des Geschäftsmanns Trinh Xuan Thanh im vietnamesischen Staatsfernsehen.Foto: Hoang Dinh Nam/AFP/dpa

Der aus Berlin entführte und in seinem Heimatland zu lebenslanger Haft verurteilte vietnamesische Geschäftsmann Trinh Xuan Thanh soll nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" "mittelfristig" freikommen. Wie die Zeitung unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, gibt es eine Zusage der Regierung in Hanoi an Deutschland, Thanh nach dem Ende des Berliner Strafprozesses gegen einen Entführungshelfer die Ausreise in die Bundesrepublik zu erlauben.

Thanh war 2016 nach Deutschland geflohen und hatte Asyl beantragt. Ende Juli 2017 wurde er nach Angaben der deutschen Behörden vom vietnamesischen Geheimdienst aus dem Berliner Tiergarten verschleppt und nach Vietnam gebracht. Der Fall hatte in Berlin erhebliche Irritationen ausgelöst.

Hoffnung auf bessere Beziehungen zu Deutschland

Teil des Zugeständnisses der vietnamesischen Seite ist nach Informationen der "FAZ" auch die am Freitag bekannt gegebene Freilassung des Menschenrechtsanwalts Nguyen Van Dai. Erst im April war er wegen Aufruhrs zu 15 Jahren Haft mit anschließendem Hausarrest verurteilt worden.

Hanoi erhoffe sich von den Freilassungen eine Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland und der EU, berichtete die "FAZ". Wie die Zeitung weiter berichtete, wiesen EU-Vertreter die Regierung in Hanoi zudem darauf hin, dass eine Ratifizierung des geplanten Freihandelsabkommens mit Vietnam Anfang 2019 von einer Zustimmung Deutschlands im Europäischen Rat abhängt. Zu dem diplomatischen Entgegenkommen Vietnams gehören demnach auch Hafterleichterungen für weitere politische Gefangene. (AFP)

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